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Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

Rote Äpfel hängen in einem Baum und versprechen reiche Ernte.Streuobstwiesen gehören zur Region: Sie prägen Landschafts- und Ortsbilder, sie sind Lebensraum und liefern reiche Ernte alter Sorten. Wer Streuobstwiesen im Landkreis Gießen pflegt oder neue schafft, kann mit Unterstützung des Kreises rechnen: Einstimmig hat sich der Kreisausschuss am Montag für die Verlängerung der bestehenden Streuobstwiesen-Förderung ausgesprochen.

 

Für weitere drei Jahre wird es Zuschüsse zur Erhaltung und Pflanzung von Streuobstbeständen und Hochstammobstbaumalleen geben, teilte Naturschutzdezernentin und Erste Kreisbeigeordnete Dr. Christiane Schmahl mit.

 

Beim Landkreis Gießen weiß man um die Bedeutung des „Obstgürtels“, der viele Orte in der Region säumt. Seit 2013 wird jeder Streuobstbaum, der außerhalb geschlossener Ortschaften im Kreisgebiet neu angepflanzt wird, mit je 20 Euro gefördert. Neben Neuanpflanzungen gibt es auch Zuschüsse für die Pflege von Obstbäumen, beispielsweise sogenannte Erziehungsschnitte von Neuanpflanzungen ab dem zweiten Standjahr oder Instandhaltungsschnitte in bestehenden Streuobstbeständen und Obstbaumalleen. Ein Erziehungsschnitt der geförderten Neuanpflanzungen kann mit bis zu drei Euro pro Schnitt und Baum subventioniert werden. Für einen Instandhaltungsschnitt an einem gepflegten Hochstammobstbaum gibt es bis zu sechs Euro vom Landkreis. Zusätzlich ist ein Zuschuss für jeden Einzelschutz bei den geförderten Neuanpflanzungen möglich, für den bis zu 80 Prozent der Kosten (maximal zehn Euro) übernommen werden.

 

Lebensraum für Steinkauz und Bocksbart

 

Naturschutzdezernentin Schmahl erläutert: „Mit den Zuschüssen für Pflegemaßnahmen wollen wir Streuobstwiesenbesitzer und Hobby-Landwirte ermutigen, bestehende Obstwiesen langfristig zu pflegen. Der Erhalt der Obstbäume ist eine wichtige Voraussetzung für die Artenvielfalt auf den Streuobstwiesen.“  Denn auf den zumeist extensiv genutzten Flächen rings um die Bäume leben zum Teil seltene Tiere wie Steinkauz und Rotkopfwürger oder Pflanzen wie Bocksbart und Klappertopf. „Die Erhaltung der Obstbaumflächen sorgt für eine nachhaltige Entwicklung für den Umwelt- und Naturschutz“, sagt Schmahl.

 

Fördergelder für Neuanpflanzungen erhalten Obstbaumgärtner für Obstbaumhochstämme folgender Arten: Apfel, Birne, Kirsche, Kulturzwetschge, Speierling und Walnuss. Je gepflanztem Hochstamm erhält der Antragsteller durch den Landkreis Gießen einen Zuschuss in Höhe von maximal 20 Euro für bis zu zehn Hochstämme pro Jahr.

 

Insgesamt 10.000 Euro hat der Kreisausschuss des Landkreises Gießen jetzt für die Förderung der Streuobstwiesenbestände freigegeben. „Seitens der Bevölkerung wird die Förderung stetig nachgefragt“, sagt Christiane Schmahl.

 

Kreis hat seit 2013 die Pflanzung 813 neuer Obstbäume gefördert

 

Seit Beginn des Projektes wurden 813 Neuanpflanzungen von Hochstammobstbäumen gefördert. Durch die hinzugekommene Förderung des Erziehungs- und Instandhaltungsschnittes im Jahre 2016 wurden zusätzlich insgesamt 302 Anträge auf Förderung der Pflegearbeiten gestellt.

 

Wer einen Antrag zur Obstbaumförderung stellen oder weitere Details wissen möchte, sollte sich an die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Gießen wenden. Ansprechpartnerin ist Melanie Guthörl, Telefon 0641 9390-1462, E-Mail: melanie.guthoerl@lkgi.de. Der Antragsvordruck steht auch als Download auf der Internetseite des Landkreises bereit: https://www.lkgi.de/images/formulare_downloads/Umwelt_Bauen_Abfall/Naturschutz/Streuobstwiesen/Foerderrichtlinie_2016-06-08.pdf

 

Info: Lebensraum Streuobstwiese

 

Streuobstwiesen sind ein bedeutender Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen. Arten wie Steinkauz, Rotkopfwürger und Wendehals nutzen diese als Rückzugsgebiete. Die Baumhöhlen alter Obstbäume sind unverzichtbare Wohnorte für Siebenschläfer, Fledermäuse und Wildbienen. Da die Wiesen unter dem Streuobst meistens nur selten gemäht werden, finden sich dort häufig artenreiche Blumenwiesen mit Salbei, Margerite, Bocksbart, Habichtskraut und Klappertopf.

Durch den Erhalt von Streuobstbeständen werden daher sowohl die biologische Vielfalt (Biodiversität) als auch Lebensräume gesichert und die Biotopvielfalt gewahrt. Verschiedene Biotope gewährleisten ein stabiles Ökogefüge auch im Zusammenhang mit einer nachhaltigen Entwicklung für den Menschen.

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