Landrätin Anita Schneider mit Rüdiger Müller und Bundesverdienstkreuz
Veröffentlicht am: 17.07.2025|Kategorien: Soziales|

Rüdiger Müller erhält das Bundesverdienstkreuz

Landrätin Anita Schneider zeichnet Großen-Busecker für herausragende pflegerische Leistung aus

Seit nunmehr 33 Jahren pflegt er seine Ehefrau, die querschnittsgelähmt und auf ständige Hilfe angewiesen ist. Für dieses außerordentliche Engagement hat Landrätin Anita Schneider Rüdiger Müller aus Großen-Buseck den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland überreicht.

Es ist das Jahr 1992, das für Rüdiger Müller und seine junge Familie alles verändert. Bei einem Autounfall wird seine Ehefrau Lieselotte schwer verletzt. Von nun an sitzt sie im Rollstuhl und benötigt eine umfangreiche und schwer zu bewerkstelligende Pflege. Doch statt seine Frau in eine Pflegeeinrichtung zu geben, packt er selbst an und kümmert sich liebevoll.

Zu der Zeit sind die beiden Töchter gerade einmal vier und zwölf Jahre alt, auch sie benötigen Betreuung. Hinzu kommen Haus und Hof und einige Jahre später auch die eigenen Eltern, die der Pflege bedürfen.

In all den Jahren hat Rüdiger Müller nie ans Aufgeben gedacht, auch einige gesundheitliche Rückschläge und schließlich die eigene Krebsdiagnose vor knapp fünf Jahren haben daran nichts geändert, denn er ist überzeugt: „Ich wäre nicht glücklicher geworden, hätte ich einen anderen Weg eingeschlagen.“

2022 wurde Müller mit der Pflegemedaille des Landes Hessen ausgezeichnet

Für all das möchte Rüdiger Müller keine große Aufmerksamkeit oder gar Mitleid von außen. Und auch für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes bedarf es keiner großen Feierlichkeiten. Im kleinen Rahmen im Büro der Landrätin, im persönlichen Gespräch möchte der 68-Jährige diese hohe Auszeichnung entgegennehmen – und erhält dort größte Anerkennung von Anita Schneider: „Es ist eine herausragende pflegerische Leistung, die Sie, lieber Herr Müller, seit Jahrzehnten mit ganzer Kraft erfüllen – im Stillen, nicht im Rampenlicht unserer Gesellschaft. Das, was wir mit dieser hohen Ehrung auszeichnen, ist für Sie eine Selbstverständlichkeit. Zu jeder Zeit stellen Sie Ihr eigenes Wohl in den Hintergrund und meistern die Herausforderungen eines gemeinsamen Lebens mit voller Hingabe. Mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes können wir heute ein starkes Zeichen für die Anerkennung der Pflegearbeit im häuslichen Bereich setzen. Dazu möchte ich Ihnen von ganzem Herzen gratulieren.“

Sichtlich gerührt ist Rüdiger Müller, als ihm Landrätin Schneider Orden und Urkunde überreicht. Mit dabei sind seine Tochter und zwei seiner Enkel. Nicht ganz unbeteiligt ist allerdings auch sein Bruder, der ihn damals für die Auszeichnung mit der Pflegemedaille des Landes Hessen vorgeschlagen hatte. Zwei Jahre später hatte die Staatskanzlei die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz geprüft und veranlasst. Zurecht, wie Landrätin Schneider findet: „Trotz erheblicher gesundheitlicher Probleme haben Sie die kräftezehrende pflegerische Arbeit weiter bewerkstelligt und nehmen bis heute nur sehr selten Unterstützung in Anspruch. Ich bin froh, dass Sie inzwischen genesen sind – die höchste Auszeichnung unserer Bundesrepublik haben Sie sich redlich verdient.“

 

AKTUELLES
KATEGORIEN
ARCHIVE