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Zwei Feuerwehreinsatzkräfte mit AtemschutzDie interkommunale Zusammenarbeit im Feuerwehrwesen wird im Landkreis Gießen weiter ausgebaut. Der nächste Schritt betrifft den Bereich Atemschutz. Zu einer Vereinbarung, die die Kommunalparlamente geschlossen befürwortet haben, sagt Landrätin Anita Schneider: „Wir können sehr gute Synergieeffekte erzielen, indem die Atemschutzgeräte der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis gemeinschaftlich gekauft werden und darüber hinaus auch nach und nach vereinheitlicht werden. So können wir zukünftig Aufwand und Kosten sparen.“


Im Landkreis Gießen bemühen sich die Kommunen seit zwei Jahren darum, verschiedene Aufgaben im Feuerwehrwesen gemeinsam zu bewältigen und so sparsamer zu agieren. Grundlage ist ein kreisweiter Vertrag über die interkommunale Zusammenarbeit bei der Erfüllung von Aufgaben nach dem Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz. Das gemeinsam erstellte Brandschutzkonzept ‚Fahrzeuge‘ für den gesamten Landkreis Gießen war vor zweieinhalb Jahren ein erster Schritt zu mehr interkommunaler Zusammenarbeit. Nun sollen Synergieeffekte im Bereich „Atemschutz“ folgen.


Die Leiter der Feuerwehren des Landkreises Gießen hatten dafür in ihren Klausurtagungen geprüft, ob die Aufgabe „Atemschutz“ mit geringerem Aufwand oder wirksamer erfüllt werden kann. Eine Erhebung auf Kreisebene hat ergeben, dass eine Zusammenarbeit in diesem Bereich das Ehrenamt entlasten würde und die Ausschreibungen für Atemschutzgeräte in den einzelnen Gemeinde- oder Stadtverwaltungen entfallen könnten. Durch eine zentrale Beschaffung und Pflege der Geräte würden die zugehörigen Feuerwehrdienstvorschriften eingehalten, außerdem erleichtern gleiche Atemschutzgeräte und -systeme die Einsatzstellenlogistik und zugleich die Ausbildung und somit auch die Sicherheit der Geräte-Träger. Nicht zuletzt sind Preisvorteile durch Ausschreibung eines Rahmenvertrages ein Grund für interkommunale Zusammenarbeit im diesem Bereich.


Aktuell sind in den 100 Freiwilligen Feuerwehren im Kreisgebiet und der Berufsfeuerwehr Gießen rund 900 Atemschutzgeräte und -masken von verschiedenen Herstellern im Einsatz. Der Plan sieht vor, diese Geräte in den nächsten sieben Jahren nach und nach zu vereinheitlichen und zu ersetzen.
Die Vereinheitlichung feuerwehrtechnischer Geräte sei auch eine überlegte Vorbereitung für ein gemeinsames feuerwehrtechnisches Zentrum, welches im Neubau des Gefahrenabwehrzentrums in Gießen entstehen soll, erläutert Anita Schneider. Denn dort soll gemäß dem Vertrag zukünftig die Wartung und Pflege auch der Atemschutzgeräte erfolgen. Derzeit gibt es in acht Kommunen eine Pflegestelle für Atemschutzgeräte, drei Kommunen haben eine vom Technischen Prüfdienst zugelassene Werkstatt.


„Dieser Zustand ist alles andere als effizient. Alle Kommunen sind deswegen an den Landkreis herangetreten und haben um eine gemeinsame Lösung gebeten, um bei Wartung und Pflege der Atemschutztechnik Zeit- und Kosten zu sparen. Unser Ziel war es daher, feste und günstige Preise für die Anschaffung, Wartung, Inspektion, Ersatzteile, Transport und Versicherung pro Komplettgerät und Monat zu bekommen“, erklärt die Landrätin.


Gruppenfoto„Mit dem jetzt unterzeichneten Vertrag der interkommunalen Zusammenarbeit kommen wir diesem Ziel nach. Zugleich erreichen wir insgesamt mehr Effizienz im Wesen der Feuerwehren“, sagt Anita Schneider, „dass alle Kommunen im Kreisgebiet der Vereinbarung zustimmen, zeigt die Bedeutung und das Sparpotenzial. Die Kostenvorteile für das Komplettpaket pro Gerät liegen bei bis zu 50 Prozent gegenüber einer Einzelgerätebeschaffung – im Extremfall sogar bei 70 Prozent. Der nächste Schritt ist, die Ausschreibung eines Rahmenvertrages zum Kauf von Atemschutzgeräten samt Zubehör vorzubereiten.