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Sozialarbeit kommt ab Herbst an erste Grundschulen

Sozialarbeit an Schulen Laubach

Bildunterschrift:
Erfolgreiches Pilotprojekt geht in den Regelbetrieb: Die 15 Stellen für Sozialarbeiter wie Manfred Purr (rechts), an allen seinen Gesamt- und Förderschulen hat der Landkreis jetzt entfristet. Vier weitere Stellen kommen im Herbst neu hinzu, drei davon erstmals für Sozialarbeit an Grundschulen. Über diese hessenweite Vorreiterrolle freut sich der Jugend- und Sozialdezernent des Kreises, Dirk Oßwald (2.v.l.), ebenso wie die Schulleiter, die beauftragten Freien Träger und die Bürgermeister - hier anlässlich eines Fachgesprächs an der Friedrich-Magnus-Gesamtschule Laubach vertreten durch Schulleiter Wolfgang Hölzer (links), Bürgermeister Peter Klug (Mitte) und Ralf Finthammer vom Internationalen Bund.

Oßwald: Modellprojekt an allen Gesamt- und Förderschulen geht in Dauerbetrieb – drei neue Sozialarbeiter für die ersten acht Grundschulen – Kommunen werden enger einbezogen

 

Nach dem Haushaltsbeschluss des Kreistages am Montag steht es fest: „Die Sozialarbeit an allen Gesamt- und Förderschulen im Landkreis kann nach Ende des zweijährigen Modellprojektes über den 31. Juli 2011 hinaus dauerhaft fortgesetzt werden. Nach den guten Erfahrungen der letzten Jahre hat der Kreisausschuss beschlossen, die Verträge mit Caritas, Diakonischem Werk, Arbeiterwohlfahrt (AWO) und Internationalem Bund ab dem 01. August 2011 zu entfristen, um eine kontinuierliche Arbeit an den 15 Schulen zu gewährleisten“, teilte Dirk Oßwald, Jugend- und Sozialdezernent des Kreises, jetzt mit.

 

Gleichzeitig startet die Sozialarbeit mit der Ausweitung auf acht ausgewählte Grundschulen in eine neue Phase. „Damit nehmen wir - wie 2008/9 bei den weiterführenden Schulen – erneut eine Vorreiterrolle in Hessen ein, denn bereits im Grundschulalter ist es wichtig, die Kinder in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung zu unterstützen, zu begleiten, zu fördern und präventive Prozesse anzustoßen“, betonten Oßwald und Fachdienstleiter Matthias Spangenberg, der das Projekt in der Kreisverwaltung federführend bearbeitet.

 

Für die Träger AWO Perspektiven gGmbH, Caritasverband Gießen, Diakonischen Werk Gießen und dem Internationalen Bund und deren angestellte Sozialarbeiter bedeutet der Abschluss der neuen, unbefristeten Verträge eine verbesserte Planungssicherheit, was dauerhaft zu einem Qualitätsgewinn führt. Im Gegenzug sichert sich der Landkreis ein Mitspracherecht nicht nur über die Ausgestaltung der von den Trägern zu erbringenden Leistungen, sondern kann die tatsächliche Leistungserbringung auch besser kontrollieren und steuern.

 

Neu ist außerdem, dass die Kommunen ab jetzt stärker ins Boot geholt werden: „Wir werden im Dauerbetrieb ein verbindliches, schriftlich fixiertes Netzwerk zwischen Landkreis, Schule, freier Trägern und Kommune zur Unterstützung und Förderung der Lebenssituation von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien knüpfen“, machte  Oßwald deutlich. Die ersten Gespräche mit Bürgermeistern dazu haben bereits stattgefunden und verliefen durchweg positiv: „Man sieht durch die Bank die positive Wirkung der Sozialarbeit an Schulen in den Städten und Gemeinden und ist bereit, die eigene Kinder- und Jugendarbeit eng damit zu verzahnen“, ergänzte Spangenberg.

 

2008 und 2009 führte der Landkreis Gießen als einer der ersten Kreise in Hessen flächendeckend und auf eigene Kosten die Sozialarbeit an allen 15 Gesamt- und Förderschulen im Kreisgebiet ein. Gerade als Bindeglied zwischen Schule und Jugendhilfe erweist sich die Sozialarbeit als gute Ergänzung für die erzieherische und bildende Arbeit der Schule. Ziel der Sozialarbeit an Schulen ist es, Probleme im Bereich der Jugendhilfe frühzeitig zu erkennen und folgenschwere (und für den Kreis teure) Folgen wie Erziehungshilfen, Heimaufenthalte oder gar Straftaten zu vermeiden.