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Energiesteckbriefe für Gebäude im Kreis

Landkreis Gießen erstellt Wärmekataster – Stadt Staufenberg als Musterkommune für flächendeckende Untersuchung des Gebäudebestandes ausgewählt


Landkreis Gießen. Wie viel Energie wird im Landkreis Gießen zum Heizen verbraucht? Aus welchen Quellen wird sie gewonnen? Und wo liegen Einsparpotenziale? – Wichtige Fragen im Zuge der sogenannten Energiewende – beantworten kann sie derzeit niemand.

 

Belastbare Daten zum Wärmebedarf existieren nur für kleinräumige Gebiete des Kreises Gießen. Hier will der Landkreis Gießen für Abhilfe sorgen. Ein flächendeckendes Wärmekataster soll die für die Energiewende zentralen Fragen des Wärmebedarfs beantworten. Deshalb hat die Wirtschaftsförderung des Landkreises Gießen das renommierte Darmstädter Institut für Wohnen und Umwelt mit der energetischen Untersuchung des Gebäudebestandes in einer Modellkommune des Landkreises Gießen beauftragt. Die dort ermittelten Daten sollen dann auf weitere Kommunen im Landkreis übertragbar sein.

 

„Wir erhoffen uns aus den Untersuchungen verlässliche Aussagen darüber, in welchem Maße Wärmeenergie eingespart werden kann“, begründet Landrätin Anita Schneider den Untersuchungsauftrag. „Die Einsparpotenziale erstrecken sich von gezielten energetischen Sanierungsmaßnahmen bis hin zur Nahwärmeversorgung durch effiziente Kraft-Wärme-Kopplung.“ Für die Planung einer Nahwärmeversorgung reicht es nicht aus, den Energieverbrauch einzelner Häuser zu kennen. Vielmehr ist dafür die Kenntnis der Heizenergiebedarfe aller Gebäude in einer Straße oder einem Quartier erforderlich, ebenso muss man auch die Art und das Alter der Heizungsanlagen kennen. Denn wer erst vor kurzem seine Heizungsanlage modernisiert hat, wird sein Haus kaum an ein Nahwärmenetz anschließen lassen.

 

Mit dem Darmstädter Institut hat der Landkreis Gießen für die anstehende Untersuchung einen Partner verpflichtet, der seit mehr als 40 Jahren auf die energetische Bewertung von Gebäuden bis hin zu kompletten Städten spezialisiert ist. Unter anderem hat das Institut für den Hessischen Energiepass die Gebäude-Referenzdaten ermittelt.

 

Als Modellkommune hat die Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Tourismus, Kreisentwicklung der Kreisverwaltung die Stadt Staufenberg ausgewählt – und dies keinesfalls zufällig. Zum einen bildet die Stadt Staufenberg hinsichtlich der Wohngebäude die Struktur der Kommunen im Landkreis Gießen sehr gut ab, da hier die regionaltypischen Gebäudearten und Altersklassen ebenso vorfindbar sind wie klassische dörfliche und eher kleinstädtische Bebauungsstrukturen. Zum anderen gibt es kleine Nahwärmenetze, die reale Verbrauchsdaten liefern.
 
Mit der Untersuchung vor Ort vertieft und ergänzt der Landkreis Gießen sein Klimaschutzkonzept mit dem Ziel, auf Basis der vor Ort ermittelten Daten verlässlichere Aussagen zur nachhaltigen Energieversorgung im Landkreis für die kommenden Jahrzehnte treffen zu können. 

 

Bürgermeister Peter Gefeller zeigte sich erfreut, dass die Stadt Staufenberg als Modellkommunen ausgewählt wurde. „Für uns“, so Gefeller, „kommt die Untersuchung gerade zur rechten Zeit. Denn Staufenberg möchte im Rahmen der Dorferneuerung in den Ortsteilen umweltfreundliche Konzepte zur Wärmeversorgung voranbringen.“ Für die Bürgerinnen und Bürger Staufenbergs lohne sich die Untersuchung allemal. „Für jeden Gebäudetyp soll ein Energiesteckbrief erstellt werden“, erklärt Gefeller. „Damit hat jeder Hausbesitzer wertvolle Daten in der Hand, die er sich sonst teuer erkaufen müsste.“

 

Bereits im ersten Quartal 2013 sollen die Ergebnisse vorliegen. Der Landkreis Gießen und die Stadt Staufenberg werden diese dann gemeinsam öffentlich vorstellen.

 

Weitere Informationen: Landkreis Gießen, Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Tourismus, Kreisentwicklung, Gabriele Gotthardt (0641 9390-1767, wirtschaft@lkgi.de).