Übungen und Ernstfall
Tierseuchenbekämpfung blickt auf das abgelaufene Jahr zurück: Q-Fieber, Schmallenbergvirus und diverse Übungen
Landkreis Gießen. Im Bereich Tierseuchenbekämpfung des Veterinäramtes gibt es immer wieder arbeitsreiche Höhepunkte. Im vergangen Jahr zählt dazu in erster Linie der Ausbruch von Q-Fieber in einer Schafherde, wie der jetzt vorgelegte Jahresbericht schildert. Das Geschehen beschäftigte die Mitarbeiter von April bis Oktober in hohem Maße: Der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz unterstützte dabei den Fachdienst Gesundheit fachlich und organisatorisch bei der Bekämpfung des Q-Fieber-Geschehens, gibt Dr. Stefanie Graff an. „Das war rückblickend in diesem Ausmaß bis dato für uns Neuland“, sagt sie. Erstmals trat zudem im Landkreis Gießen das Schmallenbergvirus bei Wiederkäuern auf.“ Zur Bekämpfung des Schmallenbergvirus’ steht leider noch kein Impfstoff zur Verfügung.
„Neben der akuten Bekämpfung von auftretenden Tierseuchen nehmen die Tierärzte des Landkreises auch regelmäßig an Fortbildungen und Übungen teil“, unterstreicht Erster Kreisbeigeordneter Dirk Oßwald das breite Aufgabengebiet des Fachdienstes, „schließlich müssen die Experten im Ausbruchsfall vorbereitet sein, um umsichtig und verantwortungsvoll handeln zu können.“ Aus diesem Grund stand im vergangenen Jahr das Krisenmanagement im Zusammenhang mit hoch ansteckenden Tierkrankheiten im Vordergrund der Arbeit. Dazu Stefanie Graff: „Maul- und Klauenseuche und auch die Afrikanische Schweinpest sind Gefahren, die wir nicht aus den Augen verlieren dürfen.“ In einem fachspezifischen Lehrgang des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, welcher die vor den Toren der Europäischen Union stehende Afrikanische Schweinpest zum Thema hatte, haben sich die Mitarbeiter schulen lassen. Zudem gab es, ebenfalls über das Bundesamt organisiert, eine praktische Übung, bei der die Zusammenarbeit mit dem landkreiseigenen Krisenstab optimiert werden konnte.
Darüber hinaus waren die Veterinäre des Landkreises im vergangenen Jahr an der hessenweiten Maul- und Klauenseuchenübung beteiligt. Bei einem Praxisseminar übten einige Mitarbeiter des Fachdienstes zusammen mit anderen Veterinärämtern aus Hessen den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS). Die Übung fand in Barme in Niedersachsen statt, wo ein Bürocontainer stationiert ist, der von den Bundesländern gemeinsam angeschafften wurde, um im Krisenfall ein ausreichend großes Krisenzentrum vorrätig zu haben. Dies ist ein Ergebnis aus dem letzten Maul- und Klauenseuchenszenario aus dem Jahr 2011. Im September wurde die hessenweite Übung im Landkreis Gießen mit dem Thema Reinigung und Desinfektion von Stallungen im Falle eines MKS-Ausbruches fortgesetzt und die Ergebnisse auf der Abschlussveranstaltung in Rosbach im Oktober präsentiert.
„Wir haben uns im vergangenen Jahr sehr gut auf Seuchen vorbereitet, von denen wir allerdings hoffen, dass wir sie nie im Landkreis Gießen bekämpfen müssen, da sonst eine sehr große Anzahl von Tieren getötet werden müsste und die Landwirte von hohen wirtschaftlichen Verlusten betroffen wären“, resümiert Tierärztin Graff und Dezernent Oßwald hebt die Einsatzbereitschaft des Teams im Veterinärwesen hervor, indem er sagt: „Die zahlreichen, zum Teil mehrtägigen Übungen belegen Ihre Initiative und Idealismus. Auch wenn Ihre Arbeit oft im Verborgenen stattfindet, so ist sie für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Gießen äußerst wichtig.“ Um sich der Öffentlichkeit zu präsentieren und die Aufgaben vorzustellen, war der Fachdienst auf dem Gesundheitstag und beim Tag der Offenen Tür des Landkreises Gießen vertreten.
Dr. Stefanie Graff vom Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz ist die richtige Ansprechpartnerin beim Landkreis Gießen, wenn es um die Bekämpfung von Tierseuchen geht. Zu erreichen ist der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz über Telefon: 0641 9390-6200 oder E-Mail: poststelle.avv@lkgi.de









