Eine Menschengruppe steht in einem herbstlichen Wald.
Veröffentlicht am: 24.04.2026|Kategorien: Kinder und Jugend|

Drittes Vernetzungstreffen der Wald- und Naturkitas nimmt Tagesgestaltung in den Fokus

Fachkräfte wägen Ansprüche und deren Umsetzbarkeit im Alltag gegeneinander ab

Um die Qualität der Kinderbetreuung in den Waldkitas im Landkreis Gießen weiter zu verbessern, fand kürzlich das dritte Vernetzungstreffen der Wald- und Naturkitas im evangelischen Waldkindergarten Linden-Forst statt.

Zweimal jährlich treffen sich auf Initiative des Teams Kindertagesbetreuung im Jugendamt des Landkreises Gießen die Fach- und Leitungskräfte der Wald- und Naturkitas, um sich gegenseitig kennenzulernen und sich über Fachthemen auszutauschen. Auch interessierte Fachkräfte aus anderen Kindertagesstätten können an den Vernetzungstreffen teilnehmen. Das Hauptthema des jüngsten Treffens war die Tagesgestaltung in Waldkitas.

Vielfältige Betreuungsangebote sind Teil moderner Familienpolitik

Kinder- und Jugenddezernent Frank Ide betont die Bedeutung dieser Runden: „Mit den regelmäßigen Vernetzungstreffen schaffen wir die Rahmenbedingungen für eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung. Nicht nur das Teamgefühl der Erzieherinnen und Erzieher wird gestärkt, sondern auch neue Konzepte und Sichtweisen ausgetauscht. So können wir vielfältige Kinderbetreuungsangebote im Kreisgebiet sicherstellen, unter denen Eltern eine passende Form für sich und ihre Kinder finden können. “

Kita-Leiterin Sabine Schlicksupp führte auf der Grundlage des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans in das Thema ein. Diskutiert wurde, wie viel Struktur, welche Rituale und welche Formen der Rhythmisierung im Tagesablauf der Waldkitas aus pädagogischen Gesichtspunkten sinnvoll erscheinen. Solche wiederkehrenden Etappen sind wichtige Fixpunkte im Laufe des Tages für die Kinder und helfen dabei, die vielen Eindrücke eines Tages zu verarbeiten. Trotz unterschiedlicher Konzeptionen, Haltungen und Kontexten fanden die Leitgedanken „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ und „Flexibilität in der Tagesstruktur“ weitgehende Zustimmung.

Individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht werden

Auch wenn die Meinungen zur Ausprägung der Alltagsstrukturierung in einer Waldkita unter den Fachkräften differenziert ausfallen, herrscht doch Einigkeit, dass gewisse räumliche und zeitliche Fixpunkte im Tagesverlauf den Kindern Orientierung bieten. Innerhalb dieses Rahmens bleibt jedoch eine hohe Flexibilität im Tagesverlauf nötig, um den individuellen und situativen Bedarfen gerecht werden zu können.

Auch die Vorschularbeit wurde von den Teilnehmenden kontrovers diskutiert. Ausgangspunkt war die Frage, wie stark sich die pädagogische Arbeit der Kita auf die späteren schulischen Anforderungen ausrichten sollte. Getreu dem Motto „Pädagogik ist Handlung in Spannungsfeldern“ bereicherte hier eine weite Bandbreite an Positionen und neuen Perspektiven die Debatte.

Das nächste Vernetzungstreffen soll sich mit Sicherheitsaspekten in Waldkitas auseinandersetzen. Im vergangenen Herbst tauschten sich die Teilnehmer:innen zum Thema „Nutztiere in Wald- und Naturkitas“ aus.

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