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Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

Raupen des Eichenprozessionsspinners an einem Baum. (Foto: Landkreis Gießen)Kreis-Gesundheitsdezernent Hans-Peter Stock hat wegen des starken Befalls mit dem Eichenprozessionsspinner in der Anneröder Siedlung in Gießen eine Gesundheitsgefährdung der dortigen Bevölkerung nach dem HGöGD (Hessisches Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst) festgestellt. Das Gesundheitsamt fordert die Stadt Gießen auf, die Bekämpfung der Raupen im betroffenen Gebiet zu verstärken.

 

Wegen der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Stadtgebiet, vor allem im Bereich der Anneröder Siedlung, stehen das Kreis-Gesundheitsamt und die Stadt Gießen in engem Kontakt. Die Stadt wisse um das Problem und die Dringlichkeit und habe ihrerseits bereits entsprechende und umfassende Schritte zur Beseitigung der Raupen, auch an anderen Stellen in der Stadt, eingeleitet, sowohl in diesem als auch im vergangenen Jahr, teilt Hauptamtlicher Kreisbeigeordneter Stock mit. Um die Gefahr zu beseitigen, sei die Stadt nun darauf hingewiesen worden, alle Ressourcen auszuschöpfen und für die Beseitigung von Nestern des Eichenprozessionsspinners zum Beispiel weitere Fachfirmen einzusetzen. Das Gesundheitsamt habe in einer Reihe von Fällen allergisch bedingte Haut-Reaktionen von Anwohnerinnen und Anwohnern durch die Raupen festgestellt.

 

Zuständigkeit für die Beseitigung liegt bei den Ordnungsämtern

 

Das Gesundheitsamt des Landkreises selbst ist nicht für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners und die Beseitigung der Nester zuständig. Dies ist Aufgabe der Ordnungsämter der Städte und Gemeinden. Das Gesundheitsamt berät zu diesem Thema und hatte bereits im Vorfeld umfassend informiert. Seitens des Gesundheitsamtes sind auch die Kliniken, niedergelassenen Ärzte und Rettungsdienste nochmals gesondert auf die Problematik des Eichenprozessionsspinners und mögliche Symptome durch die Haare der Raupen beim Menschen aufmerksam gemacht worden.

 

Eichenprozessionsspinner: Das ist zu beachten

 

Eichenprozessionsspinner, kurz EPS, sind eine Falterart, deren Raupen sogenannte Brennhaare haben, die mit einem Nesselgift versehen sind. Diese können bei Menschen allergisch bedingte Reaktionen von Hautreizungen bis zu Augenreizungen oder Atemnot verursachen. Durch das lang anhaltende, warme Klima breitet sich der EPS in Deutschland aus. Er bevorzugt freistehende und von der Sonne beschienene Einzelbäume. Bei Massenvermehrungen besiedelt er auch das Innere von Eichenbeständen. Zwar kommt es Ende Juni/Anfang Juli zur Verpuppung der Raupen, die Nester können jedoch sehr viel länger erhalten bleiben. Damit bleibt das Risiko allergischer Reaktionen bei einem Kontakt mit den Haar-Resten der Raupen bestehen.

 

Raupen und Gespinste sollten auf keinen Fall berührt werden. Nach einem versehentlichen Kontakt sollten Betroffene duschen, die Haare waschen und die Kleidung wechseln. Bei nur leichten Beschwerden ohne weitere Komplikationen können entzündungshemmende und kühlende Antihistaminika Linderung verschaffen. Da die entzündlichen Veränderungen oft länger bestehen, werden auch Kortikosteroide eingesetzt. Bei Allgemeinsymptomen wie Schwindel, Benommenheit oder Fieber und schwerem Krankheitsgefühl sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht, bei schweren allergischen Reaktionen mit Asthma und Atemnot der Rettungsdienst unter 112 alarmiert werden.

 

Auch Wild- und Haustiere reagieren auf die Gifthärchen. Es ist ebenfalls möglich, dass Haare auf dem Tierfell haften bleiben und so an den Menschen weiter gegeben werden. Daher sollten vor allem Hunde nach dem Spaziergang gut ausgebürstet werden.

 

Wer Nester entdeckt, sollte umgehend das Ordnungsamt der betreffenden Stadt oder Gemeinde informieren.

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