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Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

(01.04.2021) Sie benötigt für ihre Streifzüge viel Platz in großen, ruhigen, naturnahen Wäldern mit Altholzbestand, in denen sie Baumhöhlen und abgestorbenes Geäst findet. Im Krofdorfer Forst zum Beispiel fühlt sie sich ausgesprochen wohl. Hier leben mindestens 50 Exemplare, doch zu sehen bekommt man sie fast nie, weil die Tiere sehr menschenscheu sind. Gerade deswegen ist vielen die Bedeutung ihrer Art nicht bewusst.

 

eine WildkatzeAls Tier des Monats April stellt die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Gießen die Europäische Wildkatze (Felis silvestris slivestris) vor. Sie zählt insgesamt zu den Gewinnern unter den heimischen Wildtieren, weil sich ihre Population stetig vergrößert, wie eine deutschlandweit angelegte Studie des BUND zeigt. Bemühungen im Umweltschutz und die Wiederherstellung naturbelassener und zusammenhängender Waldflächen zeigen Wirkung und schaffen Lebensräume für Wildkatzen.

 

In Waldgebieten mit Hecken, Lichtungen und unberührten Wiesen finden Wildkatzen ideale Lebensräume, in denen neben hohlen Bäumen und Felshöhlen, die als Rückzugs­ort genutzt werden, auch ausreichend Beutetiere vorkommen. Verschiedenen Mäuse sind die Hauptbeute, aber auch kleinere Säugetiere große Insekten, Vögel, Reptilien oder Amphibien werden von Wildkatzen gejagt und gefressen. Bei der Jagd, die zumeist in der Dämmerung und Nacht stattfindet, kommen den Samtpfoten ihre äußerst kurzen Reaktionszeiten, ihre allgemeine Stärke und Beweglichkeit zu Gute.

 

Im Vergleich zur Hauskatze ist die Wildkatze insgesamt kraftvoller und hat im Vergleich längere Beine. Der Schwanz der Wildkatze ist buschig und recht kurz. Die Schwanzspitze ist breit und rund und weist am Ende meist drei schwarze Streifen in Kringelform auf. Das Fell hat auffällig, getigerte Streifenmuster und variiert in der Farbgebung, längs über den Rücken verläuft längs ein schwarzer Streifen.

 

Wildkatzen sind Einzelgänger. Sie durchstreifen auf der Suche nach Futter und paarungsbereiten Artgenossen große Gebiete, die bis zu 3.000 Hektar groß sein können, wenn es die Bedingungen zulassen. Doch ihre Lebens­räume werden durch landwirtschaftliche Nutzung, Siedlungen und Straßen zerschnitten. Strukturarmes Offenland und landwirtschaftlich genutzte Flächen stellt für die scheuen Tiere eine Barriere dar, die sie nicht überwinden.

 

Straßenverkehr stellt für Wildkatzen eine Bedrohung dar. Jährlich fallen viele Wildkatzen dem Straßenverkehr zum Opfer. Tod durch Überfahren auf Landstraßen, Bundesstraßen und Autobahnen gilt als Haupttodesursache. Vor allem Autobahnen stellen ein unüberwindbares Wanderhindernis dar, das den genetischen Austausch zwischen verschiedenen Populationen unmöglich macht. Grünbrücken und grüne Korridore sollen Abhilfe schaffen.

 

Die Paarungszeit der Wildkatze ist im Januar und Februar, anschließend bekommt die Katze im Frühjahr meist zwei bis vier Junge. Die bevorzugten Wurforte sind Höhlen in alten Bäumen und Holzhaufen. Grundsätzlich sollten getigerte Jungkatzen niemals einfach so aus dem Wald entfernt und mitgenommen werden. Auch Tierheime sind nicht für die Pflege der Wildtiere ausgestattet und es ist nur schwer möglich handaufgezogene Wildkatzen später wieder auszuwildern. Die Wildkatze ist nach FFH-Anhang IV und Bundesartenschutzverordnung streng geschützt.

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