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Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

Huhn Symbolfoto

Landkreis hebt Aufstallungspflicht für Geflügel auf

 

Im gesamten Landkreis Gießen darf Geflügel ab Sonntag (10. April) wieder im Freien gehalten werden. Das Veterinäramt hebt die Aufstallungspflicht für Geflügel auf. Diese galt zuletzt zum Schutz vor der Geflügelpest noch in einigen Gebieten im Landkreis. Auch Geflügel-Ausstellungen und Märkte mit Geflügel sind im gesamten Landkreis wieder möglich.

 

Derzeit ist keine weitere Verbreitung der Geflügelpest in Hessen mehr festzustellen. Der letzte infizierte Wildvogel wurde Anfang März in Frankfurt gefunden.


Die Aufstallungspflicht für Geflügel in einigen Teilen des Landkreises sowie für Haltungen einer bestimmten Größe galt seit Ende Januar, nachdem in Hungen eine tote Wildgans mit dem hochansteckenden Geflügelpest-Erreger H5N1 gefunden worden war. Daraufhin durfte Geflügel in Hungen sowie allen Stadtteilen nicht mehr im Freien gehalten werden. Dies galt ebenfalls für alle Geflügelhaltungen in sogenannten ornithologischen Risikogebieten im Landkreis, auf denen häufig Zugvögel rasten - ebenso kreisweit für alle Haltungen mit mehr als 1000 Tieren. Ab Mitte März galt die Aufstallungspflicht dann nur noch in den ornithologischen Risikogebieten, da nur noch in den Nachbarkreisen positive Wildvogelfunde zu verzeichnen waren.


Seither gab es jedoch keinen weiteren Nachweis des Erregers im Landkreis Gießen. Aus diesem Grund hebt der Landkreis die beiden Allgemeinverfügungen zur Aufstallungspflicht und zu Biosicherheitsmaßnahmen auf.


Unabhängig von einer Aufstallung bietet die konsequente Einhaltung der sogenannten Biosicherheitsmaßnahmen den besten Schutz vor einer Einschleppung der Geflügelpest in Haltungen. Diese gelten weiterhin.

 
Konsequnete Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen bietet immernoch den besten Schutz vor einer Einschleppung der Geflügelpest

 
Biosicherheitsmaßnahmen umfassen alle Vorkehrungen, um den eigenen Geflügelbestand gegen das Eindringen von Krankheitserregern zu schützen. Am besten wird dies erreicht, wenn die Tierhaltung nach außen abgeschirmt und der Zugang zu den Stallungen durch Menschen begrenzt wird. Grundsätzlich muss die Haltung der Tiere bei der Hessischen Tierseuchenkasse (HTSK), dem Hessischen Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen in der Tierzucht e.V. (HVL) und dem zuständigen Veterinäramt registriert und angemeldet werden. Wer Geflügel hält, muss ein tagesaktuelles Bestandsregister führen. Die Tiere selbst dürfen nur an Stellen gefüttert werden, zu denen Wildvögel keinen Zugang haben. Das gleiche gilt auch für die Lagerung von Futter, Einstreu, Gerätschaften und Maschinen, die in der Geflügelhaltung verwendet werden. Beim Betreten und Verlassen der Stallungen ist auf Hygiene zu achten. Dazu gehört das gründliche Händewaschen mit Seife sowie die Trennung zwischen Straßen- und Stallkleidung. Auch die Schuhe sollten gewechselt werden.

 
Über Geflügelpest allgemein

 

Geflügelpest, umgangssprachlich auch Vogelgrippe genannt, ist eine durch Viren ausgelöste hochansteckende anzeigepflichtige Tierseuche. Das natürliche Reservoir sind wilde Wasservögel, die insbesondere im Rahmen des Vogelzugs über große Entfernungen die aviären Influenzaviren verbreiten. Diese Viren treten in zwei Varianten und verschiedenen Subtypen auf. Hochpathogene aviäre Influenzaviren können bei Nutzgeflügel, insbesondere bei Enten und Gänsen, eine schwere allgemeine Erkrankung mit hohen Tierverluste verursachen. Geringpathogene aviäre Influenzaviren hingegen verursachen meist kaum oder nur milde Krankheitssymptome.

 

In Deutschland sind seit Mitte Oktober 2021 zahlreiche Fälle bei Wildvögeln und Ausbrüche bei Nutzgeflügel in mindestens 12 Bundesländern festgestellt worden. Vor dem Hintergrund des Vogelzugs empfiehlt das Institut eine erhöhte Wachsamkeit gegenüber Wildvogel-Totfunden und die dringende Einhaltung der nach der Geflügelpest-Verordnung vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen. Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden. Geflügelhalter sollen sich auf eine mögliche amtlich angeordnete Aufstallungspflicht vorbereiten und Notfallpläne erstellen. Das Risiko der Ausbreitung in Wasservogelpopulationen und des Eintrags in Geflügelhaltungen Richtung Mittel- und Süddeutschland wird als hoch eingestuft. Vor dem Hintergrund des Vogelzugs empfiehlt das Institut eine erhöhte Wachsamkeit gegenüber Wildvogel-Totfunden und die dringende Einhaltung der nach der Geflügelpest-Verordnung vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen. Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden. Geflügelhalter sollen sich auf eine mögliche amtlich angeordnete Aufstallungspflicht vorbereiten und Notfallpläne erstellen. 

Das Tierwohl muss innerhalb einer möglichen -auch wochenlang dauernden- Aufstallungspflicht neben dem Schutz der Gesundheit der Tiere, an oberster Stelle stehen.

 
Melden Sie tot gefundene Wildvögel

 

Wildvögel, die sich auffällig verhalten und Wildvogeltotfunde insbesondere von Wasservögeln, Greifvögeln, Eulen und Schreitvögeln sollen dem Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz gemeldet werden:
 
Einzelne tote Spatzen oder Amseln sind nichts Unnormales. Sie können zum Beispiel an Altersschwäche gestorben sein oder an Parasiten. Von Singvögeln geht nach bisherigem Kenntnisstand kein besonderes Risiko der Übertragung der Vogelgrippe aus.
 
Verendete Vögel sollten in der Natur belassen werden oder können, wenn sie auf einem Privatgrundstück gefunden werden, im Hausmüll (in der Restmülltonne) entsorgt werden.
 
Wenn man viele tote Vögel an einem Ort oder einzelne oder mehrere tote größere Vögel wie Gänse, Schwäne, Enten oder Greifvögel findet, sollte man diese nicht anfassen, sondern das Veterinäramt/die Kreisverwaltung oder das örtliche Ordnungsamt informieren. Diese können dann die Untersuchung auf AI einleiten. Ob ein verendeter Vogel am Vogelgrippe-Virus gestorben ist, kann nur im Labor geklärt werden. 
 
Online-Tests zur Einschätzung des betriebsindividuellen Eintragsrisikos

 

Um zu ermitteln, wie groß das Eintragsrisiko von Geflügelpest oder Afrikanischer Schweinepest ist, hat die Universität Vechta Online-Tests entwickelt. Mithilfe eines Fragebogens wird das betriebsindividuelle Risiko bewertet. Die Ergebnisse werden anhand eines Ampelsystems ausgewertet, so dass Betriebsinhaber leicht erkennen können, ob und wo Optimierungsbedarfs bei der Biosicherheit ihres Betriebes existiert. Hier gelangt man zur Risikobewertung.


Eine Checkliste, die hilft, die Einschleppung der hochpathogenen aviären Influenza (Geflügelpest) zu vermeiden, hat das Friedrich-Loeffler-Institut erarbeitet.