mehr Kontrast
Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

eine Gans im Gras

(12.03.2021) Drei Flächen im Landkreis Gießen gelten ab dem 14. März zusätzlich zu den Staunässegebieten als Risikogebiete für Geflügelpest: das Wetterauer Seengebiet, die Heuchelheimer Seen und Flächen bei Lich-Eberstadt, hier Landkartenausschnitte. In diesen Gebieten müssen Geflügelbestände zum Schutz vor Geflügelpest (H5N8) zwingend im Stall oder unter einer Überdachung gehalten werden. Eine neue Allgemeinverfügung regelt diese erweiterte Aufstallungspflicht. Sie gilt ab Sonntag, 14. März 2021.

 

Geflügelpest wurde bislang bei 19 Wildvögeln nachgewiesen

Anlass ist ein weiterer Nachweis der Geflügelpest vom 8. März im Vogelsbergkreis, betroffen war ein Silberreiher in der Gemeinde Romrod. Seit März gibt es 19 Nachweise (Stand 10.03.2021) der Geflügelpest bei Wildvögeln in Hessen, vor allem Schwäne. Wegen der zunehmenden Dynamik des Ausbruchsgeschehens bei Wildvögeln in Deutschland ist auch für Hausgeflügelbestände das Risiko einer Ansteckung hoch. Insbesondere für Haltungen in der Nähe von Wasservogelrast- und Wildvogelsammelplätzen besteht ein hohes Eintragsrisiko.


Daher gelten gewässernahe Gebiete, in denen sich wildlebende Wasser- und Zugvögel sammeln, rasten und brüten, als Risikogebiete. Die Festlegung der Gebietsgrenzen erfolgte in Hessen in enger Zusammenarbeit mit Expert*innen der Staatlichen Vogelschutzwarte.

 

Im Landkreis Gießen gelten folgende Gebiete als Risikogebiete:
  • Das Wetterauer Seengebiet bei Hungen rund um die Ortschaften Utphe und Trais-Horloff sowie Teile von Inheiden, Bellersheim, Steinheim, Obbornhofen und Hof Grass.
  • Das Gebiet an den Heuchelheimer Seen und dem Silbersee nördlich der Bundesstraße 49 – Dreieck Lahnfeld – westlich der Bundesstraße 429 bis zur Lahn, Silbersee.
  • Und „Friedberg Nord“ mit Flächen in der Gemarkung von Lich-Eberstadt, die südlich der A 45 zwischen den Ortschaften Ober-Hörgern und Trais-Münzenberg liegen.

 

Hans-Peter Stock, Veterinärdezernent im Landkreis Gießen, appelliert erneut an alle Geflügelhalter*innen, sich an die geltenden Regeln zu halten und ihre Tiere in diesen Gebieten aufzustallen. „Bitte schützen Sie Ihren Hausgeflügelbestand, indem Sie die Biosicherheitsmaßnahmen ernst nehmen und konsequent einhalten“, sagt er.

 

Hausgeflügel muss vor Kontakt mit Wildvögeln geschützt werden

Die Vorgabe, dass Geflügel, welches in der Nähe von Gewässern und Staunässe gehalten wird, in geschlossenen Ställen oder in einer überdachten und eingezäunten Schutzvorrichtung untergebracht werden, gelten nun auch für diese drei Risikogebiete. Netze und Gitter dürfen zur Vermeidung des Kontaktes zu Wildvögeln nur genutzt werden, wenn sie als Abdeckung nach oben eine Maschenweite von nicht mehr als 25 mm aufweisen.


Dr. Stefanie Graff, Amtstierärztin im Landkreis Gießen weist darauf hin, dass Geflügelhalter*innen zur Einhaltung von Grundregeln der Biosicherheit gesetzlich verpflichtet sind. Die nun um die ornithologischen Risikogebiete ergänzte Allgemeinverfügung zur Staunässe verschärft die allgemeingültigen Regeln aus gegebenem Anlass.

 

 

In Gebieten mit Staunässe muss Geflügel ebenfalls im Stall bleiben

Seit dem 21. Februar 2021 gilt im Landkreis Gießen eine Allgemeinverfügung, die die Einschleppung der Geflügelpest in Hausgeflügelbestände im Landkreis Gießen verhindern soll. Demnach müssen alle Personen, die Geflügel mit Auslaufmöglichkeit halten, ihre Tiere aufstallen, wenn sich auf den Auslaufflächen Staunässe gebildet hat und dadurch Wildvögel angezogen werden. Durch die stehenden Wasserflächen, die sich durch Schneeschmelze, Hochwasser oder Regen gebildet haben, werden an vielen Orten Wildvögel wie Enten, Gänse und Greifvögel anlockt, die die Geflügelpest in den Hausgeflügelbestände einschleppen könnten.


Die Allgemeinverfügung für den Landkreis Gießen besagt: Geflügel, welches in der Nähe von Staunässe, also größeren Pfützen, gehalten wird, muss derzeit entweder in geschlossenen Ställen oder in einer überdachten Schutzvorrichtung, die ein Eindringen von Wildvögeln unmöglich macht, untergebracht werden. Die Aufstallungspflicht gilt auch, wenn sich Wasserflächen im Abstand von bis zu 500 Metern um die Außenställe oder Auslaufflächen herum gebildet haben und dadurch Wildvögel angezogen werden. Dies erläutert Dr. Stefanie Graff, Amtstierärztin im Fachdienst Veterinärwesen beim Landkreis Gießen. Sie sagt: „Die Aufstallung von Geflügel und weitere Biosicherheitsmaßnahmen minimieren das Risiko eines direkten und indirekten Kontakts mit infizierten Wildvögeln.“


Daneben müssten auch indirekte Eintragswege von Geflügelpesterregern als potenzielle Gefahr wahrgenommen werden. Dazu zählt kontaminiertes Futter, Wasser oder verunreinigte Einstreu. Auch Gegenstände, die im von außen in den Stall gebracht werden, sollten zuvor gereinigt und desinfiziert werden, um das Geflügel zu schützen. Dies gilt für Schubkarren und Fahrzeuge ebenso wie für die Schuhe all derer, die den Stall betreten.


Geflügelhalter*innen sind zur Einhaltung von Grundregeln der Biosicherheit gesetzlich verpflichtet. Die nun beschlossene Allgemeinverfügung zur Staunässe verschärft die allgemeingültigen Regeln aus gegebenem Anlass.

 

Die beiden Allgemeinverfügungen sind hier veröffentlicht. Dort hängen zur Verdeutlichung auch Landkarten mit den Risikogebieten an.

 

Auffälliges Verhalten und Totfunde bitte dem Veterinäramt melden

Die Veterinär*innen des Landkreises bitten darum, auffälliges Verhalten und Totfunde bei Wildvögeln im Landkreis Gießen zu melden. Dies betrifft sowohl Wasservögel als auch Greifvögel. Der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz ist zu erreichen unter Telefon: 0641 9390-6200 oder per E-Mail: poststelle.avv@lkgi.de

 

 

Coronavirus

Alle Informationen zum Coronavirus im Landkreis Gießen sind zu finden unter corona.lkgi.de