Stillen braucht Unterstützung: Weltstillwoche setzt viele sichtbare Zeichen
Landkreis lädt zu Fachtagung „Stillen fördern. Eine gemeinsame Sache.“ nach Wieseck ein
Wie können Familien beim Stillen von Säuglingen gut unterstützt werden? Und was braucht es, damit stillende Mütter sich auch außerhalb der eigenen vier Wände willkommen fühlen? Um diese Fragen ging es am heutigen Mittwoch, 30. September, beim Fachtag „Stillen fördern. Eine gemeinsame Sache.“ im Bürgerhaus Gießen-Wieseck. Der Landkreis Gießen hat dort Fachleute aus unterschiedlichen Bereichen zusammengebracht. Sie haben Erfahrungen ausgetauscht, Kontakte geknüpft und Ideen für gute Stillbedingungen vor Ort entwickelt.
Der Fachtag ist bewusst mitten in die Weltstillwoche (28.09. bis 04.10.) terminiert, in der verschiedene Aktionen auch im Landkreis Gießen stattfinden. Die Aktionswoche steht in diesem Jahr unter dem Motto „Stillen. Deine Superkraft.“ Sie rückt die besonderen Fähigkeiten des weiblichen Körpers in den Blick: Muttermilch passt sich den Bedürfnissen des Babys an, Stillen fördert die Gesundheit von Mutter und Kind und schafft Nähe.
Gesellschaftliches Umfeld hat großen Einfluss auf Still-Verhalten
Doch eine „Superkraft“ muss niemand allein entfalten. Genau das ist eine weitere Botschaft der Weltstillwoche. Stillen soll nicht mit Erwartungen oder Leistungsdruck verbunden sein. Mütter sollen vielmehr selbstbestimmt entscheiden können, ob und wie lange sie stillen möchten. Verlässliche Informationen, fachkundige Beratung und ein unterstützendes Umfeld helfen ihnen dabei – die Familie ebenso wie Fachkräfte, Kliniken, Beratungsstellen oder andere Orte des täglichen Lebens.
Wie vielfältig solche Unterstützung aussehen kann, zeigt sich während der Weltstillwoche auch im Landkreis Gießen. Bei der Fachtagung feiert eine neue Wanderausstellung mit beeindruckenden Bildern und vielen Informationen rund ums Stillen ihre Premiere. Entstanden ist sie im Auftrag des Landkreises Gießen gemeinsam mit dem Netzwerk stillfreundliche Kommunen. Demnächst bringt die Ausstellung das Thema Stillen an unterschiedliche Orte. Erste Station ist das Krankenhaus in Lich.
Landkreis bietet zusätzliche Informationen online an
Auch digital gibt es Neues: Der Landkreis hat seinen Internetauftritt rund um Schwangerschaft und Geburt überarbeitet. Unter www.lkgi.de/schwangerschaft-und-geburt/ finden Schwangere, Eltern und Interessierte gebündelte Informationen und Anlaufstellen. So wird es leichter, sich frühzeitig zu informieren und bei Bedarf Unterstützung zu finden.
Gleichzeitig geht das Thema in der Weltstillwoche hinaus auf die Straße: Die private Initiative „Ich still wo ich will“ war heute (30. September) im Gießener Seltersweg. Die Initiatorinnen aus Gießen hatten im Vorfeld zu einem öffentlichen Foto-Shooting von Stillenden im öffentlichen Raum aufgerufen. Sie wollen zeigen: Stillen gehört zum Alltag – und damit auch dorthin, wo Menschen unterwegs sind.
Programm „Stillfreundliche Orte“ wächst weiter
Dass dafür manchmal schon eine offene Tür und ein herzliches Willkommen viel bewirken können, zeigt das Landkreis-Programm „Stillfreundliche Orte“, mit dem Läden und Einrichtungen deutlich machen können, dass Mütter mit ihren Kinder willkommen sind. Eine Plakette an der Tür lädt zum Stillen ein. In Lich wird nun (1. Oktober) eine Bäckerei als „Stillfreundlicher Ort“ ausgezeichnet, wenn zeitgleich die Still-Gruppe der Licher Asklepios-Klinik zu Gast ist und dort zum Frühstück eigeladen wird.
So verbindet die Weltstillwoche Fachwissen mit ganz praktischen Zeichen im Alltag. Der Fachtag, die Wanderausstellung, neue Informationen im Internet und Aktionen in Gießen und Lich verfolgen dabei dasselbe Anliegen: Frauen sollen gut informiert und selbstbestimmt entscheiden können, wann und wo sie ihre Kinder stillen möchten.

