Christian Zuckermann mit den Hauseigentümern vor dem Gebäude
Veröffentlicht am: 27.06.2025|Kategorien: Bauen|

Klimageld spart 2200 Tonnen CO₂ ein

Förderprogramm des Landkreises Gießen unterstützt bei energetischer Sanierung

Ein Haus aus dem Jahr 1860: 292 Quadratmeter auf drei Vollgeschossen, sichtlich in die Jahre gekommen, komplett sanierungsbedürftig. Lina Walz und Johannes Feyh haben sich der Herausforderung gestellt und im Oktober 2022 ihr Eigenheim gekauft. Die umfangreiche energetische Sanierung hat der Landkreis Gießen mit knapp 21.000 Euro gefördert.

Foto des Gebäudes vor der Sanierung.

Damit ist das Gebäude von Lina Walz und Johannes Feyh eines von insgesamt 486 Objekten, die seit der Einführung des Klimageldes bezuschusst wurden. Teils konnten die Eigentümer gleich mehrere Maßnahmen geltend machen – so auch das junge Paar, das Weihnachten 2023 im neuen Zuhause in Lich eingezogen ist.

Wärmepumpe und Photovoltaik statt Gasheizung, neue Fenster, eine neue Haustür und Dämmung von Dach, Fassade, Keller- und Geschossdecke – hochgerechnet 14 Tonnen CO₂ werden dadurch jährlich an dem Gebäude eingespart. „Damit haben Lina Walz und Johannes Feyh die Möglichkeiten des Klimageldes des Landkreises Gießen nahezu voll ausgeschöpft“, bilanzierte Klimaschutzdezernent Christian Zuckermann bei einem Besuch in Lich.

An dem Gebäude war in den vergangenen 30 Jahren nur wenig passiert – eine Tatsache, die auf viele Objekte zutrifft, deren Eigentümer einen Antrag beim Landkreis stellen: „Uns ist es ein großes Anliegen, die Menschen zu unterstützen, die dafür Sorge tragen, dass ihr Haus weniger Wärme verliert. Ungedämmte Wände und alte Fenster sorgen in Kombination mit einer veralteten Heizung für einen unnötig hohen Energieverbrauch und entsprechend hohe Kosten“, schildert Zuckermann weiter.

Lina Walz kann das bestätigen: „Vor der Sanierung mussten wir uns im Haus warm anziehen; es hat überall gezogen und war gerade im Winter ungemütlich kalt.“ All das ist inzwischen Geschichte: „Die Sanierung war aufwendig und teuer, gerade in Zeiten der Inflation. Viele Kosten haben sich verdoppelt. Dennoch sind wir überzeugt, dass wir alles richtig gemacht haben. Jetzt haben wir ein angenehmes Raumklima, ohne die Heizung voll aufdrehen zu müssen. Das wird sich auszahlen“, schildert Johannes Feyh.

Höhe des Klimageldes orientiert sich an eingespartem CO

Auf das Klimageld des Landkreises sind sie durch einen Bekannten aufmerksam geworden, der in der Zeitung darüber gelesen hatte. „Über den Klimageldrechner des Landkreises haben wir dann den Antrag für gleich mehrere Maßnahmen gestellt und im November 2023 die Förderzusage erhalten“, sagt Feyh weiter.

Insgesamt hat das paar rund 400.000 Euro allein in die energetische Sanierung gesteckt und dafür neben dem Klimageld eine Förderung der KfW-Bank erhalten – Geld, das sie in Zeiten horrender Kostensteigerungen und manch ungeahnter Überraschung hinter dem Putz gut gebrauchen konnten.

Mit rund 21.000 Euro Klimageld zählen Lina Walz und Johannes Feyh zu denjenigen, die vom Klimageld besonders profitieren. Denn je nach Maßnahme fallen die Förderungen ganz unterschiedlich aus und richten sich nach den errechneten CO₂-Einsparungen. Pro vermiedener Tonne Kohlendioxid zahlt der Landkreis 65 Euro. Auf diese Weise wurden die bisher eingegangenen Anträge mit einer Summe von 2,9 Millionen Euro gefördert und der CO₂-Ausstoß an den knapp 500 Objekten um rund 2200 Tonnen reduziert.

Auch in diesem Jahr ist bereits eine Vielzahl an Anträgen beim Landkreis eingegangen, sodass die bereitgestellten Haushaltsmittel inzwischen erschöpft sind. Im kommenden Jahr soll es aber weitergehen, denn: „Wir freuen uns über jede Baumaßnahme, die wir unterstützen können“, sagt Klimaschutzdezernent Zuckermann, „das Klimageld ist ein attraktives Förderprogramm, von dem letztlich alle profitieren.“

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