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Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

In Zeiten von Corona und viel Freizeit im Lockdown steigt in vielen Familien der Wunsch nach einem Hund. Dies spielt zurzeit auch dem mafiaähnlichen Welpen-Handel in die Hände, weiß Kreis-Tierschutzdezernent Hans-Peter Stock. Er nimmt zunehmende Meldungen des Veterinäramts zum Anlass und warnt vor dubiosen Hundehändler*innen.


„In den vergangenen Jahren hat sich der Handel mit zweifelhaft ‚erzeugten‘ Hunden in Europa zu einem sehr lukrativen Geschäft entwickelt. Während der Pandemie bekommt er leider noch mehr Aufschwung“, sagt Hans-Peter Stock und ruft auf, sich vor der Anschaffung eines Tieres genau mit dessen Herkunft auseinanderzusetzen, um nicht aus Unwissenheit ein krankes oder verhaltensauffälliges Tier zu kaufen.


Vermeintliche Schnäppchen beim Kauf gehen auf Kosten der Tiere und ihrer Halter*innen


Auch Dr. Stefanie Graff, Tierärztin am Veterinäramt des Landkreises Gießen, rät von vermeintlichen Schnäppchen beim Tierkauf ab. Denn meist gingen solche Geschäftsgebaren vor allem auf Kosten der Tiere: „Sie tun sich und den Tieren keinen Gefallen, wenn Sie sich einen ungesunden Hund anschaffen.“


Sie erläutert die Hintergründe, die gewissenlosen Hundehändler*innen satte Gewinne einbringen: „Die Hündinnen werden als Gebärmaschinen missbraucht, die Welpen leiden massiv, weil sie oftmals krank sind oder zu früh von der Mutter getrennt werden. Die Folge einer gewissenlosen Zucht können schwere Erkrankungen bis hin zum kurzfristigen Tod und massive Verhaltensprobleme der Tiere sein, die, wenn überhaupt, nur mit aufwändiger Therapie in den Griff zu bekommen sind.“ Oft würden diese Tiere im Tierheim abgegeben. Der vermeintlich günstige Kauf verursacht in der Folge hohe Tierarztkosten.


Sie rät, sich vorab über die Abstammung der Welpen zu informieren. Und warnt vor allem vor Internet-Geschäften, wenn die Verkäufer*innen dabei Name, Adresse und Telefonnummern verschweigen, keinen schriftlichen Kaufvertrag abschließen, die Hunde nicht gekennzeichnet sind und/oder ohne jegliche Begleitdokumente, wie zum Beispiel EU-Heimtierausweis oder Impfausweis, abgegeben werden.


Tipp der Tierärztin: Schauen Sie sich das Muttertier an


„Verdächtig sind auch Welpen-Verkäufe, wenn das dazugehörige Muttertier nicht zu sehen ist und die bisherige Unterbringung nicht besichtigt werden kann“, erklärt Stefanie Graff. Dennoch seien auch hier Täuschungen nicht auszuschließen. Manchmal würden die Welpen fremden Hündinnen zugeordnet. „Achten Sie deshalb auf die Gesäugeleiste des vermeintlichen Muttertieres und ob die Rassezugehörigkeit plausibel ist“, empfiehlt sie.


Bei Hundewelpen aus dem Ausland hilft es, sich die tierschutzrechtliche Erlaubnis der Veterinärbehörde zum Verbringen der Hunde aus dem Ausland und das Veterinärzeugnis aus dem Versandland (Traces-Bescheinigung) zeigen zu lassen. Besonders junge Welpen haben keinen sicheren Tollwut-Schutz und müssen zunächst in Quarantäne


Hundewelpen können frühestens im Alter von 12 Wochen gegen Tollwut geimpft werden. Stammen die Hunde aus dem Ausland, müssen sie nach der Tollwutimpfung noch mindestens 21 Tage im Herkunftsland verbleiben, bevor sie nach Deutschland verbracht werden dürfen, erklärt die Tierärztin. Somit ist jeder Hundewelpe aus dem Ausland, der jünger als 15 Wochen alt ist, ein illegal verbrachtes Tier, das in Quarantäne untergebracht werden muss – auf Kosten des Tierhalters.


In Ländern mit unsicherer Tollwutsituation, wie der Türkei, Serbien, Moldawien und der Ukraine, muss zusätzlich nachgewiesen werden, ob die Tollwutimpfung tatsächlich wirksam ist. Dafür müssen die Hunde über eine Blutuntersuchung, die frühestens 30 Tage nach der Tollwutimpfung entnommen werden darf, getestet werden. Erst wenn ausreichend Antikörper nachgewiesen werden, dürfen sie frühestens 3 Monate nach der Blutprobenentnahme in die Europäische Union einreisen. Nur so ist sichergestellt, dass sich das Tier im Herkunftsland nicht mit Tollwut infiziert hat.


„Kaufen Sie keine Welpen oder Hunde über unseriöse Quellen“, melden Sie illegalen Hundehandel


Hans-Peter Stock fasst zusammen: „Kaufen Sie keine Welpen oder Hunde aus dem Kofferraum, auf der Straße, in einem Hausflur oder über unseriöse Quellen im Internet. Damit unterstützen Sie die Welpen-Mafia und tragen dazu bei, dass der skrupellose Handel auf Kosten von Tieren weitergeht.“


Sollten Sie belastbare Hinweise für den Handel mit illegalen Hundewelpen im Landkreis Gießen haben, können Sie diese an das Veterinäramt des Landkreises Gießen weitergeben. Das Veterinäramt ist unter der Telefonnummer 0641 9390-6200 und der E-Mail-Adresse poststelle.avv@lkgi.de erreichbar.

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