mehr Kontrast
Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

Die Willy-Brandt-Schule.Der Landkreis Gießen hat die Planungen für die Sanierung der Willy-Brandt-Schule gründlich überarbeitet. Hintergrund war eine deutlich gestiegene Kostenprognose im Vergleich zu den  ursprünglich vorgesehenen Plänen. Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl hat am Montag die Details dem Kreisausschuss vorgelegt. Der Kreisausschuss befürwortet das Vorgehen und hat einen entsprechenden Antrag an den Kreistag auf den Weg gebracht. Der Kreistag wird sich am 13. Mai mit dem Thema befassen.

Auch wenn die höheren Ausgaben nicht erfreulich seien, gebe es nun Klarheit und Sicherheit für das weitere Vorgehen, sagt Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernentin Schmahl. „Die Sanierung der Willy-Brandt-Schule ist richtig und wichtig. Wir halten daran fest und möchten sie zuverlässig umsetzen. Deshalb freue ich mich über den Beschluss des Kreisausschusses und hoffe, dass der Kreistag diesen ebenso mittragen wird.“

Weitere Mängel und gestiegene Baupreise führen zu Mehrkosten

Der Kreistag hatte bereits im Dezember 2016 eine umfassende Sanierung der kreiseigenen Beruflichen Schule in Gießen beschlossen. Im Vergleich zum zunächst vorgesehenen Investitionsvolumen von etwa 8,4 Millionen Euro steigen die Kosten nun um 5,4 Millionen Euro auf insgesamt 13,8 Millionen Euro. Außerdem sollen nach dem Willen des Kreisausschusses zwei weitere Vorhaben in die Gesamtsanierung aufgenommen werden, die zuvor nicht dafür vorgesehen waren: So die Erneuerung der Fensterelemente der Fassade (3,3 Millionen Euro) und die Sanierung der Dächer über dem zweiten und dritten Obergeschoss der Schule (520.000 Euro). Der Gesamtausgabebedarf beträgt dann rund 17,62 Millionen Euro.

Der überarbeiteten Planung sind in den vergangenen Monaten intensive Prüfungen des Landkreises gemeinsam mit allen Beteiligten vorausgegangen. Zu den wesentlichen Ursachen für die gestiegenen Kosten gehören der von den Fachplanern festgestellte schlechte Zustand der technischen Anlagen sowie zwischenzeitlich offenbar gewordene weitere Mängel. Hinzu kommen die stark gestiegenen Kosten in der Baubranche.

Fachplaner haben mittlerweile eine sehr genaue Kostenermittlung vorgenommen. Nachdem mehrere Klassen ausquartiert worden waren, war eine intensive Bauteilöffnung möglich. Dadurch gibt es nun neue Erkenntnisse über den Zustand der Leitungssysteme im Haus. Ein Erhalt der Heizung ist demnach nicht mehr wirtschaftlich, sie muss komplett ausgetauscht werden. Die Lüftungssysteme sind ebenfalls nicht reparatur- und erweiterungsfähig. Neue Lüftungsgeräte sind erforderlich. Die Schmutzwasserleitungen haben ebenfalls ihre Haltbarkeit überschritten. Bei den Trinkwasserleitungen traten in der Zwischenzeit Undichtigkeiten auf. Bei den Gewerken für Heizung, Lüftung und Sanitär kommt es zu den größten Änderungen bei den kalkulierten Kosten, hier sind rund zwei Millionen Euro mehr als ursprünglich vorgesehen erforderlich.

Neue Erkenntnisse liegen zwischenzeitlich auch über den baulichen Zustand der Lehrküchen vor, die seit vorigem Jahr saniert werden. Bei den Arbeiten kam zutage, dass der Estrich unter dem Bodenbelag gebrochen und gerissen ist. In die Neuberechnung der Kosten flossen deswegen der Abbruch des alten Estrichs und ein komplett neuer Estrich für das gesamte Gebäude mit ein.

Sanierung soll in drei Bauabschnitten erfolgen

Eine erhebliche Rolle bei den Baukostensteigerungen seit 2016 spielt die Preisentwicklung der Baubranche, wie Schuldezernentin Schmahl erklärt. „Allein die Kosten für den Bereich Starkstrom haben sich von Herbst 2016 bis zum Umsetzungsbeginn um etwa 190.000 Euro verteuert.“ Die Dezernentin verweist auch darauf, dass durch die gestiegenen Gesamtkosten anteilig die Baunebenkosten steigen. Allein dieser Posten macht rund 1,46 Millionen Euro aus.

Nachdem 2016 die Dach- und Fenstersanierungen nicht in das Gesamtvorhaben aufgenommen worden waren, sollten Reparaturen durch die Bauunterhaltung erfolgen. Zu diesem Zweck wurde ein Gutachten über den Zustand der Dächer beauftragt. Es folgte der Beschluss, das größte Dach über dem Erdgeschoss mit Mitteln aus dem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP II) des Landes Hessen zu sanieren. Wie wichtig dieser Beschluss war, stellte sich im Winter 2018 heraus, als es einen Wassereinbruch über dieses Dach gab und Notmaßnahmen zur Abdichtung nötig wurden. Die anderen Dächer sind zwar laut Gutachten nicht so marode, sollen nun aber mit in das Sanierungsprogramm aufgenommen werden, um kein Risiko einzugehen.

Die Fensterelemente der Fassade sind mittlerweile stark baufällig, ebenso die Jalousien. Ersatzteile dafür sind nicht mehr erhältlich. Daher ist auch hier ein kompletter Austausch nötig, der nun in das Sanierungsprogramm aufgenommen wird.

„Für die Arbeiten sind drei Bauabschnitte vorgesehen, von denen der erste der umfangreichste sein wird“, erklärt Schmahl. Dafür müssen weitere Klassen ausziehen, die vorübergehend in der ehemaligen Gesamtschule in Biebertal untergebracht werden können. Der Landkreis wird die Räume rechtzeitig herrichten. Läuft alles nach Plan, wird der erste Bauabschnitt etwa zwei Jahre dauern. Für die darauf folgenden kleineren Bauabschnitte ist jeweils ein Jahr kalkuliert, sodass die Sanierung insgesamt 2023/2024 abgeschlossen sein soll.

Vorab werden bereits in diesem Jahr die Lehrküchen und das Dach über dem Erdgeschoss fertig saniert. Die Sanierung des Daches ist Voraussetzung für die Erstellung der zweiten Fluchtwege, die über dieses Dach führen. Der Bau der Fluchtwege soll vor Beginn des ersten Bauabschnitts erfolgen, um die nötige Sicherheit zu garantieren.

Die Willy-Brandt-Schule in der Carl-Franz-Straße wurde 1982 bezogen. Im Mai 1978 hatte der Kreistag des großen Lahn-Dill-Kreises, in dem der Landkreis Gießen von 1977 bis 1979 aufgegangen war, den Bau beschlossen. Die kreiseigene Berufsschule hat heute rund 2000 Schülerinnen und Schüler.




Sie erreichen uns

Landkreis Gießen
Der Kreisausschuss
Riversplatz 1-9
35394 Gießen
Tel. 0641 9390 0
Fax 0641 33448

 

E-Mail: Info@lkgi.de

Servicetelefon

Montag bis Donnerstag
8 - 16 Uhr

Freitag

8 - 14 Uhr

 

Tel. 0641 9390 0

 
Wir verwenden Cookies, um Ihnen die Nutzung unserer Internetseite so angenehm wie möglich zu gestalten. Mit der Nutzung dieser Internetseite erklären Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden.
Weitere Informationen Ok