Sechs Personen halten Nistkästen hoch.
Veröffentlicht am: 13.11.2025|Kategorien: Natur- und Umweltschutz|

Landkreis fördert Nistkästen für Steinkauz und Star

NABU Heuchelheim-Kinzenbach freut sich über 1700 Euro

Die Neugierde treibt den jungen Steinkauz an die Öffnung seines Nistkastens, wo sein Blick in die Ferne schweift. Doch auch sein Bruder möchte nachschauen, was es dort zu sehen gibt, und drängt nach vorne. Ungestüm wie Geschwister nun mal sind, ist es schnell passiert: Der junge Steinkauz fällt, landet am Fuße des Baumes und schafft es nicht, zurück in seinen Nistkasten zu krabbeln. Von insgesamt sechs starken Jungtieren erging es auf dem Kinzenbacher Friedhof so der Hälfte des Steinkauz-Nachwuchses.

Gerhard Wiese, Zweiter Vorsitzender und Ortsbeauftragter für Vogelschutz der staatlichen Vogelschutzwarte Frankfurt, betreut für den NABU Heuchelheim-Kinzenbach seit 30 Jahren die Steinkauz-Reviere und kennt das weit verbreitete Problem. Um den gefährdeten Steinkauz ebenso wie den gefährdeten Star zu schützen, fördert der Landkreis Gießen 34 innovative Nisthilfen für insgesamt rund 1700 Euro aus dem Förderprogramm „Erhalt und Schaffung von Naturlandschaften“.

Die neuen Nistkästen ähneln einem zweistöckigen Gebäude – im Erdgeschoss ist Platz für das Nest, das Obergeschoss mit Öffnung erreichen die Vögel erst, wenn sie bereits ausreichend flugfähig sind. Entwickelt in England und gebaut in Bayern setzt der NABU Heuchelheim-Kinzenbach rund um Dr. Peter Ströde, Matthias Meier und Gerhard Wiese auf innovatives Design und hochwertiges Material.

„Wir möchten mit unserer Förderung dabei unterstützen, die seltenen und gefährdeten Vogelarten Steinkauz und Star zu schützen“, sagt Umweltdezernent Christian Zuckermann. „Der Schutz von biologischer Vielfalt in unserer Region ist entscheidend für einen gesunden Naturhaushalt und eine hohe Lebensqualität. Mit der Anschaffung von Nisthilfen allein ist es allerdings nicht getan: Die eigentliche Arbeit liegt in der langfristigen Betreuung – dafür möchte ich mich ganz herzlich beim NABU Heuchelheim-Kinzenbach für das sehr aktive Ehrenamt bedanken.“

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