Veröffentlicht am: 26.06.2025|Kategorien: Kultur und Bildung|

„Kultur verbindet!“ soll das Ehrenamt stärken

Landrätin Schneider legt Richtlinie für neue Förderung vor

Für hauptberufliche Kulturschaffende war die Corona-Pandemie ein Einschnitt, der in vielen Fällen Existenzen bedrohte. Mit den Förderprogrammen „Vorhang auf“ und „Vorhang auf 2.0“ hat der Landkreis Gießen in der Pandemie und kurz nach dem Ende der Beschränkungen denjenigen Unterstützung ermöglicht, die ihren Lebensunterhalt mit Kunst, Kultur und Unterhaltung verdienen. Aber auch ehrenamtliches Engagement im Kulturleben ist durch die Corona-Pandemie zum Erliegen gekommen – mit Folgen bis heute. Landrätin Anita Schneider, die auch zuständige Dezernentin für Kulturförderung ist, möchte für diese Zielgruppe mit dem Programm „Kultur verbindet!“ an die bisherige Unterstützung anknüpfen und schlägt den Kreisgremien die neue Förderung vor.

„Chöre und Musikgruppen mit Nachwuchssorgen, keine Mittel und keine Ressourcen für kleine Projekte, das sind Nöte, von denen Ehrenamtliche immer wieder berichten“, erklärt Landrätin Schneider. Auch in den Kulturforen, die auf Beschluss des Kreistages stattgefunden haben und in denen ehrenamtliche Kulturschaffende ihre Bedürfnisse und Wünsche im Austausch mit Politik und Verwaltung äußern konnten, sei dies zur Sprache gekommen. Kaum Proben, kaum Feste, kaum Veranstaltungen in der Coronazeit hätten in vielen Fällen ehrenamtliches Engagement in Gruppen oder Vereinen zum Erliegen gebracht, für einige bedeutete es sogar das Aus. „Die Kulturlandschaft hat sich seither verändert. Davon zeugt auch ein Rückgang der Bewerbungen für den Kulturförderpreis des Landkreises. Hier lohnt es sich anzusetzen, um kleineren Gruppen und Vereinen Unterstützung für neue Aktivitäten zu geben und Impulse für ihr nicht-kommerzielles Engagement zu ermöglichen“, erklärt die Landrätin.

Für die Stärkung des Ehrenamtes in seiner ganzen Breite

Sie legt dem Kreistag nun eine Richtlinie für das neue Förderprogramm „Kultur verbindet!“ vor, das an die bisherigen Förderprogramme aus der Coronazeit anknüpft und 20.000 Euro Förderung jährlich vorsieht – dies sind aufgrund der angespannten Haushaltssituation des Landkreises 5000 Euro weniger, als für die früheren Förderungen bereitstanden. Der „Fördertopf“ soll Vereinen und Gruppen für kostenlose Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Denn insbesondere diese ermöglichten vielen Menschen leicht zugänglich eine Teilhabe am Kulturleben. Auch wenn die schwierige Haushaltssituation kaum Spielräume zulasse, sei die Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements gut angelegt, erklärt die Landrätin. „Sport und Kultur genießen in Hessen Verfassungsrang. Ein Mindestanteil kommunaler Haushalte sollte daher immer als freiwillige Leistung für diesen Zweck bereitstehen. Es geht um die Stärkung des Ehrenamts in seiner ganzen Breite und damit einen Beitrag für eine funktionierende demokratische Gesellschaft. Gerade Vereine und Gruppen sind die Hauptakteure im Kulturleben des Landkreises.“

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