mehr Kontrast
Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

Der Landkreis Gießen feiert mit einer digitalen Verleihung des Kulturförderpreises Premiere. (Foto: Landkreis Gießen)Der Förderpreis „Kulturregion Landkreis Gießen“ 2019 ist in dieser Woche erstmals digital überreicht worden. Mit dem Kulturförderpreis unterstützt der Landkreis Gießen neue Initiativen und fördert bestehende kulturelle Angebote in Städten, Gemeinden und Dörfern. Damit soll die bedeutende Rolle von Künstlerinnen und Künstlern sowie kulturellen Institutionen im ländlichen Raum gewürdigt werden. Das Schwerpunktthema im vergangenen Jahr lautete „grenzen_los Kultur“. „Unter diesem Motto sind an die 40 Bewerbungen eingegangen“, weiß Landrätin und Schirmherrin Anita Schneider. „Die Gewinner lagen dabei so dicht beieinander, dass wir uns neben dem ideellen Preis und Sonderpreis für drei gleichrangige Hauptpreise entschieden haben. Der ideelle Preis ohne Preisgeld wurde für das Jahr 2019 erstmals vergeben und richtet sich an Organisationen, die Kultur in ihrem Alltag ermöglichen.“


Evangelische Kirchengemeinde Laubach


Einer der Preisträger ist die Evangelische Kirchengemeinde Laubach mit ihrem Projekt „Kirchenfenster“. Jurymitglied Prof. Dr. Ansgar Schnurr von der Justus-Liebig-Universität hat den Hauptpreis im Wert von 3000 Euro überreicht. Im Jahr 2019 bemalten Konfirmandinnen und Konfirmanden zugeschnittene Plexiglasscheiben mit biblischen Motiven. Unter professioneller Anleitung der Laubacher Künstlerin Anke Schäfer entstanden unterschiedliche Kunstwerke. Eine kreative Teamarbeit – das sah auch die Jury des Kulturförderpreises so. Die Kirchengemeinde verbindet mit diesem Projekt Generationen. Auch der Kontrast zwischen alter Barockkirche und modernen Kirchenfenstern bricht Grenzen.


Kulturring Allendorf/Lumda


Ein weiterer Hauptpreis im Wert von 3000 Euro ist an den Kulturring Allendorf/Lumda verliehen worden. Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek hat die Laudatio im Namen der Jury für diesen Preisträger gehalten. Die Mitglieder des Kulturrings ermöglichen der Bevölkerung des Lumdatals Kultur zu erleben. Jährlich circa 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Region werden quasi vor der Haustür abgeholt und zu verschiedenen Veranstaltungen begleitet. Das Programm reicht vom Holztechnikmuseum in Wettenberg bis zum Staatstheater in Wiesbaden. Ein kulturelles All-inclusive-Angebot – so fasste es die Jury des Förderpreises zusammen. Grenzen der Mobilität werden überwunden, gesellschaftliche Teilhabe unterstützt und die Lebensqualität vor Ort gestärkt.


Vereinsgemeinschaft Odenhausen/Lahn


Auch die Vereinsgemeinschaft Odenhausen/Lahn erhält den Hauptpreis im Wert von 3000 Euro. Daniel Rac hat als Vertreter des Sängerkreises Gießen und als Mitglied der Jury die Preisverleihung übernommen. Die Vereinsgemeinschaft ist ein Zusammenschluss aller Ortsvereine. Nun schon seit 14 Jahren werden Theaterstücke einstudiert, die unter anderem für die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen aufgeführt werden. Die Stücke selbst werden an örtliche Gegebenheiten angepasst, um einen engen Lokalkolorit zu erreichen. Einige Rollen werden so geschrieben, dass diese in Odenhäuser Platt vorgetragen werden können. Die Altersspanne auf der Bühne hat in den vergangenen Jahren zwischen zehn und 83 Jahren gelegen. Eine Hommage in Mundart an das Dorfleben – entschied die Jury des Kulturförderpreises. Bei den Preisträgern spielen weder Vereinsgrenzen noch Generationsgrenzen eine Rolle.


Sonderpreis


Der Sonderpreis im Wert von 1000 Euro geht an das Theater Traumstern Lich. Laudatorin gewesen ist Anette Henkel, Jurymitglied und Vorsitzende des Infrastrukturausschusses. Das Theater besteht seit 2006 unter der Trägerschaft des Licher Vereins kuenstLich e.V. Bisher hat es 24 Inszenierungen gegeben. Dabei arbeiten Profis gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen zwischen vier und 19 Jahren. Nachwuchsarbeit im besten Sinne – bewertet die Jury des Kulturförderpreises und gratuliert den Preisträgern ganz herzlich. An diesem Ort der Begegnung werden der Kreativität keine Grenzen gesetzt.


Ideeller Preis für Organisationen


Zum ersten Mal stehen zwei ideelle Preisträger aus Organisationen fest: Das Projekt „Kunst im Krankenhaus“ sowie das Projekt „Musik bei VITOS“. Landrätin Anita Schneider und Schirmherrin des Kulturförderpreises begründet diesen neuen Preis damit, dass Kultur nicht nur in altbekannten Räumen stattfinde, sondern auch Teil unseres täglichen Lebens sei. Die Ausstellung „Was macht die Kunst im Uniklinikum Gießen“ ist von Januar bis Juni 2019 das Ergebnis eines Reflexionsprozesses gewesen, der nach fünf Jahren Kunst im Uniklinikum das Projekt auf den Prüfstand gestellt hat. Es geht dabei um die komplexe Situation zwischen Krankheit und Gesundheit in einer multikulturellen Gesellschaft. Die Veranstaltungsreihe in der Gießener VITOS Klinik besteht seit zwölf Jahren und hat bereits mit 294 Veranstaltungen über 30.000 Besuche zu verzeichnen. Die kostenfreien Konzerte, Lesungen und Theatervorführungen finden in der Kapelle der Klinik statt.


Bewerbungen sind weiterhin willkommen


Auch wenn der Förderpreis „Kulturregion Landkreis Gießen“ gerade überreicht wurde, können sich Interessierte schon jetzt auf die aktuelle Ausschreibung des Kulturförderpreises 2020 bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Januar 2021 und das Preisgeld beträgt insgesamt 10.000 Euro. Das Schwerpunktthema im laufenden Jahr lautet „Kultur stärkt Demokratie – für Teilhabe, Mitbestimmung und Vielfalt in der Corona-Krise“.


Interessierte können eigene Projekte unter Angabe von Kontaktdaten und Kurzbeschreibung auf einer DIN-A4-Seite einreichen. Einsendungen sind möglich per E-Mail an foerderpreis-kulturregion@lkgi.de oder schriftlich an die Volkshochschule des Landkreises Gießen, Kreuzweg 33, 35423 Lich. Weitere Informationen gibt vhs-Leiter Torsten Denker telefonisch unter 0641 9390-5722 oder auf der Internetseite unter www.lkgi.de -> Freizeit, Tourismus, Kultur -> Förderpreis „Kulturregion Landkreis Gießen“.

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