Über 4200 Kinder besuchen schulisches Ganztagsangebot an Landkreis-Grundschulen
An allen Grundschulen im Kreisgebiet gibt es ein ausreichendes schulisches Ganztagsangebot – mit steigender Nachfrage
Über den so genannten ‚Pakt für den Ganztag‘ werden aktuell im Landkreis Gießen rund 60 Prozent der Grundschulkinder über die Unterrichtszeiten hinaus auch am Nachmittag betreut. In Zahlen sind das 4276 Mädchen und Jungen, die das Angebot der 35 Grundschulen in Anspruch nehmen. Damit liegt der Landkreis Gießen über dem hessenweiten Durchschnitt.
Alle Grundschulen im Kreisgebiet bieten eine Betreuungsmöglichkeit am Nachmittag. Zudem wurde noch kein Kind abgewiesen, weil die Kapazitätsgrenzen des schulischen Ganztags nicht ausgereicht hätten. Dabei haben Eltern von Erstklässlern erst ab dem Schuljahr 2026/27 einen rechtsverbindlichen Anspruch auf einen Ganztagsbetreuungsplatz.
Investition ist wichtig und zugleich eine Herausforderung
„Wir sind sehr froh, dass wir an allen Grundschulen bereits jetzt ein Ganztagsangebot haben und damit einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten“, sagt Kreis-Schuldezernent Christopher Lipp. Er weist in diesem Zusammenhang auf die erforderlichen Investitionen in die Schulgebäude sowie die mit dem Angebot verbundenen Betriebs- und Personalkosten hin.
„Um an allen Schulstandorten gute räumliche Bedingungen für ein pädagogisches Ganztagsangebot zu erreichen, muss der Landkreis Gießen auch in den kommenden Jahren weiter kräftig in die Schulen investieren. Die mit den steigenden Teilnehmerzahlen ebenfalls steigenden Betriebs- und Personalkosten für das Ganztagsangebot stellen für den Landkreis eine weitere finanzielle Herausforderung dar. Mehr denn je ist deshalb eine auskömmliche finanzielle Ausstattung der Landkreise wichtig, um das Ganztagsgebot weiterentwickeln zu können.“
Schulbetreuung ermöglicht Berufstätigkeit vieler Elternteile
Für die Familien bedeutet die Teilnahme am ‚Pakt‘ eine verlässliche Betreuung – selbst wenn der Unterricht schon um 11.20 Uhr endet. Kinder werden außerhalb des Unterrichts aber nicht nur einfach beaufsichtigt, sondern pädagogisch wertvoll begleitet und angeleitet: Sie erledigen unter Aufsicht von Lehrkräften ihre Hausaufgaben, lernen dabei selbstständiges Arbeiten, bekommen, wenn gewollt, ein warmes Mittagessen und können sich am Nachmittag aus kreativen, sozialen, regenerativen oder sportlichen Angeboten das für sie Passende aussuchen und sich persönlich weiterentwickeln.
Die Fortbildung des Personals, welches sich aus Pädagogen und auch Seiteneinsteigern zusammensetzt, übernimmt der Landkreis für alle 35 ‚Pakt‘-Schulen zentral, um eine hohe Qualität garantieren zu können. Die inhaltliche Konzeptentwicklung ist angelehnt an den ‚Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Hessen‘ und garantiert hohe Standards.
Dynamische Personalplanung macht zeitige Anmeldung nötig
Das schulische Ganztagsangebot im Landkreis Gießen ist dynamisch konzipiert. Es gibt keine begrenzte Anzahl an Plätzen, sondern die Kapazität des pädagogischen Personals wird jedes Schuljahr an die zu erwartende Anzahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler angepasst.
Wegen der halbjährlich neuen Planung ist es notwendig, seine Kinder bis Ende Mai für das neue Schuljahr anzumelden, damit sich das Ganztagsteam der jeweiligen Schule entsprechend vorbereiten kann, bevor das Schuljahr startet.
Jedes Ganztag-Team plant also gemeinsam mit der Schulleitung und dem jeweiligen Lehrerkollegium immer wieder ein neues Programm mit unterschiedlichem Personal- und Raumeinsatz. Dabei können die Schulen ihr individuelles Angebot innerhalb des vorgegeben zeitlichen und personellen Rahmens selbst ausgestalten und organisieren.
Finanzierung ruht auf drei Säulen
Angestellt sind die Personen, die als Betreuer arbeiten, bei der ZAUG gGmbH als Anstellungsträger im Auftrag des Landkreises. Finanziert wird das schulische Ganztagsangebot durch Zuwendungen des Landes Hessen, durch Zuschüsse des Landkreises und den Elternbeiträgen, die je nach Schule und Betreuungsdauer im Durchschnitt bei 60 und 80 Euro im Monat liegen. Hinzu kommen Kosten für eine warme Mahlzeit.
Eltern müssen sich zu Beginn eines Halbjahres verbindlich für eines von zwei Betreuungsmodellen entscheiden: Angebot A bietet je nach Schule Betreuung bis 14.30 Uhr bzw. 15 Uhr, Angebot B bis 16.30 Uhr bzw. 17 Uhr. Beide Angebote beinhalten die Betreuung an fünf Tagen in der Woche. Außerdem können angemeldete Kinder auch an Schließtagen sowie in Teilen der Schulferien wie gewohnt auch schon ab morgens im Ganztag betreut werden.
Anmeldeunterlagen gibt es bei der Schule – Frist endet am 31. Mai
Wer sein Kind noch für das kommende Schuljahr anmelden möchte, muss dies bis zum 31. Mai erledigen. Die Anmeldeunterlagen erhält man über die Schule – oft über einen Download von der jeweiligen Webseite der Schule. Auch über den Landkreis gibt es Informationen: www.lkgi.de/ganztagsangebote
