Drucken

Gruppenfoto, in der Mitte sitzt am Tisch Landrätin Anita Schneider„Wir sind uns einig, dass wir den regionalen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und damit die regionale Wirtschaftskraft langfristig stabilisieren und fortentwickeln möchten. Deswegen haben wir mit beteiligten Akteuren der Ausbildungs- und Beschäftigungsförderung in einem längeren Prozess eine umfangreiche Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie erarbeitet. Sie gilt für den gesamten Landkreis Gießen für einen Planungszeitraum bis zum Jahr 2020.“

 

Mit diesen Worten umreißt Landrätin Anita Schneider die Inhalte eines Papiers, für das kürzlich Vertreter mehrerer Institutionen aus der Region – Agentur für Arbeit, Jobcenter, Kreishandwerkerschaft, IHK, Stadt Gießen, ZAUG gGmbH/OloV, Jugendwerkstatt, ijb, DGB, Staatliches Schulamt, Vereinigung der Hessischen Unternehmerverbände, Regionalmanagement, Caritasverband – unterzeichnet haben. Sie bekennen sich damit zu gemeinsamen Zielen im Bereich der Qualifizierungs- und Fördervorhaben im Landkreis Gießen. Zugleich legten sie mit dem Papier auch Strategien zur Erreichung dieser Zielsetzungen fest.


Die Strategie baut auf vorhandene Planungen und Konzepte auf, verfolgt zukünftig eine stärkere vernetzte Zusammenarbeit aller Beteiligten – angefangen von Bildungsträgern, der Agentur für Arbeit, Vertretern aus Handwerk und Industrie, Wirtschaftsförderern und vielen anderen. „Wir wollen mit vereinten Kräften gemeinsam entwickelte, regionale Ziele verfolgen, für die wir Handlungsbedarfe identifiziert haben“, sagt Anita Schneider.


Anstoß der Aktivitäten zur Umsetzung dieser Absichten ist das Ausbildungs- und Qualifizierungsbudgets des Landes Hessen für den Landkreis Gießen. Um Gelder aus dem Landesprogramm sinnvoll einsetzen zu können, war eine mit den beteiligten Akteuren abgestimmte Ausbildungs- und  Arbeitsmarktstrategie nötig. Diese wird dem Landkreis auch helfen, weitere Komplementärfinanzierung zu generieren und mit den Mitteln der Agentur für Arbeit und eigenen Haushaltsmitteln Handlungsspielraum zu schaffen.


Festgehalten ist die in mehreren Workshops erarbeitete Ausbildungs- und  Arbeitsmarktstrategie für den Landkreis Gießen auf zwölf Seiten. Ihr vorausgegangen ist ein einjähriger Prozess, der durch das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität Frankfurt/Main begleitet wurde. Das IWAK beschäftigt sich unter anderem mit der Optimierung der Funktionsfähigkeit regionaler und kommunaler Arbeitsmärkte sowie der Verbesserung von Qualifizierung und war daher ein optimaler Partner.


Die Ausbildungs- und  Arbeitsmarktstrategie für den Landkreis Gießen gliedert sich in drei wesentliche Aufgabenfelder: Schule und Ausbildung, Beschäftigung und Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Demografie. Diese Zielbereiche sind wiederum in diverse Handlungsfelder gegliedert, die die jeweiligen Institutionen eigenständig definieren und bearbeiten.


Folgende Institutionen haben an der Neuausrichtung mitgearbeitet: Agentur für Arbeit Gießen, Jobcenter Gießen, Kreishandwerkerschaft, IHK Gießen-Friedberg, Stadt Gießen, ZAUG gGmbH/OloV, Jugendwerkstatt Gießen e.V., ijb Gießen e.V., DGB Mittelhessen, Staatliches Schulamt, Vereinigung der Hessischen Unternehmerverbände e.V. , Regionalmanagement Mittelhessen GmbH, Caritasverband Gießen e.V. Sie alle haben schließlich das nun vorliegende Strategiepapier mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung bekräftigt und wollen die identifizierten Zielbereiche jeweils in die eigenen Handlungsfelder übertragen.


Eine erste Umsetzung im Sinne der Strategie hat der Landkreis Gießen bereits eingeleitet: Das Institut für Bildungs- und Sozialpolitik der Hochschule Koblenz wird im Auftrag der ZAUG gGmbH eine Untersuchung zur Frauenbeschäftigungsquote im Kreisgebiet durchführen. Für den Landkreis Gießen war nämlich im Zuge der Beratungen ein unter dem hessischen Durchschnitt liegender Wert aufgefallen. „Von dieser Untersuchung erwarten wir uns aufschlussreiche Daten, damit wir genauer wissen, wo die Gründe liegen und wie wir das verbessern können“, sagt Landrätin Anita Schneider.