Neue Rohstoffquellen in Mülldeponien?
Dr. Wittek erfreut über Projekt des Kreises zur Machbarkeitsstudie für Deponie Reiskirchen
Vertrag zwischen Kreis und Universität Gießen unterschriftsreif
Der Gießener Regierungspräsident Dr. Lars Wittek informierte sich dieser Tage auf dem Gelände der früheren Hausmülldeponie in Reiskirchen über den Projektstatus der Machbarkeitsstudie zur Erschließung neuer Rohstoffquellen.
Bis zum Frühjahr 2012 wird die Deponie in Reiskirchen Untersuchungsgegenstand für ein Thema, das nach den Worten von Prof. Dr. Gäth, Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement der Universität Gießen, bundesweite Bedeutung hat. So soll in der Machbarkeitsstudie die Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen, die in Mülldeponien lagern, betrachtet werden. Nachdem beispielsweise die Vorräte an Zink, Kupfer und Blei begrenzt sind, gilt es rechtzeitig darüber nachzudenken, wie eine Versorgung sichergestellt werden kann. „Die Ressourcenpotentiale in den Deponien, die der Mensch geschaffen hat, rücken dabei immer stärker ins Visier der Möglichkeiten“, so Gäth wörtlich.
Mit dabei waren Sabine Fellner von Feldegg, Leiterin des RP-Dezernats für Kommunale Abfallwirtschaft und Abfallentsorgungsanlagen, Baureferendar Sebastian Krug, Prof. Dr. Stefan Gäth und Doktorand , Dirk Oßwald, Erster Kreisbeigeordneter und Abfallwirtschaftsdezernenten, dessen Vorgänger im Amt Stefan Becker sowie Karin Wandel, Fachdienstleiterin Abfallwirtschaft beim Landkreis und Klaus Formella, Sachgebietsleiter Abfalltechnik beim Landkreis.
Witteck betonte nach der Vorstellung des Projektes sein Interesse an der Ressourcenrückgewinnung. Er merkte an, dass das Vorhaben unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit, der angespannten Situation der öffentlichen Haushalte, aber auch der Förderung innovativer Umwelttechnologien in Mittelhessen für ihn von größter Bedeutung sei. Für die Nachsorge der Deponien müssten die öffentlichen Haushalte noch Jahrzehnte aufkommen. „Sofern sich Einsparpotentiale erkennen lassen, sollten wir diese nutzen“, erklärte Wittek. So sei es besonders erfreulich, dass mit einem Deponierückbau bedeutende Wertstoffe in den Wirtschaftskreislauf zurückflössen. „ Das Regierungspräsidium wird das Projekt fachlich begleiten und unterstützen“, sagte Wittek.
Zur weiteren Vorgehensweise erklärte Dirk Oßwald, dass die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen Universität und Landkreis in diesen Tagen vorgenommen werde. „Mit der Unterschrift fällt dann auch der offizielle Startschuss für die dreijährigen Untersuchungsphase unter der Regie von Prof. Dr. Gäth“, bekräftige Oßwald.
Nach den Worten des Professors werde im ersten Schritt anhand von Gas- und Wasserproben untersucht, welcher Hausmüll in der Deponie Reiskirchen lagern könnte. Parallel dazu würden Studierende im Rahmen von Abschlussarbeiten versuchen, die Entwicklung der Rohstoffpreise zu prognostizieren. „Verlässliche Ergebnisse sind hier für die Wirtschaftlichkeitsanalyse eines möglichen Rückbaus notwendig“, hob der Uni Professor hervor.
Der Kreistag des Landkreis Gießen, der das Projekt einstimmig unterstützt, möchte ebenso wie das Regierungspräsidium über den Projektstatus informiert werden. Dazu wird es mit allen Beteiligten einen regelmäßigen Informationsaustausch, zu denen auch Vertreter der Gemeinde Reiskirchen hinzugezogen werden, geben. „Beim nächsten Treffen im Frühjahr werden wir schon mehr wissen“, versprach Gäth abschließend. Im zweiten Halbjahr 2010 werde man den Sachstand von den Wissenschaftlern auch im Umwelt- und Abfallausschuss des Kreistages berichten.
Bildunterschrift:
vl. Stefan Becker, Sabine Fellner von Feldegg, Leiterin des RP-Dezernats für Kommunale Abfallwirtschaft und Abfallentsorgungsanlagen, Regierungspräsident Dr. Lars Witteck, Klaus Formella, Sachgebietsleiter Abfalltechnik beim Landkreis, Erster Kreisbeigeordneter und Abfallwirtschaftsdezernent Dirk Oßwald, Herr Pleus und Herr Mispel, Prof. Dr. Stefan Gäth, (Universität Gießen) Sebastian Krug (Baureferendar beim RP)
Foto: Stephan Rehor – Abdruck kostenfrei









