Veröffentlicht am: 24.03.2025|Kategorien: Natur- und Umweltschutz|

Wasserstoffbusse im Landkreis Gießen erprobt

Lernwerkstatt zeigt Chancen und Herausforderungen der Brennstoffzellen-Technologie im ländlichen Raum

Wie kann der Busverkehr im Landkreis Gießen in Zukunft emissionsfrei werden und welche Herausforderungen gibt es auf dem Weg zum grünen ÖPNV? Mit diesen Leitfragen hat sich die „Lernwerkstatt Brennstoffzellenbusse im Landkreis Gießen“ in den vergangenen zwei Jahren beschäftigt und den Einsatz von Bussen erprobt, die mit Wasserstoff betrieben werden.

Gemeinsam mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (vgo) und der Fahrzeugmanagement Region Frankfurt RheinMain GmbH (fahma) hat der Landkreis Gießen 2020 das Projekt auf den Weg gebracht. Durch die Lernwerkstatt sollten mittelständische Verkehrsunternehmen Erfahrungen mit der Brennstoffzellen-Technologie sammeln können.

Denn mit dem „Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz“ müssen Verkehrsunternehmen Mindestquoten für den Einsatz von Fahrzeugen mit emissionsfreien Antrieben erfüllen. Ferner sind im Zusammenhang mit der CO2-Flottengrenzwerteverordnung und der neuen Abgasnorm EURO 7 Diesel-Busse in den kommenden Jahren voraussichtlich nur eingeschränkt verfügbar.

Die Betriebe Erletz Reisen, Schwalb Busbetrieb, Verkehrsbetrieb Franke und Verkehrsbetrieb Weber haben während der ersten Projektphase den Einsatz der Brennstoffzellenbusse erprobt.

Lernprozess stand im Fokus des Projekts

Die Projektpartner waren gleich mit mehreren Herausforderungen konfrontiert: die Pandemie, der beginnende Ukraine-Krieg, die Insolvenz des Fahrzeugherstellers sowie Fachkräftemangel in der Branche „Die Ergebnisse der Lernwerkstatt haben zu Erkenntnissen geführt, die auch an anderen Orten bei einem Wechsel auf Wasserstoffbusse im ÖPNV helfen können“, erklärt Landrätin Anita Schneider.

Zu den Erkenntnissen gehört auch, dass Verkehrsunternehmen für die Beschaffung von neuen Fahrzeugen mehr Zeit als zuvor angenommen benötigen.

„Mit Projekten wie der Lernwerkstatt Brennstoffzellenbusse im Landkreis Gießen gehen wir weitere Schritte in Richtung emissionsfreier Busverkehr“, sagt RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. „Wir handeln im Sinne der Clean Vehicles Directive der EU, die eine Reduktion der Dieselfahrzeuge durch die Neubeschaffung von Bussen mit emissionsfreien Antrieben vorgibt. Wir müssen die Alternativen jetzt testen, ehe sie in wenigen Jahren Standard sind. Brennstoffzellenbusse sind eine Möglichkeit, den Omnibusverkehr noch umweltfreundlicher zu gestalten.“

Wasserstoff als zukunftsfähiger Antrieb

„Ein zentrales Ergebnis des Projekts ist, dass die Brennstoffzellen-Technologie für den Busverkehr im ländlichen Raum eine gute Alternative zum herkömmlichen Verbrenner sowie zu elektrischen Antrieben sein kann“, bilanziert Landrätin Schneider die erste Phase der Lernwerkstatt. In der nun folgenden zweiten Projektphase sollen die beiden Wasserstoffbusse auf einigen Linien im Landkreis Gießen fahren.

Der Landkreis hat die Kosten für die Bereitstellung der Fahrzeuge getragen, die fahma hat sie beschafft und bereitgestellt. Außerdem hat die fahma die erste Projektphase intensiv begleitet. Mit Mitteln aus dem Programm „Elektrobusse in Hessen“ hat das Land Hessen die Brennstoffzellenbusse gefördert.

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