„Unser Dorf hat Zukunft“ – Holzheim erreicht vierten Platz beim Regionalentscheid
Nordeck/Winnen gewinnen Sonderpreis für Nachwuchs- und Integrationsarbeit
Auf dem Tandem durch Holzheim – die Kommission des 38. landesweiten Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ hat in dem Pohlheimer Stadtteil kräftig in die Pedale getreten und dabei schnell festgestellt: Dieser Ort hat sich mit den geforderten Themen des Regionalentscheids sehr gut auseinandergesetzt. Für sein Engagement wurde Holzheim mit dem vierten Platz ausgezeichnet und erhielt ein Preisgeld in Höhe von 2000 Euro.
Welche sozialen Einrichtungen und kulturellen Angebote gibt es im Dorf? Wie lebendig ist das Vereinsleben? Wird bei Bauvorhaben und bei der Grüngestaltung Wert auf einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen gelegt? Viele Aspekte der Dorfentwicklung hat die sechsköpfige Jury unter der Leitung der Abteilung für den ländlichen Raum für den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Gießen in den vergangenen Wochen und Monaten bewertet. Punkte gab es besonders dann, wenn ein Ort seine Fortschritte bei der Entwicklung des Dorfes präsentieren konnte. Genauso stark bewertet wurde, ob und wie sich die Dorfgemeinschaft füreinander engagiert.
Mit dabei waren 14 Orte aus ganz Hessen, darunter zwei Gemeinschaftsbewerbungen mit jeweils zwei Orten. Insgesamt wurden fünf Platzierungen, vier Sonderpreise und fünf Mitmachprämien verliehen.
Holzheim überzeugte die Jury Während der 90 Minuten dauernden Besichtigungstour mit dem großen Engagement zugunsten der Dorfbevölkerung. Erster Stopp war „Susi‘s Dorfladen“ in der Ortsmitte. Er dient der Nahversorgung und als Treffpunkt für die Dorfbewohner. Danach ging es zum Freibad, das von einem Förderverein mit großem Engagement betrieben wird. Hier war das ganze Dorf auf den Beinen; der Kinderchor sang und die Laienspielgruppe stellte das Dorfgeschehen am Freibad nach.
Alle Bereiche des Wettbewerbs wurden auf der Tandemtour angesprochen. Auch die selbst gestalteten T-Shirts mit dem Aufdruck „Holzheim hat Zukunft“ und die hochwertig gestalteten Plakate an allen Stationen fanden Beachtung.
Ebenfalls aus dem Landkreis Gießen mit dabei war das Dörfer-Tandem Nordeck und Winnen aus der Gemeinde Allendorf. Die Dörfer überzeugten die Jury insbesondere mit ihrer Nachwuchs- und Integrationsarbeit. Dafür erhielten sie einen von vier Sonderpreisen im Wert von 1000 Euro.
Die dritte Bewerbung aus dem Landkreis Gießen kam aus Reinhardshain. Der Grünberger Stadtteil schaffte es nicht auf die vorderen Ränge, erhielt aber wie alle Dörfer ohne Platzierung oder Sonderpreis vom Land Hessen eine Mitmachprämie von 500 Euro.
Bei der Preisverleihung lobte der Hauptamtliche Kreisbeigeordnete des Landkreises Gießen, Christian Zuckermann, alle Teilnehmer-Ortschaften: „Es ist sehr eindrucksvoll zu erleben, wie gute Dynamiken entstehen, wenn Menschen gemeinsam an Zielen arbeiten und das Leben in ihren Dörfern aktiv und kreativ mitgestalten. Sie haben sich lange auf den Besuch der Jury vorbereitet und gezeigt, dass Ihre Dorfgemeinschaft zusammen Vieles auf die Beine stellt.“
Volpertshausen und Weidenhausen ganz oben auf dem Siegertreppchen
Als Sieger des Regionalentscheids geht in diesem Jahr das Tandem aus Volpertshausen und Weidenhausen im benachbarten Lahn-Dill-Kreis hervor. Den beiden Dörfern gelang es am besten, zu zeigen, was sie bewegt und wie sie ihr Dorf fit für die Zukunft machen.
So überzeugte die Doppelbewerbung aus Hüttenberg mit großem Engagement und Vielfältigkeit der vorgestellten Projekte. Eine Seniorenwerkstatt, ein Dorfcafé mit ehrenamtlichen Mitarbeitenden, der Umbau einer alten Schreinerei zu Tanzraum und Musikschule, ein neu gestalteter Picknickplatz – Weidenhausen und Volpertshausen haben mit den unterschiedlichsten Projekten eine große Vielseitigkeit demonstriert, besonderes soziales Engagement gezeigt und viele kulturelle Angebote geschaffen und damit zurecht das Preisgeld von 5000 Euro gewonnen. Gemeinsam mit dem zweitplatzierten Maden aus dem Schwalm-Eder-Kreis treten sie im nächsten Jahr beim Landesentscheid gegen sechs weitere Dörfer aus ganz Hessen an.
„Die meisten Punkte gab es für die große Vielfalt an Projekten und Themen, die die beiden Orte eindrucksvoll zeigen“, freut sich Margot Schäfer, Leiterin der Abteilung für den ländlichen Raum für den Landkreis Gießen und den Lahn-Dill-Kreis. „Das große Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die Themen anzupacken, die sie auch wirklich ganz eigenständig beeinflussen und vorantreiben können, ist wirklich vorbildlich!“ Potenziale seien erkannt und umgesetzt worden. Dort liege der größte Handlungsspielraum. Und den hätten die Gewinner-Dörfer genutzt.
Die Preisverleihung des landesweiten Wettbewerbs fand in Hüttenberg auf der Picknickwiese statt. Gemeinsam mit Christian Zuckermann hatte der Erste Kreisbeigeordnete des Lahn-Dill-Kreises, Roland Esch, die Preise überreicht und unterstrichen: „Bei diesem Wettbewerb ist wirklich jeder Ort ein Gewinner. Denn die Ideen und die gemeinsam verbrachte Zeit für die Vorbereitung auf den Wettbewerb erweitern den Horizont, bringen Potenziale zu Tage, die bisher verborgen blieben und stärken den Zusammenhalt in den Orten.“
Überblick über die Platzierungen:
- Platz: Volpertshausen/Weidenhausen (5000 Euro, Lahn-Dill-Kreis)
2. Platz: Maden (4000 Euro, Schwalm-Eder-Kreis)
3. Platz Kirchberg (3000 Euro, Schwalm-Eder-Kreis)
4. Platz Holzheim (2000 Euro, Landkreis Gießen)
5. Platz Wichdorf (1000 Euro, Schwalm-Eder-Kreis)
Hintergrund
In Hessen haben insgesamt 86 Dörfer am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilgenommen. Sie wurden in sieben Regionen aufgeteilt. Die hiesige Region umfasste die Landkreise Schwalm-Eder, Gießen und Lahn-Dill. In jeder Region wurde eine Jury aus lokalen Expertinnen und Experten gebildet. Die Jurymitglieder haben durch ihre berufliche Tätigkeit oder ihr privates Engagement Wissen mit ländlichen Räumen, Dorfgemeinschaften und ehrenamtlicher Tätigkeit erworben.
Die sieben hessischen Siegerdörfer messen sich im Sommer 2025 im Landesentscheid, bevor in 2026 der Bundesentscheid für die Landessieger ansteht. Bereits seit 1961 wird dieser Wettbewerb unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten durchgeführt.
