Drei Personen stehen zwischen zwei Kübelpflanzen vor der Fotowand des Landkreises Gießen.
Veröffentlicht am: 18.11.2025|Kategorien: Gesundheit|

Kooperation will Hebammen unterstützen und Schwangeren-Versorgung optimieren

Landkreis Gießen und Kreisverband der Hessischen Hebammen wollen gemeinsam breites Netzwerk aufbauen

Der Landkreis Gießen und die Kreissprecherinnen des Landesverbands der Hessischen Hebammen e. V. wollen bei den Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett ab nächstem Jahr stärker zusammenarbeiten. Die Kooperation gehört zur neuen Gesundheitsstrategie „Gemeinsam Gesundheit gestalten“ im Landkreis Gießen und soll den Austausch zwischen unterschiedlichen Akteuren weiter ausbauen, um so die gesundheitliche Versorgung zu verbessern.

„Wir freuen uns, dass wir enger mit den Hebammen in unserem Landkreis kooperieren, weil die Sicherstellung der geburtlichen Versorgung in unseren Städten und Gemeinden immer herausfordernder wird“, sagt Gesundheitsdezernent Frank Ide. Er ist sich sicher, dass neben freiberuflichen Hebammen auch Kliniken, Geburtshäuser und Ärzte von der Zusammenarbeit profitieren werden.

Hebammenkoordinierung für den Landkreis eingerichtet

„Um die zahlreichen Institutionen, die die Betreuung von Schwangeren übernehmen, zu stärken, hat der Landkreis eine Hebammenkoordinierung eingerichtet“, erklärt Ide. Die Stelle ist im Gesundheitsamt im Sachgebiet Gesundheitsplanung eingerichtet und konzentriert sich auf den Austausch zwischen den Hebammen und anderen Bereichen rund um die Geburt.

Elisabeth Hofmann, Kreissprecherin im Landesverband der Hessischen Hebammen, erläutert die Schwierigkeiten, mit denen das Berufsfeld zu kämpfen hat: „Die Berufsausbildung für Hebammen ist zunehmend akademisch geprägt. Gleichzeitig werden die Rahmenbedingungen für unsere Tätigkeit schwieriger. Darum wollen wir die Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen vor, während und nach der Geburt stärken.“ Der Fokus liegt dabei auf der umfassenden Betreuung der werdenden Mütter während der Schwangerschaft, Geburt und dem Wochenbett sowie auf gesellschaftlicher Aufklärung, der Prävention und Gesundheitsförderung für Eltern und Neugeborene.

Landkreis sieht sich vor gesellschaftlichen Herausforderungen

Außerdem sind weniger Hebammen im Landkreis freiberuflich tätig. Der demografische Wandel verschärft diese Situation zusätzlich. „Das hat nicht nur weniger freiberufliche Hebammen zur Folge, die schwangere Personen vor Ort betreuen können, sondern führt auch zu einem Verlust von Wissen und Erfahrung“, erklärt Sachgebietsleiter Rolf Reul.

Für eine möglichst gute Versorgung werdender Eltern braucht es eine gute Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen. Das gilt für den unauffälligen Schwangerschaftsverlauf genauso wie für Schwangere mit medizinischen, psychischen oder sozialen Problemlagen.

Hebammen tragen enorm viel Verantwortung

„Gerade in solchen Fällen zeigt sich, dass eine Hebamme für ein komplexes Aufgabengebiet zuständig ist. In der Schwangeren- und Wochenbettbetreuung, jedoch besonders bei den Geburten müssen wir schnell Entscheidungen treffen, um Risiken zu minimieren, Gefahren abzuwenden und Gesundheit zu erhalten. Gerade in diesen Situationen müssen Hebammen auf eine gut vernetzte Struktur zurückgreifen können“, umreißt Elisabeth Hofmann das breite Verantwortungsfeld.

Sie erhofft sich neue Impulse bei der Zusammenarbeit der verschiedenen Schnittstellen rund um die Geburt. „Mit unserer Kooperationsvereinbarung werden wir deswegen die bestehenden Versorgungsstrukturen im Landkreis weiter verbessern, damit auch bei schwierigen Geburten die bestmögliche Behandlung für Mutter und Kind gewährleistet ist“, ergänzt Ide.

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