mehr Kontrast
Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

Frank Fischer, Landrätin Anita Schneider und Gäste schauen die Bilder in der Kreisverwaltung an.Kräftige Acrylfarben, eine kleine Naht in der Leinwand, ein greifbarer Gegenstand mitten im Bild: Die Werke von Frank Fischer aus Lich sind nicht nur für Überraschungen auf den zweiten Blick gut – sie regen vor allem zum Nachdenken an. Und das möchte der Künstler erreichen. Nun sind sie in der Kreisverwaltung zu sehen.

 

Fischer stellt unter dem Motto „Gedankenreisen – hin und zurück“ seine Bilder als Teil der Reihe „Kunst am Riversplatz“ in der Kreisverwaltung aus.

 

Die Ausstellungsreihe ist so etwas wie ein Dauerbrenner geworden, darauf wies während der Eröffnung Landrätin Anita Schneider hin. Bereits seit zehn Jahren öffnet der Landkreis seine Türen für Kunstschaffende aus der Region. Seither fanden etwa 17 Ausstellungen statt. „Wir möchten gerade regionalen Künstlerinnen und Künstlern Möglichkeiten geben, sich und ihre Arbeiten im Kreishaus zu zeigen. Wir haben eine gute Resonanz zu den Ausstellungen bekommen - sowohl von unseren Besucherinnen und Besuchern als auch von unseren Beschäftigten“, sagte Schneider. „Ihnen begegnet Kunst dort, wo sie es nicht erwarten.“ Nicht nur die Flure der ersten Etage des Hauses F der Kreisverwaltung am Riversplatz, sondern auch die Kfz-Zulassungsstelle im Bachweg werden regelmäßig zum Ausstellungsraum.

 

Frank Fischer malt erst seit wenigen Jahren. „Kunst am Riversplatz“ war für ihn eine willkommene Gelegenheit, seine Werke zu zeigen. Christlicher Glaube spielt nicht nur in Fischer Leben, sondern auch in seinem Kunstschaffen eine zentrale Rolle. Eine Reihe von sieben Bildern zeigt etwa den Kreuzigungsweg Jesu – mit Raum für Interpretation und Vielschichtigkeit. So hinterfragt Frank Fischer zum Beispiel die Rolle des Judas. In anderen Bildern hat er symbolisch, oft klein und für den Betrachter vermeintlich versteckt, Erfahrungen, Brüche und Wege aus seinem eigenen Leben eingearbeitet.

 


Beruflich ist der Licher in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Aber er schreibt auch privat, moderiert, coacht, ist ehrenamtlich engagiert. Das besondere Merkmal seiner Bilder: „Es gibt keines, für das ich nicht irgendeinen gefundenen oder aufgehobenen Gegenstand verwendet habe.“ Alte Rindenstücke von Platanen am Licher Schloss, Zweige, Kunststoffflaschen, geschredderte Banknoten – Optik und Haptik ergänzen sich.

 

„Ihre Werke sind wirkliche Hingucker“, befand Landrätin Schneider. Sie dankte nicht nur dem Künstler, sondern lud Interessierte zum Besuch der Ausstellung ein, die noch bis Ende Oktober zu sehen ist.

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