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Zufallsbild aus dem Landkreis Giessen

Bild von Master-Plan Manager Björn KühnlEin Jahr lang wird am Riversplatz intensiv an einer Strategie gearbeitet, wie bis 2050 der Treibhausgasausstoß um 95 Prozent gesenkt und der Energieverbrauch gegenüber 1990 halbiert werden kann. Seitdem unterstützt das Bundesumweltministerium den Landkreis Gießen im Rahmen der Exzellenzförderung „Masterplan 100% Klimaschutz“. Der Mann, der das Projekt steuert, ist Masterplan-Manager Björn Kühnl. Er trägt dafür Sorge, dass in der vierjährigen Projektlaufzeit in als auch außerhalb der Verwaltung Strukturen geschaffen werden, die den Klimaschutz in der Kommune nachhaltig voranbringen. Nach dem ersten Jahr blickt er kurz zurück, vor allem aber nach vorn.


„Wir sollten jetzt die Chance ergreifen, Veränderungen anzustoßen. Je länger wir warten, desto schwieriger und teurer wird es, die ambitionierten Ziele des Bundes zu erreichen“, erläutert der studierte Umweltmanager und Agrarökonom seine persönliche Überzeugung. Der Landkreis Gießen hat das Potenzial, das Thema Klimaschutz grundlegend aufzurollen. Nach einer umfangreichen Ausschreibung hatte er den Zuschlag als Klimaschutz-Masterplan-Kommune erhalten. Lediglich 22 Kommunen gibt es bundesweit, die vom Bundesumweltministerium vier Jahre lang gefördert werden. Der Landkreis Gießen ist in der aktuellen, zweiten Förderperiode die einzige hessische Kommune.


„Das Masterplan-Projekt gibt uns die Möglichkeit, den Landkreis umfassend zu untersuchen und die Weichen für eine nachhaltige und zukunftsgewandte Entwicklung zu stellen“, führt Kühnl weiter aus. Um bis 2050 das gesteckte Ziel – nämlich: Treibhausgasausstoß minus 95 Prozent und Energieverbrauch minus 50 Prozent – erreichen zu können, wird nach einer Bestandsaufnahme im Kreisgebiet und in der Stadt Gießen nun an dem eigentlichen Masterplan gearbeitet. Im Herbst wird er fertiggestellt sein und der Öffentlichkeit vorgestellt. „Ich freue mich darauf, erste Projekte umzusetzen, die wir jetzt gerade auf Grundlage der gesammelten Informationen planen“, sagt Björn Kühnl.

 

Klimaschutz schon seit 2011 wichtiges Thema


Bei der Datenauswertung hat sich etwa herausgestellt, dass der Verkehr nach der Wärmeversorgung der Gebäude der zweitgrößte Energieverbraucher ist. „Wir haben nun erste Erkenntnisse zum Mobilitätsverhalten vorliegen und werden hier einen Schwerpunkt legen.“ Der zweite Schwerpunkt wird dem Gebäudesektor gelten. Über drei Viertel (78 Prozent) der Gebäude im Landkreis sind älter als 30 Jahre. Viele besitzen eine genauso alte Heizanlage, die ineffizient arbeitet.


„Der Masterplan setzt sich aber nicht nur mit der Umsetzung technischer Maßnahmen auseinander, sondern genauso mit dem gesellschaftlichen Miteinander und einer Verbesserung der Lebensqualität, z.B. durch Maßnahmen wie Car Sharing und Reparieren statt wegwerfen“, betont der Björn Kühnl. Hier habe er die Möglichkeit, mit vielen interessanten Personen oder Initiativen und Verbänden zu sprechen und die Ideen der Bevölkerung mit in den Prozess einfließen zu lassen. „Wir hatten bisher zahlreiche öffentliche Veranstaltungen sowie Arbeitstreffen mit Fachgruppen. Aus denen konnte ich bereits viele interessante und neue Ansätze mitnehmen.“


Klimaschutz im Landkreis Gießen begann allerdings nicht erst vor einem Jahr mit dem Masterplan. 2011 richtete der Landkreis Gießen auf einstimmigen Beschluss des Kreistages ein neues Sachgebiet „Regionale Energiepolitik“ ein und stattete diese mit einer Personalstelle aus. Hinzu kam der Energiebeirat Landkreis Gießen als neues, beratendes Gremium des Kreises. Die Mitglieder aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und den relevanten Verbänden und Institutionen begleiten den Prozess.


Klimaschutz wird im Landkreis als fachübergreifendes Querschnittsthema angesehen. „Klimaschutz ist ein wichtiger Aspekt der Kreisentwicklung. Ziel ist es, eine hohe Lebensqualität im gesamten Kreisgebiet zu erlangen. Und dazu gehört auch eine gesicherte Versorgung mit bezahlbarer Energie“, sagt Landrätin Anita Schneider. Mit der komplexen Aufgabe steht Björn Kühnl nicht alleine dar. Eingebunden in das Sachgebiet Regionale Energiepolitik wird er von Sonja Minke und Klimaschutzmanager Ludwig Danzeisen unterstützt.

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