mehr Kontrast
Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

Gruppenfoto mit ChartaDie Bevölkerungspyramide in Deutschland steht auf dem Kopf. Einer immer älter werdenden Generation stehen immer weniger Beschäftigte gegenüber. Daneben fordert der wachsende Pflegebedarf Gesellschaft und Politik zum Handeln auf. Auch Unternehmen müssen reagieren, denn das Thema „Pflege der Eltern“ wird das Thema „Kinderbetreuung“ in der Gesellschaft überholen. Auf Initiative von Landrätin Anita Schneider hatte die bei dem Technologie- und Innovationszentrum Gießen GmbH angesiedelte Qualifizierungsoffensive des Landkreises Gießen im vergangenen Jahr eine Veranstaltung zum Thema Beruf und Pflege durchgeführt.

 

Die beteiligten Akteure äußerten bei diesem ersten Treffen den Wunsch nach engerer Vernetzung und Austausch sowie nach verstärkter Kommunikation der Angebote insbesondere an die Unternehmen in der Region. Nun stellte sich das Netzwerk „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege“ bei einer Auftaktveranstaltung in der Kreisverwaltung vor und informierte zum Beispiel darüber, wie Arbeitgeber einen innerbetrieblichen Pflege-Guide qualifizieren lassen können oder wie Arbeitnehmer an einem Bildungsurlaub der Volkshochschulen des Landkreises Gießen oder der Stadt Gießen teilnehmen können.

 

„Viele Beschäftigte kümmern sich bereits heute um ihre hilfebedürftigen Eltern“, sagte Landrätin Anita Schneider. „In Zukunft wird dieser Anteil noch drastisch steigen – allein in der Belegschaft des Landkreises Gießen beträgt das Durchschnittsalter rund 46 Jahre.“ Pflegende Angehörige seien ein unverzichtbarer Pfeiler in der Versorgung Pflegebedürftiger in der Familie. Das stelle die überwiegend weiblichen Beschäftigten vor die Herausforderung, Beruf und Pflege unter einen Hut zu bringen. Um die Belegschaft zu entlasten, bietet der Landkreis Gießen unter anderem Langzeitarbeitskonten, mobile Arbeitsplätze sowie ein gut besuchtes Kursangebot an. Anita Scheider betonte: „Einer Umfrage des Zentrums für Qualität in der Pflege zufolge würden 64 Prozent der Beschäftigten ihre Pflegeverantwortung am Arbeitsplatz nicht kommunizieren – genau deshalb ist es wichtig, sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer für dieses Thema zu sensibilisieren.“

 

Auch Steffen Friedrich, Personalleiter der Schunk GmbH, weiß um die zunehmende Bedeutung des Themas. Familienfreundliche Unternehmen stellen sich durch eine pflegegerechte Personalpolitik den Herausforderungen. Sie unterstützen dabei, Berufstätigkeit und Pflege von Familienangehörigen besser zu vereinbaren und erhöhen damit ihre Attraktivität am Arbeitsmarkt, wo Work-Life-Balance eine immer größere Rolle spielt. Sowohl die Schunk GmbH als auch der Landkreis Gießen haben die Charta zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege in Hessen unterzeichnet – eine freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen und Behörden zu einer pflegesensiblen Personalpolitik. Auch 2018 haben hessische Unternehmen wieder die Chance, ein Zeichen für eine pflegefreundliche Unternehmenskultur zu setzen, indem sie die Charta unterzeichnen.

 

Weitere Informationen zu Angeboten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gibt es bei der Beratungs- und Koordinierungsstelle für ältere und pflegebedürftige Menschen in der Stadt und im Landkreis Gießen unter Telefon 0641 9790-090.

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