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Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

Ein Smartphone zeigt die Integreat-App an(29.07.2022) Es war eine lange und beschwerliche Reise von Syrien nach Deutschland. Mit viel Heimweh und wenig Hab und Gut im Gepäck kommt Dayyan endlich in Gießen an. Unterkunft, Registrierung, Arbeit – Vieles muss er nun organisieren. Unbürokratisch und in der Heimatsprache hilft Dayyan die Integreat-App weiter, die der Landkreis Gießen seit drei Jahren nutzt, um Menschen in der Region mit mehrsprachigen Informationen zu versorgen.


Mit wenigen Klicks kann sich Dayyan über all das informieren, was er für den Neustart in Mittelhessen braucht. Wichtige Beratungsstellen werden ihm angezeigt, aber auch Freizeitangebote, Hinweise aus dem Gesundheitswesen oder Informationen zu allen Dokumenten, die jetzt wichtig werden könnten.


So wie Dayyan nutzen viele Zugereiste die App, um sich besser in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden. Allein in den vergangenen zwölf Monaten wurden sie und die dazugehörige Webseite rund 31.000 Mal auf Deutsch, Türkisch, Arabisch, Farsi und Englisch aufgerufen. Auch auf den Krieg in der Ukraine und die vielen Menschen, die seit Februar in Gießen und Umgebung ankommen, hat der Landkreis reagiert und stellt einige Informationen bereits auf Ukrainisch zur Verfügung.


Das Leben im Landkreis wird also Geflüchteten und Einwanderern aus vielen verschiedenen Ländern erleichtert. Zudem dient Integreat der Vielfaltsförderung, wie Teresa Gimbel, WIR-Koordinatorin des Landkreises, weiß: „Unser Projekt zielt inzwischen nicht mehr allein auf Menschen mit Einwanderungsgeschichte ab, vielmehr kann sie von allen Menschen als Wegweiser in verschiedenen Situationen genutzt werden. Die Zugriffszahlen zeigen uns, dass es sich gelohnt hat, unser Projekt weiter zu öffnen.“


Auch in der Corona-Pandemie eine wichtige Stütze


Landrätin Anita Schneider begrüßt das Angebot des Landkreises ebenso und freut sich über dessen rege Nutzung: „Mit der Integreat-App können wir die oft komplexe Kommunikation mit den Behörden erleichtern und Nutzerinnen und Nutzern einen vielfältigen, niederschwelligen Überblick über alle Bereiche des täglichen Lebens sowie die Angebote im Landkreis Gießen geben. Für uns ist diese Plattform ein Meilenstein unserer Integrationsarbeit und es ist schön, dass sie so gut angenommen wird.“


Dass sich die App längst bewährt und unzählige Fragen auf einfache Weise beantwortet hat, davon ist auch Teresa Gimbel überzeugt: „Mit Integreat können wir Menschen schnell und unkompliziert erreichen, auch sprachliche Barrieren stellen kein Hindernis dar. Das unterstützt die Kommunikation untereinander massiv. Wenn wir Menschen mit lokalen oder überregional wichtigen Themen versorgen wollen, gibt es kein besseres Instrument, als die App und ihre dazugehörige Webseite“, sagt die WIR-Koordinatorin und wirft einen Blick auf die Corona-Pandemie: „Hier haben wir deutlich gemerkt, dass die App für ganz viele verschiedene Menschen von großer Bedeutung ist. Für aktuell geltende Regeln, die lokalen Inzidenten und Impfempfehlungen interessierten sich die Benutzer:innen im Vorjahr besonders.“

 

Die Integreat-App gibt es nicht nur im Landkreis Gießen, wo das Angebot von dem zuständigen Team ständig mit Informationen bestückt und aktualisiert wird. Inzwischen wird die digitale Integrations-Plattform in mehr als 80 Städten und Gemeinden deutschlandweit genutzt und konnte allein im Jahr 2021 insgesamt mehr als 1,7 Millionen Aufrufe verzeichnen. Und das auch, wenn die Internetverbindung mal schlecht ist, denn die App ist auch offline nutzbar. Zudem bietet sie die Möglichkeit, alle verfügbaren Informationen auszudrucken und sie beispielsweise in der persönlichen Migrationsberatung zu nutzen.

 

Abrufbar ist die App für den Landkreis Gießen hier und in allen gängigen App-Stores.

 

Zum Hintergrund:

 

Integreat ist eine 3-in-1 Lösung, die aus einer Smartphone-App, einer Webseite und einer Broschüre besteht. Entwickelt wurde sie von der Technischen Universität München und dem gemeinnützigen Verein „Tür an Tür“ in Augsburg, der seit 1992 Integrationsprojekte durchführt. Ausgangspunkt der mehrsprachigen digitalen Lösung war eine Broschüre, die 1997 an Zugewanderte mit hilfreichen Tipps, lokalen Anlaufstellen und Ansprechpersonen verteilt wurde.

Coronavirus

Alle Informationen zum Coronavirus im Landkreis Gießen sind zu finden unter corona.lkgi.de