Junge Menschen mit Behinderung: Wo gibt es welche Unterstützung?
Verfahrenslotse des Landkreises Gießen hilft bei Orientierung im Leistungssystem
Eine Familie mit einem Grundschulkind, bei dem Autismus diagnostiziert wurde, benötigt Hilfe bei der Gestaltung ihres Alltags. Eine junge Frau möchte in eine Wohngruppe für Menschen mit geistiger Behinderung ziehen, aber der Antrag ist zu kompliziert. Ein zwölfjähriger Junge ist sehbeeinträchtigt und möchte an der anstehenden Klassenfahrt teilnehmen – dafür benötigt er Unterstützung.
Für diese und weitere Anliegen ist der Verfahrenslotse des Landkreises Gießen der richtige Ansprechpartner. Denn ein Lotse weist den Weg durch unbekanntes Terrain und navigiert sicher ans Ziel. Das ist im übertragenen Sinne auch die Aufgabe von Dominik Lublow: Er begleitet junge Menschen mit Behinderung und ihre Familien auf dem Weg, geeignete Unterstützungsangebote und Leistungen zu finden und zu beantragen.
„Die Zuständigkeiten für Leistungen der Eingliederungshilfe sind komplex. Damit sich junge Menschen mit einer Behinderung in diesem System zurechtfinden, gibt es den Verfahrenslotsen als eine erste Anlaufstelle“, erklärt Sozialdezernent Frank Ide. „Durch die Unterstützung des Lotsen bauen wir bürokratische Hürden in der Verwaltung ab und sorgen für eine inklusivere Kinder- und Jugendhilfe.“
Verfahrenslotse als Vertrauensperson
Das Angebot des Verfahrenslotsen können alle jungen Menschen bis 27 Jahre in Anspruch nehmen, die eine körperliche, geistige oder seelische Behinderung haben oder absehbar ist, dass eine solche Beeinträchtigung in Zukunft eintritt. Auch deren Familien und Erziehungsberechtigten können sich beraten lassen.
„Als Verfahrenslotse gebe ich den jungen Menschen und ihren Familien eine Orientierung, kläre Wege und helfe, Leistungsansprüche geltend zu machen“, erklärt Lublow seine Arbeit. „Ich bin darüber hinaus auch eine Vertrauensperson für die Menschen, die meine Hilfe in Anspruch nehmen. Denn ich vertrete ihre Interessen und achte darauf, dass sie gehört werden.“
Der Diplom-Pädagoge möchte durch seine Arbeit vor allem eines: Teilhabe praktisch möglich machen. Dafür unterstützt er bei der Antragstellung, begleitet die weiteren Schritte und hilft dabei, die passenden Ansprechpersonen für die jeweiligen Anliegen zu finden. Darüber hinaus kann er an Gesprächen mit anderen Behörden teilnehmen.
Wer die kostenlose Beratung des Lotsen in Anspruch nehmen möchte, kann Dominik Lublow per Mail unter dominik.lublow@lkgi.de oder Telefon 0641 9390-9290 kontaktieren. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Landkreises unter Eingliederungshilfen.

