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Keine Angst vor denkmalgeschützten Häusern!

Denkmalschutz Poster Oktober 2011

Experten geben am 28. und 29. Oktober in Lollar Ratschläge und praktische Tipps.

 

Landkreis Gießen. Obwohl ein denkmalgeschütztes Wohnhaus ein wahrer Schatz ist, sehen doch einige Eigentümer ihren kostbaren Besitz eher als Last. Sie sind unsicher, wenn es sich um denkmalgerechte Sanierungsmöglichkeiten, Hilfen bei der Finanzierung und ihre Pflichten als Besitzer dreht. Damit sich das ändert, lädt der Landkreis Gießen am 28. und 29. Oktober zu einer Denkmalschutztagung ein, bei der alle Fragen zu diesem Thema geklärt werden sollen. Sie findet ganztägig in der Clemens-Brentano-Europaschule in Lollar statt.

 

Mit Hintergrundwissen und praktischen Lösungen wollen Experten Betroffene aufklären und Lust auf ein Leben im Denkmal wecken. Denn die Möglichkeiten sind vielfältig und Unterstützung gibt es von vielen Seiten. Zwölf Referenten, darunter Vertreter der Unteren Denkmalschutzbehörde sowie des Landesamts für Denkmalpflege samt des Präsidenten, erklären, wie Denkmalschutz überhaupt funktioniert, was geschützt ist und welche Rechte und Pflichten die Eigentümer haben und wo sie Hilfe finden.

 

Fachvorträge, in denen praktische Beispiele erläutert werden, ergänzen das Programm. So berichtet neben beteiligten Architekten auch Wolfgang Wagner von seinen Erfahrungen, er saniert gerade das älteste Haus in Hungen. Auch Jens Kauer, der für die Instandsetzung seines Fachwerkhauses mit dem hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnet wurde, wird Rede und Antwort stehen und verdeutlichen, dass es Spaß machen kann, ein Wohn-Denkmal fachgerecht zu modernisieren.

 

Über Möglichkeiten der finanziellen Förderung wird der Justitiar des Landesamtes für Denkmalpflege informieren. Inwieweit außerdem der Bereich der Dorferneuerung und Stadtsanierung bei einem Denkmal-Projekt behilflich sein kann, erklärt Architektin Anita Broghammer-Conrads. Da Fachwerkgebäude einen Großteil der Denkmäler im Landkreis Gießen ausmachen, wird während der Denkmalschutztagung auf den Fachwerk besonders intensiv eingegangen. Architekt Jürgen Rust und Udo Sartorius als Spezialist für Lehmfachwerk sind hierbei die Experten.

 

Auch die energetische Ertüchtigung dieser Gebäude soll ein Themenschwerpunkt sein, über den unter anderem Ingenieur Hinderk Hillebrands von der Initiative „Gießener Gebäudepass“ referieren wird. Gerwin Stein von der Beratungsstelle für Handwerk und Denkmalpflege der Propstei Johannesberg Fulda berichtet über geeignete Materialien für Dämmung und Anstriche an Fachwerkbauten.

 

Aber auch der Steinbau und die Sanierung von Natursteinmauern werden an diesen Tagen nicht zu kurz kommen. Diesen Bereich stellt Hans-Albrecht Riek vor, dessen Firma sich seit Jahren der Sanierung von Kloster Arnsburg verschieben hat.

 

Neben den informativen Vorträgen werden auch zahlreiche Handwerker und Händler vor Ort sein, und kompetent Auskunft geben. Als Partner der Veranstaltung ist die Kreishandwerkerschaft mit mehreren Gewerken vertreten. Mit Rat und Tat stehen die Profis und Aussteller den Besuchern zur Seite und stellen ihre Arbeiten und Baustoffe vor.

 

Zudem beteiligt sich die Clemens-Brentano-Europaschule Lollar bei der Denkmalschutztagung auch inhaltlich. Schüler stehen zum einen den Handwerkern als Praktikanten zur Seite, zum anderen stellen sie ihre Arbeitsergebnisse zum Thema Denkmal vor. Denn seit Wochen bereiten sich mehrere Jahrgangsstufen im Unterricht auf die Veranstaltung in der Schule vor, intensiv haben sie sich mit geschichtsträchtigen Gebäuden und altem Handwerk auseinandergesetzt.