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Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

1	Austausch, Informationen und Diskussionen: An Stehtischen kamen Ehrenamtliche und Hauptamtliche in der Integrationsarbeit aus dem Landkreis ins Gespräch.Die Suche nach einem Praktikums- oder Ausbildungsplatz, der Sprachkurs als Hürde, das Bewältigen von Behördengängen: Wer in Deutschland Zuflucht gesucht hat, steht vor vielen Herausforderungen und Fragen - und damit ebenso viele Ehrenamtliche, die sich in der Integrationsarbeit engagieren.

 

Der Landkreis Gießen hatte sie eingeladen: zum Informieren, zum Diskutieren, um Rückmeldungen zu erhalten. Gut 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zum Ehrenamtsforum in die Fernwaldhalle nach Steinbach. Es war die vierte Veranstaltung dieser Art, die der Landkreis gemeinsam mit der Kreisvolkshochschule und erstmals mit der Firma Sprachportal als neuem Partner in der Integrationsarbeit organisiert hatte.

 

Projekte der ZAUG bereiten auf Einstieg in Ausbildung und Job vor

 

Die Aufgabenstellungen haben sich verändert, darauf wies Landrätin Anita Schneider hin. An Stelle der ersten Herausforderungen, die die Ankunft vieler geflüchteter Menschen bedeutete, sind neue getreten: Integration durch Arbeit und eine verstärkte Quartiersarbeit waren Stichpunkte, die Landrätin Schneider benannte: „Wir möchten mit unseren Angeboten in die Fläche gehen.“ Beispielhaft stellte sie das Projekt „Im Dreisprung zur Ausbildung“ vor, das der Landkreis gemeinsam mit der ZAUG gGmbH aufgelegt hat. „Es ist ein großer Erfolg“, sagte Schneider. Geflüchtete Menschen werden nach einem Auswahlverfahren und vorbereitenden Praktika fit gemacht für eine Berufsausbildung. „Integration stärkt Pflege“ ist ein weiteres Projekt, auf das die Landrätin aufmerksam machte. Gemeinsam mit der ZAUG werden zugewanderte Menschen auf eine Ausbildung in der Pflege vorbereitet, einer Sparte, in der dringend Fachkräfte gesucht werden.

 

Fernwalds Bürgermeister Stefan Bechthold verwies in seiner Begrüßung auf den „LernRaum“ in der Fernwaldhalle, der mithilfe von Diakonie, ZAUG und Ehrenamtlichen geschaffen wurde. Regelmäßig gibt es dort Unterstützung beim Deutschlernen, bei Hausaufgaben oder dem Schriftverkehr mit Behörden.

 

Wie komplex gerade dessen Inhalte für die Betroffenen sind, ließ sich aus den Fachvorträgen von Jana Borusku vom Hessischen Flüchtlingsrat und Susana Holla von der ZAUG erahnen. Beide referierten als Vertreterinnen des Projekts „BLEIB in Hessen II“, das durch den Europäischen Sozialfonds und den Bund gefördert und vom Mittelhessischen Bildungsverband in Marburg getragen wird.

 

Jana Borusku vermittelte Hintergründe zum Asyl- und Aufenthaltsrecht. Denn der Duldungs- oder Anerkennungsstatus hat Auswirkungen darauf, ob jemand überhaupt arbeiten darf. Für Verunsicherungen sorgt das nicht nur bei geflüchteten Menschen und Betreuern, sondern auch bei interessierten Unternehmen – diese Erfahrung hat Susana Holla gemacht. Sie ermutigte, Hilfe in Anspruch zu nehmen und Fragen zu stellen. Auch die ZAUG unterstützt in solchen Fällen über ihre Servicestelle.

 

Integreat App dient als kostenloser und digitaler Alltagswegweiser

 

In der anschließenden Diskussionsrunde, moderiert von Thorsten Denker, Leiter der Kreisvolkshochschule, wurde deutlich, wie viele Fragen und individuelle Probleme im Alltag der ehrenamtlichen Integrationsarbeit immer wieder auftauchen. Informationsbedarf gab es vor allem zu Sprachkursen, zu deren Zugang, dem Aufbau und den Inhalten.

 

Istayfo Turgay, ehrenamtlicher Integrationsdezernent des Landkreises Gießen, verwies auf die vor kurzem eingeführte Integreat App. Die kostenlose App fürs Smartphone ist eine Art digitaler Alltagswegweiser, der in fünf Sprachen viele Informationen gebündelt liefert und zugeschnitten auf die Kreiskommunen Ansprechpartner und Anlaufstellen auflistet.

 

An Stehtischen, an denen weitere Akteure der Integrationsarbeit, darunter die Kreisvolkshochschule, der Stab Asyl und die WIR-Koordination des Kreises sowie das Jobcenter vertreten waren, gingen im Anschluss lebhafte Diskussionen weiter. Jochen Eisold von Sprachportal kündigte für alle Interessierten einen Newsletter an, der regelmäßig Informationen zur Integrationsarbeit liefern wird.

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