Tierschutzkontrollen zeigen auch 2009 Mängel auf
Amt für Veterinärwesen und Verbrauchschutz bei Tiertransporten und Tierbörsen im Einsatz – bei 250 Kontrollen massive Mankos festgestellt – Fricke: Tiere haben Recht auf artgerechten Umgang
Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz beim Landkreis Gießen hat 2009 bei rund 250 Kontrollen überprüft, ob die gesetzlichen Bestimmungen zum Tierschutz entsprechend dem Bundestierschutzgesetz und den Tierhalteverordnungen eingehalten wurden. Dabei haben die Tierärztinnen und Tierärzte des Landkreises rund 15.000 Tieren begutachtet. „Tiere haben ein Recht auf artgerechte Haltung und einen würdigen und sicheren Umgang beim Transport. Da es hier viele Regelverstöße gibt, halte ich regelmäßige und strenge Kotrollen für unumgänglich“, so der hauptamtliche Kreisbeigeordnete und Dezernent für Gesundheit, Verbraucherschutz und Veterinärwesen Siegfried Fricke.
Nach Auskunft von Dr. Bruno Scherm, Fachdienstleiter im Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen, sind 2009 bei 67 Transportkontrollen zusammen mit der Autobahnpolizei 1950 Rinder, 4000 Schweine, 3700 Stück Geflügel, acht Esel und zwei Lamas kontrolliert worden. Dabei kam es bei rund 6000 Tieren zu Beanstandungen.
Mangelhaft war die ungenügende Rückenhöhe mit einem zu geringen Abstand zum nächsten Zwischenboden im Transportfahrzeug. Fehlerhaft ausgefüllte oder nicht vorhandene Transportpapiere sowie die fehlende Befähigung zum Tiertransport sind mehrmals der Grund für Beanstandung gewesen. In 14 Fällen leiteten die zuständigen Kontrolleure ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Sieben mal ist ein Verwarnungsgeld verhängt worden. Weiterhin sind vier mündliche Verwarnungen ausgesprochen worden. Bei einem Transport war es geboten, eine Teilentladung zu veranlassen.
Bei 156 Tiertransportkontrollen, die am Zielort des Transportes durchgeführt worden sind, stellten die amtlichen Mitarbeiter 22 Verstöße fest. Dazu zählten nicht vollständig ausgefüllte Transportpapiere, nicht sachgerechter Umgang mit Tieren oder nicht artgerechte Transportbedingungen zu den festgestellten Mängeln.
Bei amtlichen Kontrollen auf Tierbörsen oder Märkten waren bei 10 durchgeführten Kontrollen 4800 Tiere das Ziel. Dabei sind 149 Verstöße gegen die Auflagen festgestellt worden. Zu den Beanstandungen zählten fehlende Rückzugmöglichkeiten, unzureichende Aufbewahrungsbehältnisse sowie mangelhaftes Futterangebot oder auch schlechte Hygienezustände.
„Es ist erschreckend, welche Bedingungen Tiere teilweise ausgesetzt sind. Schmerz und Verhaltensauffälligkeit sind meistens die Folgen. Die zuständigen Tierärztinnen und Tierärzte werden deshalb in diesem Jahr die Kontrollen sehr engagiert fortsetzten, um den Tieren unnötiges Leid zu ersparen“, so Siegfried Fricke abschließend.








