Landkreis Gießen verzeichnet 15.000 Online-Antragstellungen im vergangenen Jahr
Staatssekretär Stefan Sauer informiert sich über digitale Verwaltung
Antragstellen per Fingertipp am Smartphone statt Gang zur Behörde: Immer mehr Verwaltungsdienstleistungen sind auch im Landkreis Gießen online möglich. Das Onlinezugangsgesetz (OZG) regelt in Hessen das elektronische Angebot von Verwaltungsdienstleistungen. Der Landkreis Gießen arbeitet bei der Planung und Umsetzung digitaler Dienstleistungen mit dem Land Hessen und im Rahmen eines interkommunalen Projekts mit 13 der 18 Kreiskommunen zusammen. Die Zahl der online verfügbaren Antragsverfahren konnte in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut werden. Nun hat sich Stefan Sauer, Staatssekretär im hessischen Ministerium für Digitalisierung und Innovation, während eines Besuchs im Maker Space Gießen über die digitalen Aktivitäten des Landkreises informiert. Im Gespräch mit Landrätin Anita Schneider ging es dabei auch um die Initiativen des Landkreises im Rahmen des Pilotprojekts „Smart Region“.
Fast 15.000 Mal sind im vergangenen Jahr Anträge beim Landkreis Gießen online gestellt worden – drei Jahre zuvor waren es noch ca. 400. Die Zahl vollständig online verfügbarer Antragsverfahren des Landkreises ist im gleichen Zeitraum von 8 auf 49 gestiegen. Die 13 Städte und Gemeinden, die der Landkreis bei der Bereitstellung von Onlineprozessen unterstützt, bieten Bürgerinnen und Bürgern mittlerweile insgesamt 216 rein digitale Antragsverfahren an. Vor zwei Jahren war der Landkreis Gießen der erste Landkreis in Deutschland, der den Umtausch des alten Papier-Führerscheins in den neuen EU-Führerschein komplett digital ermöglicht hat. Im Gespräch ging es aber auch um technische Herausforderungen, die noch zu bewältigen sind – so etwa passende Schnittstellen zwischen den vielen Fachprogrammen in den Verwaltungen und den Dokument-Management-Systemen.
Synergien helfen gerade kleineren Kommunen bei der Umsetzung
„Digitale Technologien prägen unseren Alltag. Dazu gehört auch, dass wir Verwaltungsdienstleistungen online und möglichst einfach in der Anwendung bereitstellen“, sagte Landrätin Anita Schneider. „Auch wenn in den vergangenen Jahren bereits viel in diesem Bereich geschehen ist, ist weiterhin viel zu tun. Gerade in der Umsetzung vor Ort sind Synergien zu begrüßen, damit Kreise und Kommunen mit vergleichsweise kleinen Verwaltungen und vielen Aufgaben in der Daseinsvorsorge für die Menschen vor Ort effizient vorgehen können.“
„Die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen ist ein zentraler Hebel für mehr Lebensqualität, Transparenz und Effizienz. Hessens Kommunen haben dabei in den vergangenen Jahren dank gezielter Unterstützung und enger Zusammenarbeit große Fortschritte gemacht. Im Bundesvergleich ist Hessen in der Spitzengruppe bei der Umsetzung des OZG. Hessen bietet 245 flächendeckend verfügbare OZG-Leistungen an, von denen 114 mindestens in einer Kommune verfügbar sind. Mit der Kooperationsvereinbarung zur Gründung einer gemeinsamen Kompetenzstelle Kommunale Verwaltungsdigitalisierung (KKV) im Dezember 2024 wollen wir diesen Weg gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden konsequent fortsetzen – für eine digitale und smarte Verwaltung vor Ort,“ sagte Staatssekretär Stefan Sauer.
Landrätin Schneider gab im Gespräch auch einen Überblick über die Initiativen des Landkreises als „Smart Region“. Seit 2022 ist der Landkreis eine von 73 Smart-City-Modellkommunen und wird vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen gefördert. Schwerpunkte sind die Bereiche Daten, Bildung, Gesundheit und Energie.
Während eines Rundgangs erhielt Staatssekretär Sauer einen Einblick in den Maker Space Gießen, kurz MAGIE. Seit mehr als fünf Jahren gibt es in der Walltorstraße die offene Werkstatt rund um Zukunftstechnologien wie zum Beispiel 3D-Druck, Mikroelektronik oder Künstliche Intelligenz. Viele Unternehmen und Institutionen nutzen ihn, um Wissen zu erlangen und neue Technologien zu testen.
MAGIE ist ein Kooperationsprojekt der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), des Kreativbüros flux-werk gGmbH und des Technologie- und Innovationszentrums Gießen (TIG). Auch der Landkreis Gießen fördert den Maker Space.
