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Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

Mann steht hinter Rednerpult und hält eine RedeUm Traditionen, Trends und neue Herausforderungen bei der Zukunftssicherung im ländlichen Raum ging es bei der ersten Ehrenamtskonferenz im Landkreis Gießen. Über 80 Besucherinnen und Besucher waren der Einladung von Landrätin Anita Schneider und des Freiwilligenzentrums für Stadt und Landkreis Gießen in das Holz- und Technik Museum nach Wißmar gefolgt. „Diese Ehrenamtskonferenz ist ein erster Auftakt, eine weitere wird noch in diesem Jahr folgen“, sagt die Landrätin. In beiden Veranstaltungen wird der Frage nachgegangen, wie sich das Ehrenamt verändert und welche Unterstützung sich Ehrenamtliche durch die Kommunalpolitik wünschen.


„Denn eines darf nicht passieren, Ehrenamt darf nicht zum ,Lückenbüßer‘ für fehlendes staatliches Handeln werden.“ Gerade aus dem Blickwinkel heraus, dass bürgerschaftliches Engagement zunehmend Aufgaben wahrnimmt, die einen wichtigen Stellenwert für die Entwicklung und Attraktivität einer Kommune einnehmen, „bedarf es in besonderem Maß der Unterstützung durch kommunalpolitisches Handeln“. Mit diesen Worten eröffnete Schneider die Ehrenamtskonferenz.


Prof. Dr. Peter Dehne von der Hochschule Neubrandenburg ging in seinem Vortrag auf den wichtigen Stellenwert von Engagement und Ehrenamt für Zukunft und Entwicklungsmöglichkeiten im ländlichen Raum ein. „Engagement in der Stadt verschönert und bereichert. Aber je weiter ein Ort von einem Mittelzentrum entfernt liegt, umso wichtiger wird das ehrenamtliche Engagement auch für die Sicherung der alltäglichen Daseinsvorsorge“, betonte der Stadt- und Regionalplaner.


Mit vielen Beispielen aus anderen Landkreisen veranschaulichte Peter Dehne, dass Mitverantwortung von Bürgerinnen und Bürgern ein Schlüsselfaktor sei: bei der Gründung von Dorfläden, bei der Organisierung von Bürgerbussen, der Sicherung der Schulqualität durch Elternvereine oder der Bereitstellung von Alltagshilfen für ältere Mitbürger. Zukunft bräuchten Initiativen als „Leuchttürme“, „Alltagshelden und Stützpfeiler“, Kirche und Feuerwehr ebenso wie einem neuen Bürgerverein. Erfolg könnten diese Initiative auf längere Sicht nur haben, wenn Kommunalpolitik, Bürgermeister und Verwaltungen diesen Initiativen Gestaltungsspielraum und aktive Unterstützung geben und mit ihnen an runden Tischen oder in Regionalkonferenzen zusammenarbeiteten.


Dass es auch im Landkreis Gießen gelungene Beispiele von Engagement gibt, wurde im zweiten Teil der Konferenz deutlich. Patricia Ortmann, Geschäftsführerin des Freiwilligenzentrums, moderierte Einzelinterviews mit den geladenen Podiumsgästen. Diese waren Wolfgang Dörr (Hallenbadverein Busecker Tal), Christel Gontrum (Bezirkslandfrauenverein Gießen), Ilona Fuchs (Stadt-und Schulmediothek CBES Lollar/Staufenberg), Jörg Müller (KAP Dornholzhausen), Martina Stöhr (Generationenbrücke Linden) sowie Kurt Kleist (Biebertal hilft).
Bei der Frage, was Vereine und Organisationen sich für die Zukunft an Unterstützung wünschen, waren sich alle Interviewpartner einig: Anerkennung für das, was man tut. „Ich mache es gerne und engagiere mich von Herzen“, betonte Kurt Kleist. „Und auch, wenn es für mich selbstverständlich ist, freue ich mich dennoch über ein Lob.“ Dafür gab es Beifall aus dem Publikum. Wie man Dorfgeschichte und den Wert der eigenen Gemeinde mithilfe von Theateraufführungen für Jugendliche erfahrbar darstellen kann, erklärte Jörg Müller. Ein Beispiel für gemeinsame Aktivitäten, bei denen alle Seiten nur gewinnen können.


Dass ein Zusammenarbeiten von Vereinen auf jeden Fall immer wichtiger werde, betonte auch Christel Gontrum, die mit Blick auf die vielen und großen Veranstaltungen der Bezirkslandfrauen so eine Organisation allein nicht stemmen könnte. Für das Freiwilligenzentrum Giessen fasste Prof. Adalbert Evers zusammen: „Engagement muss zukünftig weniger als Traditionspflege und mehr als Beitrag zur Zukunftsbewältigung funktionieren. Und dafür sollte Politik Mitgestaltungsmöglichkeiten anbieten. Nur dann kann man junge Leute und Familien am Ort halten.“


Im Frühsommer soll es eine weitere Konferenz zum Thema „Traditionen, Trends und Herausforderungen“ für das Ehrenamt im Landkreis Gießen geben.

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