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Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

 

759 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei der Kreisverwaltung Gießen beschäftigt, knapp 70 Prozent sind Frauen, der Anteil der Männer liegt entsprechend bei 30 Prozent. „Das heißt aber noch lange nicht, dass Frauen im Vergleich besser dastehen“, wendet Landrätin Anita Schneider ein. Vielmehr zeigt eine interne Auswertung, dass besonders in den oberen Gehaltsklassen nur sehr wenige weibliche Führungskräfte vertreten sind, zudem machen Frauen rund 90 Prozent der Teilzeitbeschäftigten aus; von den Beschäftigten, die zum Beispiel wegen familiärer Aufgaben beurlaubt sind, stellen Frauen einen Anteil von 80 Prozent.


„Um die Gleichberechtigung zwischen beiden Geschlechtern zu erreichen, stehen wir in Anbetracht der Zahlen vor der Aufgabe, die Karrieren von Mitarbeiterinnen gezielt zu fördern, sowie bei Stellenbesetzungen über alle Gehaltsklassen hinweg auf ein ausgewogenes Verhältnis hinzuarbeiten. Zudem ist ein Aspekt, die Arbeitsbedingungen anzupassen. Dafür bietet der Landkreis Familienzeit, über 250 Arbeitszeitmodelle, Langzeitarbeitskonten, Heimarbeitsmöglichkeiten und andere Wege, um sowohl Frauen als auch Männern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern“, erläutert Anita Schneider als Personaldezernentin der Kreisverwaltung.


Mit dem aktuellen Frauenförder- und Gleichstellungsplan der Kreisverwaltung sind nun erstmals konkrete Ziele formuliert, die auf dem Weg zur Gleichstellung richtungsweisend sind. „Wir haben nach einer detaillierten Analyse verbindliche Zielvorgaben erarbeitet, die nach jeweils drei Jahren überprüft werden“, sagt die Landrätin. Dazu zählen neben differenzierten Stellenbesetzungsverfahren auch ein vielschichtiges Gesundheitsmanagement, flexible Arbeitszeiten und Heimarbeit, berufliche Fortbildungschancen und Coaching-Angebote sowie eine familienbewusste Führung durch die Führungskräfte.


Neben den Absichten sind auch stets Indikatoren der Zielerreichung formuliert, damit Erfolge messbar sind und andererseits erkennbar wird, an welchen Stellen weiterhin Handlungsbedarf besteht. Dabei sollen beispielsweise Auswertungen von Veröffentlichungen und anderen Schriftstücken helfen, ebenso Dokumentationen von Stellenbesetzungsverfahren, Beurteilungen von Anträgen und Statistiken oder auch Neuformulierungen von Richtlinien.


Illustration: Wippe mit Weiblichkeits- und MännlichkeitssymbolBei allen Aktivitäten, die die Kreisverwaltung im Bereich der Personalentwicklung auf den Weg bringt, steht ein Ziel im Fokus: Frauen und Männer sollen die Möglichkeit erhalten, familiäre Aufgaben wahrzunehmen, ohne berufliche Nachteile hinnehmen zu müssen. Das Audit „Beruf und Familie“ bescheinigt der Kreisverwaltung, ein familienfreundlicher Arbeitgeber zu sein. Die Landrätin unterstreicht abschließend: „Der hauptamtliche Kreisausschuss ist davon überzeugt, dass ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern in Führungspositionen, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, sowie eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie der Motor der weiteren gesellschaftlichen Entwicklung für mehr Gerechtigkeit ist.“

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