Rekord-Hitze verursacht deutliche Zunahme von Rettungsdienstfahrten
Dankeschön an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ehrenamtliche Unterstützungskomponente des DRK
Die enorme Hitze der vergangenen Tage hat auch für Rettungsdienst und Leitstelle im Landkreis Gießen eine zusätzliche Belastung verursacht. Mehrfach wurde in den vergangenen Tagen zusätzlich zum regulären Rettungsdienst die ehrenamtliche Unterstützungskomponente des Deutschen Roten Kreuzes alarmiert und eingesetzt.
Üblicherweise kommt es im Durchschnitt im Landkreis Gießen täglich zu etwa 140 Einsätzen des Rettungsdienstes. Allein bis vergangenen Freitagmorgen verzeichnete die Leitstelle aufgrund hitzebedingter medizinischer Notfälle etwa 15 Prozent Einsätze pro Tag zusätzlich. Am Samstag erfolgten 37 von insgesamt 152 Rettungsdiensteinsätzen hitzebedingt, am gestrigen Sonntag 31 von 141 Einsätzen.
Nach einer ersten Auswertung der Ärztlichen Leitung Rettungsdienst gab es allein bis zum vergangenen Donnerstag ca. 30 Prozent mehr Rettungsdiensteinsätze aufgrund von Synkopen (das heißt: Menschen kollabierten bzw. erlitten eine Ohnmacht) und 71 Prozent mehr aufgrund von Exsikkosen (Zustand von starkem Flüssigkeitsmangel) als im Vergleichszeitraum im Juni des vergangenen Jahres.
„Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rettungsdienst, die bei Temperaturen um die 40 Grad im Einsatz waren, gilt ein großes Dankeschön“, sagte Landrätin Anita Schneider. Dieser Dank gelte umso mehr den ehrenamtlich Aktiven der Unterstützungskomponente für deren Engagement zur Entlastung. Eine weitere Auswertung der Daten durch die Ärztliche Leitung Rettungsdienst zur Empfehlung von Maßnahmen sei unbedingt erforderlich.
Bereits 2023 hatten die Ärztliche Leitung Rettungsdienst sowie das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen mit wissenschaftlicher Beratung den Zusammenhang von Hitzewellen und Rettungsdienst-Einsätzen untersucht und einen deutlichen Zusammenhang zu einer steigenden Zahl medizinischer Notfälle belegt. Eine besondere Rolle spielt dabei hohe Luftfeuchtigkeit, die zu starkem Schwitzen und damit zusätzlichem Flüssigkeitsverlust führen kann.
Daher ist in solchen Situationen ausreichendes Trinken nötig – am besten Wasser, verdünnte Fruchtsäfte, Kräuter- und Früchtetees. Direkte Sonne sollte vermieden, körperliche Belastung in Morgen- und Abendstunden verlegt werden. „Vor allem ältere, pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen sind gefährdet“, sagt Kreis-Gesundheitsdezernent Frank Ide. Er appelliert zudem, alleinlebende ältere Menschen in der Umgebung und Nachbarschaft in solchen Hitzelagen nicht allein zu lassen: „Fragen Sie in solchen Situationen nach dem Befinden und bieten Sie Hilfe und Unterstützung an.“
