Veröffentlicht am: 04.09.2025|Kategorien: Kultur und Bildung|

vhs-Kurs: Barrierefreies Wohnen ohne Stolperfallen

vhs-Kurs in Lich zeigt Möglichkeiten für die altersgerechte Gestaltung von Bad und WC

Viele Menschen möchten auch im hohen Alter selbstständig und sicher in den eigenen vier Wänden leben. Doch nicht jede Wohnsituation ist dafür ausgelegt. Insbesondere das Badezimmer stellt häufig eine Hürde dar – sei es durch enge Räume, hohe Einstiege oder fehlende Haltegriffe. Wie eine altersgerechte Anpassung konkret aussehen kann, zeigt ein praxisnaher Kurs der Volkshochschule des Landkreises Gießen am Dienstag, 16. September 2025, von 16 bis 19.30 Uhr im vhs-Haus Lich (Kreuzweg 33).

„Ein selbstbestimmtes Leben im Alter beginnt mit der Möglichkeit, sich sicher und barrierearm in den eigenen vier Wänden bewegen zu können,“ sagt Landrätin Anita Schneider. „Gerade das Bad ist dabei oft ein neuralgischer Punkt – hier setzen wir mit dem Kurs an, um frühzeitig zu informieren und praktische Hilfestellung zu leisten.“ Dem Landkreis Gießen sei es ein wichtiges Anliegen, Bildungsangebote zu unterbreiten, die Menschen auf dem Weg zu einem selbstbestimmten und altersgerechten Wohnen begleiten.

Der Kurs „Barrierefrei wohnen, dargestellt am Beispiel Bad + WC“ richtet sich an alle, die ihre aktuelle Wohnsituation kritisch hinterfragen und anpassen möchten – sei es mit Blick auf das eigene Älterwerden, die Pflege eines Angehörigen oder im Sinne einer vorausschauenden Wohnraumanpassung. Im Zentrum steht die anschauliche Darstellung eines realen Badumbaus. Dabei handelt es sich um ein Badezimmer aus dem Baujahr 1973, das in den Jahren 2017 und 2018 vollständig barrierearm umgebaut wurde. Anhand von authentischem Bildmaterial, Bauplänen und einer durchgängigen Dokumentation erhalten die Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in alle Phasen der Umsetzung – von der Planung über die Finanzierung bis hin zur fertigen Realisierung.

Kursleiter Wolfgang Wunderle bringt umfangreiche Erfahrung aus der Praxis mit. Er erläutert im Detail, welche baulichen Veränderungen sinnvoll und möglich sind, welche Gewerke beteiligt sind, wie eine gute Handwerkerplanung aussieht und welche Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Dabei werden unter anderem Förderprogramme wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Leistungen der Pflegekasse oder die Hilfsmittelversorgung über die Krankenversicherung thematisiert. Eine transparente Kostenaufstellung aus dem realen Umbauprojekt bietet den Teilnehmenden eine gute Orientierung für eigene Planungen.

Darüber hinaus werden auch rechtliche Rahmenbedingungen behandelt, insbesondere für Eigentümer:innen, die selbst Umbauten beauftragen möchten. Es geht außerdem um erste Kriterien für die Einschätzung, ob die eigene Wohnumgebung altersgerecht ist, und um nützliche Tipps für den Alltag – etwa zur Nutzung von Pflegehilfsmitteln, zu Ansprüchen gegenüber Versicherungsträgern oder zu typischen Fehlern, die es bei einem Umbau zu vermeiden gilt.

Ein besonderes Anliegen des Kurses ist es, Menschen zu ermutigen, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen. Denn oft entstehen Handlungszwänge erst durch einen akuten Pflegefall oder einen Unfall – dabei lassen sich viele Maßnahmen mit kluger Planung stressfrei und vorausschauend umsetzen.

Die Teilnahmegebühr beträgt 33,50 Euro, bei einer Teilnehmerzahl von sechs bis sieben Personen reduziert sich der Beitrag auf 24,00 Euro. In der Kursgebühr enthalten ist ein umfangreiches Handout mit vielen praktischen Informationen, darunter Checklisten, eine Linksammlung zu Förderstellen sowie eine Übersicht wichtiger Ansprechpartner im Landkreis Gießen. Zusätzlich sollten die Teilnehmenden eigene Verpflegung mitbringen.

Die Anmeldung ist bis Montag, 8. September 2025, über die Webseite der Volkshochschule (Kursnummer J-011.3902) möglich. Weitere Informationen erteilen die Mitarbeitenden der Kreisvolkshochschule telefonisch unter 0641 9390-5700.

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