Wenn ein altes Denkmal zum modernen Schmuckstück wird
Jonathan Goll saniert Fachwerk-Hofreite in Eberstadt
Im Ortskern von Lich-Eberstadt schafft Jonathan Goll ein Schmuckstück: Vor fünf Jahren kaufte er eine denkmalgeschützte Hofreite, die heute kaum wiederzuerkennen ist, weil er das Gebäude unter modernen energetischen Aspekten und mit viel Liebe zum historischen Detail saniert. Nun hat das Wohnhaus neben einem neu eingedeckten Dach auch wieder ein Fassadenbild, welches dem historischen Bestand nachempfunden ist.
„Was hier entsteht, ist fantastisch“, sagte der Dezernent für Denkmalschutz im Landkreis Gießen, Christian Zuckermann, voller Anerkennung. Die Sanierung dieser großen, denkmalgeschützten Hofreite trage dazu bei, das historische Ortsbild von Lich-Eberstadt zu erhalten. Zudem suche der vorbildliche Einsatz des Bauherrn seines Gleichen, weil viele der notwendigen Reparaturen und Sanierungen in Eigenleistung erbracht werden und Jonathan Goll sich dafür Fachwissen angeeignet habe.
„Das Engagement für den Erhalt solch beeindruckender Hofreiten schätzen wir besonders hoch ein“, sagte Zuckermann. Er war gemeinsam mit der Vorsitzenden des Denkmalbeirats, Susanne Gerschlauer, vor Ort und ließ sich das Vorhaben erläutern, weil der Landkreis die Sanierung finanziell fördert. Bisher hat Familie Goll für ihr denkmalgeschütztes Haus 5000 Euro Fördermittel vom Landkreis Gießen erhalten.
Denkmalbeirat entscheidet über 50.000 Euro Fördergeld jährlich
Der Denkmalbeirat des Landkreises Gießen berät und beschließt über die jährlichen Zuschüsse für vorbildliche Instandsetzungen und Sanierungen an denkmalgeschützten Objekten. Im vergangenen Jahr wurden 19 private Vorhaben bezuschusst sowie ein öffentliches Objekt, wofür insgesamt 50.000 Euro Fördermittel aufgewendet wurden.
Mit den Förderungen sollen Eigentümer:innen, Fördervereine und Initiativen unterstützt und ihre oft enormen Leistungen für den Erhalt und die denkmalgerechte Instandsetzung von Baudenkmälern gewürdigt werden. Denn ein historisches Baudenkmal fachgerecht zu sanieren, sei für viele Bauleute eine große Herausforderung, erklärt Expertin Gerschlauer: Die Arbeiten sind aufwendig und kleinteilig, es muss geeignetes Material verbaut werden, was wiederum geeignete Techniken voraussetzt. Zudem soll das historische Erscheinungsbild des Gebäudes gewahrt bleiben und zugleich mit den persönlichen Wünschen der Bauleute in Einklang gebracht werden.
Denkmal-Sanierungen müssen gut geplant und eng begleitet werden
„Hierfür bedarf es oft persönlicher Vororttermine, Beratungsgespräche mit den Mitarbeiterinnen der Unteren Denkmalschutzbehörde und stellenweise auch der Denkmalfachbehörde“, weiß Dezernent Zuckermann. Nicht selten müsse während des Bauprozesses nochmals umgeplant werden, so dass eine intensive Begleitung der meisten Vorhaben sinnvoll sei.
Er sprach neben dem Dank an alle bauwilligen Denkmal-Förderer deswegen auch seine Anerkennung an die Mitarbeiterinnen der Unteren Dankmalbehörde beim Landkreis Gießen aus, die sich stets um fachliche Beratung auf Augenhöhe mit den Bauleuten bemühen.

