Drucken

Landkarte von Hessen(02.07.2021) Seit Samstag, dem 26. Juni, liegt der Landkreis Gießen mit Ausnahme der Gemeinde Langgöns nicht mehr in der Sperrzone der Blauzungenkrankheit. Dies bedeutet für die heimischen Landwirte und Viehhalter erhebliche Erleichterungen für Handel und Transport.

 

Seit Januar 2019 befand sich der Landkreis Gießen in der Sperrzone der Blauzungenkrankheit, weil in Rheinland-Pfalz ein größerer Ausbruch der Tierseuche festgestellt wurde. Das Sperrgebiet musste für mindestens zwei Jahre aufrechterhalten werden, erklärt Dr. Stefanie Graff, die als Amtstierärztin am Veterinäramt den Bereich der Tierseuchen-Prävention verantwortet.

 

Während der Zeit im Sperrgebiet galten für den Viehtransport und Handel Einschränkungen. Mit Aufhebung der Sperrzone ist nun in einem Großteil des Landkreises Gießen auch wieder der Handel und Transport empfänglicher Tiere ohne Einschränkungen möglich. Lediglich der Landkreis Langgöns muss vorerst im Sperrgebiet der Blauzungenkrankheit verbleiben und unterliegt weiterhin den erforderlichen Auflagen und Verbringungseinschränkungen.

 
Blauzungenkrankheit für Menschen nicht gefährlich

 

Die Tierseuche ist für den Menschen ungefährlich, Fleisch- und Milchprodukte können ohne Bedenken verzehrt werden. Empfänglich für die Blauzungenkrankheit sind alle Wiederkäuer, also neben Rindern, Schafen und Ziegen auch Büffel, Rehe, Lamas und Alpakas.

 

Die Blauzungenkrankheit ist eine nichtansteckende Erkrankung bei Wiederkäuern, die durch das Bluetongue-Virus (Blauzungen-Virus, BTV) verursacht wird. Das Virus wird von Gnitzen, das sind blutsaugende Mücken der Gattung Culicoides, von Tier zu Tier übertragen und auf diesem Wege verbreitet. Das Virus kann bis zu 60 Tage im Blut infizierter Wiederkäuer zirkulieren und mit modernen Diagnostikmethoden nachgewiesen werden.

 
Jüngstes Seuchengeschehen ohne viele Todesfälle

 

Beim Blauzungenseuchenzug 2006 bis 2009 erkrankten viele Tiere schwer, es kam zu vielen Todesfällen. Beim aktuellen Blauzungenseuchengeschehen in Deutschland war der Anteil an erkrankten und verendeten Tieren gering. Das Virus wurde im Rahmen von Handelsuntersuchungen bei gesunden Tieren diagnostiziert.

 

Der letzte Blauzungen-Fall in Deutschland wurde im Februar 2021 aus Rheinland-Pfalz gemeldet. Dieser Fall zeigt, dass weiterhin Fälle auftreten können. Deshalb empfiehlt das Veterinäramt des Landkreises Gießen den Landwirten die Fortführung der BT-Impfung, auch wenn die Restriktionszonen nun aufgehoben werden.

 
Mehr Informationen und Dokumente online

 

Die Allgemeinverfügung, eine Übersichtskarte über die Sperrzonen, die für Tierhalter nötigen Formulare sowie weitere Informationen zu den Verbringungsregelungen und zur Impfung können hier eingesehen werden. Für weitere Informationen steht der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreis Gießen unter Telefon 0641 9390-6200 zur Verfügung.