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Vier Männer stehen zusammen30 Jahre lang hat Dr. Dieter Schünemann für den Landkreis Gießen gearbeitet. Sein Hauptaufgabengebiet war das Sachgebiet Tierschutz – für ihn auch eine Herzensangelegenheit, die er stets mit Leidenschaft erledigt hat. Bei einer Feier zur Verabschiedung in den Ruhestand resümierte Dirk Oßwald, Dezernent für Veterinärwesen im Landkreis Gießen, Schünemanns Werdegang und lobte seine stets konstruktive Arbeit. „Tierschutz ist eine besondere Aufgabe, vor allem dann, wenn man sich mit Tierhaltern auseinandersetzen muss“, sagte Oßwald, „Sie, Herr Dr. Schünemann, waren stets darauf aus, gemeinsam mit dem Tierhalter Lösungen zu suchen und niemals gegen ihn zu arbeiten. Ich habe Sie als einen Mann kennengelernt, der viel Fingerspitzengefühl an den Tag legt.“


Frühe Stationen seiner Kariere waren ein wissenschaftliches Forschungsvorhaben des Umweltbundesamtes Berlin, bei dem der junge Tierarzt von 1979 bis 1982 sich mit einem Fütterungsversuch an 36 Milchkühen befasst hat. Diesem Thema widmete er auch seine Promotion. Zwischen 1982 und 1984 war er vollzeitbeschäftigter Klinikassistent in der Medizinischen Veterinärklinik der Justus-Liebig-Universität Gießen. Von 1984 bis 1986 schließlich als Amtsveterinär beim Staatlichen Veterinäramt Schwäbisch Hall mit dem Bezirk Künzelsau. 1986 erfolgte dann der Wechsel zum Veterinäramt Gießen. Als stellvertretender Fachdienstleiter habe Schünemann viele Jahre lang „ein wichtiges Gesicht der Kreisverwaltung“ ausgemacht, bescheinigte der Dezernent.


Schünemann habe stets einen guten Kontakt zur Justus-Liebig-Universität gehalten, und Verbindungen zu Kollegen im Forschungsbereich gepflegt, die auch die Arbeit der Kreisverwaltung erleichtert haben. Vor allem in den letzten zwei Jahren seines Arbeitslebens „konnte ich wieder für die JLU da sein“, sagte der ausscheidende Tierarzt selbst. Denn vor zwei Jahren hat er sich noch einmal neuen Aufgaben gewidmet, war seitdem für die Aufsicht über Tierversuchsanlagen an der JLU zuständig. So war es auch verständlich, dass Schünemann zu seiner Verabschiedung unter anderem auch Prof. Dr. Axel Wehrend von der JLU eingeladen hat.


Weitere Wegbegleiter waren gekommen, darunter der ehemalige Leiter des Veterinäramts, Dr. Ernst Vockert, die ehemalige Gesundheitsamtsleiterin, Dr. Barbara Breitbach, Führungskräfte der Kreisverwaltung, eine Vertreterin des Personalrats sowie seine Frau Ruth und die beiden Töchter. Dieter Schünemann machte beim Blick auf seinen letzten Arbeitstag keinen Hehl daraus, dass dies ein Tag sei, vor dem er auch ein wenig Angst hatte. „Ich wollte die Sache noch nicht wahrhaben“, sagte er und blickte selbst auf die vergangenen, arbeitsreichen Jahre beim Landkreis Gießen zurück. Heute, so sagte er, halte er es wie der Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry, der einmal sagte: „Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen.“


Dieter Schünemann und seine Frau Ruth. Sie überreicht ihm ein Geschenk.Alle weiteren Festredner zollten dem Neu-Ruheständler größten Respekt für seine sensible und umsichtige Arbeitsweise, hohe Fachkompetenz und erinnerten an das ein und andere persönliche Erlebnis. Schünemanns Markenzeichen neben stets fairem und ausgeglichenen Auftreten: seine Hündin Luna. Die mittlerweile sehr betagte Hundedame hat den Tierarzt täglich zur Arbeit begleitet, ist jedem in seinem Umfeld bestens bekannt. Gemeinsam mit ihr und seiner Familie wird Dieter Schünemann nun also einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Aller Voraussicht nach wird er unter anderem seiner Faszination zu Forschung und der JLU nachgeben und noch einmal als Gasthörer die Hörsäle besuchen.