Interkulturelle Kompetenzen in Kindertagseinrichtungen von großer Bedeutung
Tagung des Landkreise für pädagogische Fachkräfte in Grünberg – Ziel: Bildungsbenachteiligung für Kinder mit Migrationshintergrund reduzieren – Oßwald: gleiche Bildungschancen für alle Kinder sicherstellen
Leiterinnen von Kindertageseinrichtungen aus dem Landkreis Gießen, Vertreter von regionalen Trägern und Studierende des Fachbereiches frühkindliche Erziehung der Justus-Liebig-Universität in Gießen fanden sich kürzlich zur Fachtag mit dem Thema „Interkulturelle Kompetenzen“ im Sporthotel in Grünberg ein. Ziel der Veranstaltung war es, für eine Bildungsbenachteiligung der Kinder mit Migrationshintergrund zu sensibilisieren und Ansätze für eine Reduzierung der Defizite zu entwickeln. In einer kurzen Begrüßung unterstrich der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Dirk Oßwald gemeinsam mit Bürgermeister Frank Ide die Bedeutung einer zeitgemäßen Bildungspolitik. „In den Kindertageseinrichtungen wird die Basis für die Ausbildung unserer Kinder geschaffen. Durch Information und Motivation wollen wir die Fachkräfte animieren, einen Beitrag zur Verbesserung der Bildungs-benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund zu leisten“, so Dirk Oßwald wörtlich.
In den Kindertageseinrichtungen trifft sich täglich ein Personenkreis mit ungleichen kulturellen, sprachlichen und sozialen Hintergründen. Quellen für Missverständnisse sind oftmals Unkenntnisse und vielfältige Erwartungshaltungen der verschiedenen Personen. Prof. Otto Filzinger vom Institut für Interkulturelle Pädagogik im Elementarbereich e.V. in Mainz stellte in seinem Vortrag heraus, das die Kindertageseinrichtungen vor der Aufgabe stehen, gleiche Bildungschancen für alle Kindern zu schaffen. „Jetzt sind die Weichen zu stellen, dass sich Kinder in ihrer multikulturellen Alltagswelt zurecht finden und wohl fühlen“, so Filzinger wörtlich.
Der Vortrag von Petra Wagner, Projektleiterin `Kinderwelten` am Institut für den Situationsansatz der Internationalen Akademie, an der Freien Universität in Berlin stand unter dem Motto „Vielfalt respektieren, Ausgrenzung widerstehen´. Hierbei stand die Professionalisierung der pädagogischen Fachkräfte in Hinblick auf eine interkulturelle Erziehung und Bildung im Vordergrund. Simone und Tim van Slobbe, die seit einigen Jahren das Projekt `Schule für Alle` im Landkreis Gießen begleiten, berichteten anhand von Fallbeispielen aus dem Alltag. Sie betonten in ihrem Vortrag die Bedeutung der Beziehungsarbeit und der Selbstreflexion der pädagogischen Fachkräfte im Bildungs- und Erziehungsprozess.
Nach den Worten von Gabriele Arnold, Teamleiterin des Fachteams Kindertagesbetreuung beim Landkreis, trug die Veranstaltung dazu bei, bestehendes Wissen und Interesse zu intensivieren. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben viele Anregungen und Informationen mitgenommen. So ist ein weiterer Schritt bei der Weiterentwicklung der interkulturellen Kompetenzen in den Kindertageseinrichtungen getan“, merkte Arnold an.
„Der soziale Wandel der Gesellschaft ist durch anhaltende Migration gekennzeichnet. Deshalb ist es von großer Bedeutung, das Thema ´Interkulturelle Kompetenzen´ in Kindertagesstätten im Auge zu behalten“, erklärte der Sozialdezernent Dirk Oßwald abschließend, Er fügte hinzu: “Der Beginn, ist die persönliche Haltung eines jeden Akteurs in der Gestaltung seines unmittelbaren Lebensumfeldes“.








