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Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

Naturschutzdezernent Christian Zuckermann (3.v.r.) hat das neue Feuchtbiotop des NABU Langd besucht und sich die geleisteten Arbeiten von den Vereinsmitgliedern Bodo Fritz (v.l.), Harald Fritzges und Thomas Mallmann erläutern lassen.(21.06.2022) Mit ihren rund 370 Jahren zählt die Dorflinde auf dem Gelände der Kita „Pusteblume“ in Grüningen zu den ältesten der Region und ist längst als Naturdenkmal ausgewiesen. Ihr 30 Jahre altes Stützgerüst wurde nun erneuert und soll künftig vor allem dafür sorgen, dass der Baum auch in den kommenden Jahrzehnten nicht unter seiner eigenen Last zerbricht.


Grund für das Stützgerüst ist die außergewöhnliche Form der Sommerlinde, deren Geschichte nach dem 30-jährigen Krieg um das Jahr 1648 in dem Pohlheimer Stadtteil begann. Über Jahrzehnte wurde der Baum in seiner Kronenentwicklung beeinflusst, indem seine Äste waagrecht geleitet wurden. Dadurch konnte ein natürliches Blätterdach entstehen, unter dem die Menschen Feste feierten und Bräuche vollzogen.


Inzwischen hat der Baum einem Stammumfang von rund 3,50 Metern und seine Äste sind schwer – so schwer, dass sie seit drei Jahrzehnten gestützt werden müssen: „Es ist uns ein großes Anliegen, dieses imposante Naturdenkmal in seiner Schönheit zu bewahren und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Äste nicht zur Gefahr für die darunter spielenden Kinder werden“, sagt Naturschutz-Dezernent Christian Zuckermann.


Nachdem ein kreisansässiger Zimmereibetrieb das marode Stützgerüst erneuert hatte, haben Zuckermann und die naturschutzfachliche Mitarbeiterin Alisha Weigand die Dorflinde besucht und zeigten sich im Beisein von Kitaleiterin Katja Clement beeindruckt: „Allein aufgrund ihrer Schönheit, Eigenart und Seltenheit ist die Dorflinde bereits seit 1903 ein wichtiges Naturdenkmal auf dem Gebiet unseres Landkreises. Dass dieser Baum lange Zeit als Tanzlinde genutzt wurde und für die Menschen der Mittelpunkt ihres Heimatortes war, macht sie auch historisch interessant“, sagt Zuckermann.


Und damit steht die Dorflinde nicht einmal allein in Grüningen. Ihr Pendant befindet sich vor der Kirche und wird im Heimatbuch als Gerichtslinde aufgeführt. Sie scheint somit eine historische Stätte des Dorfgerichts zu sein, welches vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit unter freiem Himmel stattfand. An dem Baum selbst sollen einst Todesurteile vollstreckt worden sein. Das Stützgerüst dieser Linde wurde bereits 2017 komplett erneuert.


Beide Sommerlinden zählen heute zu den insgesamt 58 Naturdenkmalen innerhalb des Landkreises Gießen. Alle weiteren sind unter hier aufgelistet.

 

Interessierte können sich bei Fragen oder Vorschlägen zu weiteren Naturdenkmalen an den Fachdienst Naturschutz wenden. Ansprechpartnerin ist Alisha Weigand per Mail an alisha.weigand@lkgi.de oder telefonisch unter 0641 93901352.

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