Veröffentlicht am: 15.09.2026|Kategorien: Gesundheit|

„KlimaStark“ stärkt Alleinerziehende gegen Hitze

THM und Gesundheitsamt Gießen erarbeiten Workshops

Hitzewellen stellen viele Menschen vor Herausforderungen – für Alleinerziehende sind sie oft eine besondere Belastung. Wer Kinderbetreuung, Beruf und Alltag allein organisiert, hat wenige Ressourcen, um auf zusätzliche gesundheitliche Belastungen zu reagieren. Das Projekt „KlimaStark – Gesundheit, Resilienz und Klimaanpassung für Alleinerziehende“ will alleinerziehende Eltern stärken. Umgesetzt wird es vom Willy Robert Pitzer-Institut für Versorgungsforschung und Rehabilitation des Fachbereichs Gesundheit der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) gemeinsam mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Gießen.

Ziel von „KlimaStark“ ist es, die klimabezogene Gesundheitskompetenz von Alleinerziehenden im Landkreis Gießen zu stärken und sie dabei zu unterstützen, sich und ihre Kinder besser vor gesundheitlichen Folgen des Klimawandels zu schützen. Gleichzeitig sollen kommunale Strukturen weiterentwickelt werden, damit die Bedürfnisse von alleinerziehenden Eltern zukünftig stärker berücksichtigt werden.

Rund 20 Prozent der Eltern in Deutschland sind laut Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend alleinerziehend. Studien zeigen, dass Alleinerziehende häufiger gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt sind als andere Familienformen. Hinzu kommen oft finanzielle Sorgen, ein hoher organisatorischer Aufwand und begrenzte Ressourcen. Extreme Hitze oder eine schlechte Luftqualität verschärfen diese Herausforderungen zusätzlich. Dennoch fehlt es derzeit an kommunalen Angeboten, die an die Lebensrealität Alleinerziehender angepasst ist und Klimaanpassung und Gesundheitsförderung miteinander verbinden.

Das zweijährige Projekt unterstützt Alleinerziehende dabei, mit klimabedingten Belastungen gesund, kompetent und alltagsnah umzugehen. Im ersten Projektjahr ermitteln die Projektpartner gemeinsam mit Alleinerziehenden und kommunalen Akteurinnen und Akteuren, welche Belastungen im Alltag besonders relevant sind, und welche Unterstützung benötigt wird.

Auf dieser Grundlage entstehen Workshops, die Themen wie den gesundheitsförderlichen Umgang mit Hitze, Ernährung, Bewegung sowie Stress- und Ressourcenmanagement aufgreifen. Gleichzeitig werden Fachkräfte aus kommunalen Einrichtungen geschult, damit die Angebote langfristig vor Ort verankert werden.

Anschließend werden die Erkenntnisse wissenschaftlich ausgewertet und weiterentwickelt. Im zweiten Jahr des Projekts werden die Angebote in verschiedenen kommunalen Einrichtungen eingesetzt. Abschließend sollen die Angebote in bestehende Strukturen eingebunden werden.

„KlimaStark“ verbindet Gesundheitsförderung, Klimaanpassung und soziale Teilhabe. Im Rahmen der Förderrichtlinie „Klima und Gesundheit“ des ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen wird das Projekt mit rund 47.000 Euro gefördert.

Über den folgenden Link ist die Teilnahme an der Bedarfserhebung für Alleinerziehende möglich: https://www.soscisurvey.de/KlimaStark2026/. Die Ergebnisse dieser Befragung tragen dazu bei, die im Projekt entwickelten Angebote möglichst passgenau auf die Lebensrealitäten alleinerziehender Eltern abzustimmen.

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