Xenos – Integration und Vielfalt
XENOS-Gelder werden auch im Landkreis Gießen gezielt und aktiv für mehr Demokratie und gegen Rassismus eingesetzt
Parlamentarischer Staatssekretär Helge Braun lobt die Weitsichtigkeit des Projekts
Landkreis Gießen. „Mit den XENOS-Geldern können wir im Landkreis Gießen zusätzliche Integrationsprojekte verwirklichen. Wir kümmern uns zwar bereits intensiv darum, rassistisches Gedankengut zu bekämpfen, aber die jüngsten Vorfälle rechter Gewalt verdeutlichen einmal mehr, dass noch großer Handlungs- und Aufklärungsbedarf besteht“, stellt Dirk Haas, Integrationsdezernent des Landkreises Gießen, in Aussicht und bedankte sich gleichzeitig bei einem Unterstützer: „Dass Helge Braun sich als Parlamentarischer Staatssekretär für das XENOS-Projekt stark gemacht hat, hat sicherlich auch dazu beigetragen, dass dem Landkreis Gießen jetzt in der zweiten Förderrunde rund eine Million Euro zugute kommen. Vielen Dank dafür!“
Mit einem überzeugenden Konzept ist es dem Landkreis Gießen in Zusammenarbeit mit dem Wetteraukreis und dem Amt für Lehrerbildung Frankfurt gelungen, im Rahmen des Programms „XENOS – Integration und Vielfalt“ Fördermittel in Höhe von drei Millionen Euro vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales zu erhalten. Davon sollen in der Zeit vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2014 nachhaltige Projekte ermöglicht werden, die für mehr Toleranz und gegen Rassismus und Ausgrenzung kämpfen. Besonders in den Schulen wird es Aktionen geben, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Bestehende Strukturen und Organisationen im Landkreis Gießen sollen miteinbezogen werden, so dass die durch XENOS unterstützen Vorhaben in der Breite wirken können, verspricht Haas.
Dr. Helge Braun stimmt zu und ergänzt: „Dass die Ausrichtung im Landkreis Gießen auf den Übergang zwischen Schule und Beruf gerichtet ist, ist ein hervorragender Ansatz.“
Dass ein Teil der bundesweit 130 Millionen Euro, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales für XENOS-Projekte zur Stärkung von Demokratiebewusstsein und dem Kampf gegen die Fremdenfeindlichkeit bereitgestellt hat, seinem Wahlkreis zu Gute kommt, freut ihn sehr: „So weitsichtige Projekte wie dieses unterstütze ich gerne. Es ist sehr wichtig, dass wir in Berlin solche Programme auflegen, die von den Kommunen selber aufgrund des hohen Finanzbedarfs niemals alleine geschultert werden könnten“, so Helge Braun.
Mit dem Amt für Lehrerbildung sitzt ein wichtiger Partner mit im Boot, da Lehrer als Multiplikatoren wirken und unmittelbar auf die Jugendlichen einwirken können. Bereits in der ersten Förderrunde, in welcher der Landkreis Gießen noch nicht profitiert hat, wurden hessische Lehrer in speziellen Seminaren geschult, den Heranwachsenden beispielsweise Demokratiebewusstsein und Toleranz zu vermitteln, erklärt Direktor Frank Sauerland. Auch im nächsten Jahr soll es wieder solche Fortbildungsangebote geben, wie er ergänzt. Dabei sind auch die Universität Gießen und das Lehrerbildungsseminar miteingebunden.
Dass der Landkreis Gießen von seinem südlichen Nachbarkreis lernen kann, steht auch für Aaron Löwenbein fest. Der XENOS-Projektkoordinator hat die Veranstaltungen im Rahmen des Programms im Wetteraukreis begleitet und freut sich, dass gute Beispiele jetzt auch im Landkreis Gießen ausgeweitet werden können. „Das Projekt wird erfreulicherweise auf allen Ebenen sachdienlich bearbeitet. Kommunale und bürokratische Grenzen spielen glücklicherweise kaum eine Rolle, was zeigt, dass allen Beteiligten die Sache, nämlich der Kampf gegen Rassismus, am Herzen liegt“, sagt er voller Zuversicht, jetzt in ganz Mittelhessen agieren zu können.
Auch auf Ebene der Verantwortlichen im Landkreis Gießen wird in dieser Angelegenheit dezernatsübergreifend an einem Strang gezogen. Dirk Oßwald unterstützt das Projekt als Erster Kreisbeigeordneter auf ganzer Linie. „Mit den Sozialarbeitern an Schulen, die wir seit kurzem einsetzen, schaffen wir es, Inhalte von XENOS direkt in die Schulen zu tragen“, erklärt er die Zusammenarbeit zwischen den Geschäftsbereichen innerhalb des Fachbereichs Soziales. Auch Claudia Zecher als Vorsitzende des Sozialausschusses betrachtet XENOS als gute Möglichkeit, die bereits bestehenden Bemühungen im Landkreis
Gießen weiter auszubauen und zu verknüpfen. Der Dezernent für multikulturelle Angelegenheiten, Dirk Haas, bestätigt dies und freut sich über die Unterstützung durch die Kollegen.
Jörg Glasenhardt-Freymann, XENOS Projektleiter für den Landkreis Gießen, lobt ebenfalls die gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, auch die der Kollegen in Friedberg, da man von den Erfahrungen in der ersten Förderrunde profitieren könne. Im nächsten Schritt sind die Schulen aufgerufen, ein Konzept für nachhaltig wirkende Projekte oder Arbeitsvorhaben vorzulegen, um die finanzielle Unterstützung durch XENOS zu erlangen, erklärt er.
Eine der Schulen, die im Landkreis Gießen mit neuen Projekten im Rahmen von XENOS rechnen können, ist die Willy-Brandt-Schule. Deren Direktor, Georg Wittich, freut sich, dass die Schulgemeinschaft und alle Beteiligten an der Mitgestaltung der Projekt mitarbeiten darf, sodass die Aktionen auf die Bedürfnisse zugeschnitten sind. „Hier wird nicht einfach irgendein Projekt, das sich irgendjemand ausgedacht hat, durchgeführt. Sondern hier wird gezielt am jeweiligen Bedarf orientiert Prävention geleistet“, erklärt er. Er ist zuversichtlich, dass die Schulgemeinde zielgerichtete Projekte entwickelt und so junge Menschen für ein Leben im Sinne eines friedlichen und toleranten Zusammenseins stärkt.
Auf den Fotos:
* Dr. Helge Braun,
(Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung)
* Dirk Haas
(Kreisbeigeordneter und Integrationsdezernent)
* Direktor Frank Sauerland
(Leiter des Amtes für Lehrerbildung in Frankfurt)
* Aaron Löwenbein
(XENOS-Projektkoordinator)
* Claudia Zecher
(Vorsitzende des Sozialausschusses des Landkreises Gießen)
* Georg Wittich
(Schulleiter der Willy-Brandt-Schule Gießen)
* Jörg Glasenhardt-Freymann
(Projektleiter für den Landkreis Gießen)










