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Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

Jetzt beginnt wieder die Freiluftsaison – und damit die Zeit, Balkon und Garten zu bepflanzen. Mit ein paar einfachen Tipps lässt sich mühelos eine grüne Oase schaffen, die auch vielen Tieren guttut. Denn Biodiversität kann auch auf dem kleinsten Balkon gefördert werden.

 

Umweltdezernentin Dr. Christiane Schmahl und Sabrina Rest, Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Gießen, haben Tipps für insektenfreundliche Blumen, Ideen für Selbstversorger und Ratschläge für gute Lebensbedingungen vieler Pflanzen und Tiere.

 

Balkon-Szene: verschiedene PflanzgefäßeWer zum Beispiel Lust auf frisches Gemüse aus eigener Ernte hat, kann auch auf engem Raum Gemüse anpflanzen. Im Balkonkasten können Hobbygärtner*innen besonders gut Salate und Kräuter anbauen. Aber auch Tomaten und Beerensträucher in Töpfen können auf dem Balkon gedeihen und mit einer leckeren Ernte locken.

 

Als dekoratives Pflanzgefäß eignet sich vieles

 

Je nach Sorte sollten die Gefäße eine Tiefe von mindestens 25 Zentimeter haben, damit die Wurzeln auch genügend Platz zum Wachsen haben. Wer ausreichend Platz hat, kann sogar ein kleines Hochbeet anlegen, empfiehlt Sabrina Rest. Allerdings sollten Sie immer zuvor die Traglast Ihres Balkons in Erfahrung bringen. Denn viele Pflanzkübel mit feuchter Erde können schnell schwer werden.

 

Dekorativ können auch ausgefallene Pflanzkübel sein – egal, ob bemalte Blumentöpfe, eine alte Gießkanne, recycelte Dosen, umgebaute Paletten oder mit Erde befüllte Säcke. Für die Befüllung der Gefäße eignet sich ganz unten eine Drainageschicht aus z.B. Bims, Kies oder Lava. Die Schicht sollte ca. 1/5 des Gefäßes ausmachen. So kann überschüssiges Wasser abfließen und es entsteht keine Staunässe. Diese Schicht kann anschließend mit einem Gartenvlies abgedeckt werden, wodurch verhindert wird, dass Erde durch die Löcher abfließt und diese verstopft. Zu guter Letzt wird die passende Erde in das Gefäß gefüllt und schließlich gepflanzt oder gesät.

 

Kletterpflanzen schaffen zugleich einen Sichtschutz

 

„Wer gerne einen Sichtschutz hätte, sollte eine grüne Wand aus Kletterpflanzen in Betracht ziehen“, empfiehlt Christiane Schmahl, „neben verschiedenen Blühpflanzen eignet sich auch rankendes Gemüse besonders gut, um einen schnellen Sichtschutz zu erzeugen. Insbesondere Erbsen oder Bohnen wachsen sehr schnell. Die sogenannte Feuerbohne hat dazu noch unglaublich schöne, rote Blüten.“

 

Balkon-Szene: bepflanzte KistenWer in seinen Balkonkästen lieber Blumen haben möchte und zugleich den Insekten etwas Gutes tun möchte, sollte einheimische Pflanzen wählen. Denn diese werden besonders gerne von nektarsammelnden Tieren wie Hummeln oder Schmetterlingen besucht. Bunte Vielfalt entsteht schnell, wenn man Klatschmohn, Kornblume, Echtes Johanniskraut, Glockenblumen oder Blut-Storchschnabel sät oder pflanzt.

 

Auch Heil- und Küchenkräuter wie Ringelblume, Lavendel oder Salbei locken Insekten an, wenn man sie zur Blüte kommen lässt. Ebenso eignen sich Staudenpflanzen wie der gewöhnliche Natternkopf oder die schwarze Königskerze. Diese Pflanzen sind jedoch zweijährig, bilden also im ersten Jahr nur die Blattrosette und blühen dann im zweiten Jahr, gibt Sabrina Rest zu bedenken.

 

Heimische Wildpflanzen und Saatgut eignet sich besonders gut

 

Ein Korb mit Blumentöpfen, in denen Kräuter wachsen, Hände, die gerade pflanzen.„Beim Einkauf von Saatgut oder Jungpflanzen sollten Sie Ihre Standortbedingungen berücksichtigen. Achten Sie zudem darauf, dass es sich um regionales und gebietsheimisches Wildpflanzensaatgut handelt, denn das ist für die heimischen Tiere und Insekten besonders förderlich“, regt Christiane Schmahl an.

 

Die Naturschutzdezernentin berichtet vom Projekt „Wilder Meter“ der Münchner Journalistin Katharina Heuberger. Dabei zählte die Reporterin im Selbstversuch auf einer drei Quadratmeter großen Balkon-Pflanzfläche mit 80 einheimischen Wildpflanzen rund 100 Tierarten. „Es gibt also einiges an Vielfalt zu entdecken und bestaunen, wenn man der Natur ein bisschen entgegengeht und naturnah gärtnert“, sagt Christiane Schmahl.

 

Auch ohne Pflanzen kann man Tieren einen Dienst erweisen

 

Auch wer keinen „Grünen Daumen“ hat, kann auf dem Balkon der heimischen Tierwelt helfen. Zum Beispiel mit dem Bau eines Insektenhotels. „Man kann auch Brombeerstängel vom Vorjahr sammeln und diese, am besten senkrecht, am Balkon befestigen. Da die Brombeerstängel innen markhaltig sind, eigen sie sich besonders gut für Insekten“, erklärt UNB-Mitarbeiterin Sabrina Rest.

 

Oder Sie stellen im Sommer eine Insektentränke bereit: eine kleine Schale, in die Sie Steine, Holzstücke, Kork oder auch Moos legen, damit die Insekten auch gut wieder aus dem Wasser herauskommen. Die Schale sollte an einem sonnigen, windgeschützten Ort aufgestellt werden, das Wasser in regelmäßigen Abständen gewechselt werden, um der Entstehung von Krankheitserregern vorzubeugen.

 

„Wir hoffen, wir konnten Ihnen ein paar Anregungen für die Gestaltung einer noch schöneren Balkonlandschaft geben und wünschen Ihnen viel Spaß beim Pflanzen, Ernten und Beobachten“, sagt Christiane Schmahl.

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