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   „Kaminholz machen – aber sicher!“

Motorsäge Zertifikate

Bildunterschrift:
Landrat Marx (links) und die anwesenden

Absolventen des Lehrgangs nach der

Übergabe der Zertifikate in den Räumen

der Kreisvolkshochschule in Lich

(Foto: Kreisverwaltung Gießen,

Dennis Pucher)

Kreisvolkshochschule bildet im Umgang mit der Motorsäge aus – Landrat Marx verlieh erste Zertifikate

 

Die ersten Absolventinnen und Absolventen des Lehrgangs „Arbeiten mit der Motorsäge“ erhielten am Donnerstag (20-12-2007) ihre Zertifikate aus den Händen von Landrat Willi Marx. Die steigenden Unfallzahlen der vergangenen Jahre hatten dazu geführt, dass ab dem kommenden Jahr eine Bescheinigung über die Teilnahme an einem Kurs zur Arbeitssicherheit im Umgang mit Kettensägen Pflicht ist.

 

In der Zeit vom 25. bis 27. Oktober wurden die 19 teilnehmenden Frauen und Männer sowohl theoretisch als auch praktisch in die Arbeit mit den motorisierten Sägen eingewiesen. Georg Brückenhaus, Programmleiter für den Bereich „Natur & Technik“ an der Kreisvolkshochschule (KVHS) und verantwortlich für die Durchführung des dreitägigen Lehrganges, erläuterte eingangs der Feierstunde gemeinsam mit Marx die Hintergründe der Gesetzesnovelle. So komme dem „Rohstoff Holz“ wegen der stetig steigenden Energiepreise generell eine immer größere Bedeutung zu. Auch bei den Bürgerinnen und Bürgern steige daher die Nachfrage nach Kaminholz und viele von ihnen entdecken die heimischen Wälder als Bezugsquellen.

 

Der Programmleiter sieht die Entwicklung mit Sorge: „Diese sogenannten Brennholzselbstwerber gehen einer sehr gefährlichen Arbeit nach. In den letzten Jahren ist bundesweit ein Anstieg von Unfällen mit der Motorsäge zu verzeichnen“.  Der Landrat wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Verunfallten und die Todesopfer in der Mehrzahl Personen ohne forstliche Berufsausbildung gewesen seien, die in ihrer Freizeit im Wald gearbeitet hätten. Gerade für diesen Personenkreis, der weder der Unfallversicherungspflicht, noch dem Arbeitsschutzgesetz unterliege, sei Aufklärung über die Gefahren im Umgang mit Kettensägen und eine solide Ausbildung besonders wichtig. Neben dem Unglück für den Menschen und seine Familie entstehe ein ungeheurer volkswirtschaftlicher Schaden durch Arbeitszeitausfälle und Versicherungskosten. „Dass die Kreisvolkshochschule einen Lehrgang zu diesem Thema anbietet, zeigt, wie ernst sie ihren Bildungsauftrag nimmt und wie umfassend ihr Angebot ist.“ Marx dankte in seinem Grußwort der Leiterin der KVHS, Dr. Marianne Ebsen-Lenz, und Programmleiter Brückenhaus für deren Einsatz in der Erwachsenenbildung. An die Teilnehmer gerichtet, sagte er: „Wenn sie heute ihre Zertifikate erhalten, dann ist das ein Beleg für ihr Wissen im Umgang mit der Kettensäge – und aus Wissen wird Können.“

 

Zeugnisse für ihre Teilnahme erhielten Achim Büttner, Bertrand Bugge, Kai-Uwe Deissmann, Jörg Engel, Albrecht Gagsch, Rainer Gromes, Seydibattal Güzel, Ingo Happel, Ömer Kusbunar, Eva Manteufel, Edgard Müller, Dieter Neese, Jens-Uwe Rau, Sascha Ruppel, Reiner Schäfer, Marcel Speer, Marcus Thiele, Earl-Stefan Tillich und Ralf Wallenfels.

 

Die zum 1. Januar greifende Gesetzesreform untersagt das Arbeiten in Staatsforsten und kommunalen Wäldern, wenn kein Nachweis über die Teilnahme an einer Schulung zur Arbeitssicherheit in der Motorsägenhandhabung, Modul 1 und 2 nach GUV – I 8624 vorhanden ist.

 

Den KVHS-Lehrgang sieht Brückenhaus unter dem Motto „Kaminholz machen - aber sicher!“. Die theoretischen Grundlagen der Schulung werden vom Feuerwehr-Kreisbrandmeister Marco Klein und den Kreisausbildern Michael Cavael und Hubert Stenzel vermittelt. Ihnen obliegt die inhaltliche Gestaltung der Fortbildung. Ihr Themenfeld reicht von Unfallverhütungsvorschriften, Sicherheitseinrichtungen an der Motorsäge, persönlicher Schutzkleidung, Fäll- und Schneidetechniken, Wartung und Pflege der Motorsäge bis zum richtigen Verhalten im Wald. Anschließend steht eine zehnstündige Praxis-Ausbildung im Lindener Forst an, in der das Erlernte umgesetzt werden soll.

 

Der nächste Lehrgang findet vom 13. bis 15. März 2008 statt. Anmeldungen nimmt Georg Brückenhaus von der Kreisvolkshochschule unter Telefonnummer 06404 – 916320 entgegen.