Bundesweite Auszeichnung für Landkreis Gießen
Interkommunales Cybersicherheitsprojekt belegt dritten Platz
Mit dem InfoSec Impact Award zeichnet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und das Netzwerk für die öffentliche Verwaltung NExT e.V. innovative IT-Sicherheitslösungen in der öffentlichen Verwaltung aus. Prämiert werden Lösungen, die Defizite in der Informationssicherheit wirksam beheben, nachhaltig wirken und für andere Behörden eine Vorbildfunktion ausstrahlen. In diesem Jahr hat sich die unabhängige Jury mit dem dritten Platz für das interkommunale Cybersicherheitsprojekt des Landkreises Gießen entschieden.
„Cybersicherheit in der öffentlichen Verwaltung ist mit Blick auf die zunehmende Bedrohungslage durch Cyberangriffe ein wichtiges Thema, dem wir uns als Landkreis gemeinsam mit unseren 18 kreisangehörigen Kommunen annehmen“, sagt Christopher Lipp, zuständiger Dezernent für die Informationssicherheit des Kreises. „Neben technischen Lösungen zur Absicherung geht es vor allem um die Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“ Dem Informationssicherheits-Team der Kreisverwaltung gratulierte er während der Preisverleihung in Berlin zur verdienten Auszeichnung und bedankte sich für die engagierte Arbeit.
Cyberangriffe treffen längst nicht mehr nur große Unternehmen oder Bundesbehörden. Auch Städte, Gemeinden und Landkreise geraten zunehmend ins Visier von Kriminellen. Besonders kleinere Kommunen stehen dabei vor einem Problem: Sie müssen ihre IT-Systeme schützen, haben dafür aber oft nur begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen. Im Landkreis Gießen ist daraus das interkommunale Cybersicherheitsprojekt entstanden.
„Statt jede Kommune für sich arbeiten zu lassen, haben wir einen gemeinsamen Weg eingeschlagen“, erklärt David Pöhlmann, Informationssicherheitsbeauftragter des Landkreises. „Anlass war auch die wachsende Zahl von Angriffen auf Kommunalverwaltungen. Besonders Verschlüsselungsangriffe haben deutlich gemacht, wie wichtig gemeinsame Präventions-, Schulungs- und Unterstützungsangebote sind.“
Kern des Projekts sind folglich gemeinsame Schulungen, regelmäßige Phishing-Kampagnen und der Austausch zwischen den Kommunen. Besonderen Wert legt das Team um Projektleiter Marco Konrad auf Praxisnähe: „Die Phishing-Kampagnen werden eigens entwickelt und auf die Arbeitsrealität von Verwaltungen zugeschnitten. So lernen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur theoretisch, worauf sie achten müssen, sondern erleben typische Angriffsszenarien im Alltag.“

