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Rüdiger VeitViele Jahre seines Lebens hat Rüdiger Veit in den Gremien des Landkreises politisch gewirkt und einen nicht unerheblichen Teil der Entwicklung des Landkreises Gießen mitgestaltet. Im Anschluss an seine Mitgliedschaft in der Bezirksvertretung Lahn-Gießen vom 1. April 1977 bis zum 31. Juli 1979 war er ab dem 1. August 1979 zunächst staatsbeauftragter Kreistagsabgeordneter, danach vom 1. November 1979 bis zum 20. August 1985 gewählter Kreistagsabgeordneter des wiedergegründeten Landkreises Gießen.

 

Der Kreistag wählte ihn am 20. August 1985 zum hauptamtlichen Ersten Kreisbeigeordneten des Landkreises Gießen. Dieses Amt übte er bis zum 20. Januar 1986 aus, denn der Kreistag wählte ihn bereits am 16. Dezember 1985 zum Landrat des Landkreises Gießen.

 

Vom 21. Januar 1986 bis zum 20. Januar 1998 war Rüdiger Veit dann Landrat des Landkreises Gießen.

 

In seine Amtszeit fielen neben vielen anderen Initiativen, die von ihm maßgeblich entwickelt wurden, die Gründung der gemeinnützigen Berufsbildungsgesellschaft ZAUG, die Standortsuche für eine Nachfolgedeponie, die Einrichtung eines Kreisausländerbeirates und der Neubau der Zulassungsstelle.

 

Bereits während seiner Amtszeit als Landrat fand Rüdiger Veit auch auf Landesebene Gehör, gerade und immer dann, wenn es um Flüchtlings- und Migrationspolitik ging.

 

Nach seiner Zeit als Landrat war Rüdiger Veit von 1998 bis 2017 Bundestagsabgeordneter und wirkte als Sprecher seiner Fraktion in der Facharbeitsgruppe Migration und Integration sowie als stellvertretender Sprecher der Arbeitsgruppe Inneres im Innenausschuss des Deutschen Bundestags.

 

Rüdiger Veit war ein Vollblutpolitiker. Sein scharfer analytisch geprägter Sachverstand, seine juristischen Fähigkeiten, sein Verhandlungsgeschick und sein tiefgründiger Humor prägten ihn. Er hatte sich in vielen politischen Feldern gefragtes Expertentum erworben, gepaart mit dem Mut, auch unpopuläre Positionen zu vertreten.

 

Wir verlieren mit Rüdiger Veit einen Politiker von sehr hohem Rang, der sich sowohl auf der kommunalen Ebene, auf Landesebene und zuletzt auf Bundesebene für Menschen einsetzte, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens unterwegs waren. Er war ein aufrechter Demokrat und Pazifist.

 

Wir werden das Andenken an den Verstorbenen in Ehren bewahren.