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Landkreis verabschiedete langjährigen Vorsitzenden des Naturschutzbeirats Erhard Thörner sowie Heinz Becker, Adolf Damm und Adolf Maruschka.

Thörner Verabschiedung

Bildunterschrift:
Dr. Becker (links) und Landrätin Anita Schneider (rechts) umrahmen die Geehrten (v. l. n. r.) Adolf Maruschka, Adolf Damm, Erhard Thörner und Heinz Becker. (Foto: Kreisverwaltung Gießen: Karl-Michael Stöppler)

In einer würdevollen Feierstunde verabschiedeten Landrätin Anita Schneider und der als ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter für den Naturschutz zuständige Dr. Klaus Becker den langjährigen Vorsitzenden des Naturschutzbeirats Erhard Thörner sowie die langjährigen Mitglieder Heinz Becker, Adolf Damm und Adolf Maruschka. Gekommen war eine hessenweit angereiste vielfältige Gästeschar aus dem Bereich des Naturschutzes.

 

Landrätin Schneider und Umweltdezernent Dr. Klaus Becker sprachen Anerkennung, Respekt und Dank den Geehrten für ihr langjähriges Engagement für den Naturschutz aus. So beraten und begleiten Erhard Thörner und Heinz Becker bereits seit 30 Jahren – seit der Einrichtung des Naturschutzbeirates – mit ihren besonderen Kenntnissen und Fähigkeiten auf dem Gebiet des Naturschutzes, der Landschaftspflege, der Biologie und Vegetationskunde die  Naturschutzbehörde des Landkreises. Seit 26 Jahren stellt Herr Adolf Maruschka sein Fachwissen zur Verfügung. Ebenso ist auch seit vielen Jahren Adolf Damm als Vertreter der HGNO aktiv im Naturbeirat tätig. „Alle vier Geehrten“, so Landrätin Schneider, „zeichnen sich aus durch eine aktive Rolle im Naturschutz für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises. Sie stehen für das Einbringen von zielgerichteten Vorschläge und immer wieder für ein unermüdliches Wirken für den Naturschutz im Landkreis Gießen“.

 

Erhard Thörner wurde insbesondere für sein langjähriges Engagement als Vorsitzender des Naturschutzbeirates gewürdigt. „30 Jahre lang war er der Garant hierfür, das auch unterschiedliche Auffassungen der Interessenvertreter im Naturschutzbeirat in der gemeinsamen Zielsetzung Naturschutz vereint werden konnten. Seine fachliche und moderierende Art trug wesentlich zu einer effektiven Arbeit im Naturschutzbeirat bei.

 

Unweltdezernent Dr. Klaus Becker verwies in diesem Zusammenhang darauf hin, wie wichtig ehrenamtliches Engagement im Umwelt- und Naturschutz ist. „Ohne dieses ehrenamtliche Engagement hätten wir vieles nicht im Natur- und Umweltschutz erreichen können“.

 

So habe auch der Vorsitzende Thörner in den zurückliegenden 30 Jahren deutliche Spuren hinterlassen. Zurück blieben große Fußstapfen, die nicht leicht zu füllen sein werden, sind sich Landrätin Schneider und Umweltdezernent Dr. Becker einig.

 

Daten zu den Geehrten
Heinz Becker war der Vertreter des Bauernverbandes im Naturschutzbeirat. Er war Vorsitzender des Gebietsagrarausschusses und Kreislandwirt. Für seine Berufsgruppe stritt er im Beirat, dies geschah aber immer mit Augenmaß, so dass er im Sinne der Natur wirkte. Oft leistete er bei seinen Kollegen Überzeugungsarbeit um sie von der Notwendigkeit des Naturschutzes und Landschaftspflegemaßnahmen zu überzeugen, was ihm hervorragend gelang.

 

Adolf Damm gehörte dem Naturschutzbeirat seit dessen 2. Legislaturperiode an (1985). Er ist seit Jahrzehnten aktives HGON-Mitglied und auch in der örtlichen NABU-Gruppe tätig. Jahrzehntelang beriet er die Kommune Fernwald ehrenamtlich insbesondere bei der Berücksichtigung des Naturschutzes in der Bauleitplanung. Darauf lag auch der Schwerpunkt seiner Tätigkeit im Naturschutzbeirat des Landkreises. Sein Sachverstand in der Regionalplanung, Landschafts-, Flächennutzungs- und Bebauungsplanung war im Naturschutzbeirat gefragt, und auch die Untere Naturschutzbehörde (UNB) profitierte davon.

 

Adolf Maruschka gehörte viele Jahre dem Naturschutzbeirat an. Er arbeitete teamorientiert mit hoher Sachkompetenz. In Diskussionen wirkte er immer ausgleichend und holte für den Naturschutz das Optimum heraus. Er ist HGON-Mitglied, ferner ist er Gründungsmitglied und seit vielen Jahren Vorsitzender der Natur- und Vogelschutzgruppe Lich. In seinem Beruf als Lehrer gab er im Unterrichtsfach Biologie sein Wissen und seine Naturschutzerfahrung an junge Menschen weiter und war auf diese Weise ein wichtiger Multiplikator für den Naturschutzgedanken bei nachkommenden Generationen.

 

Erhard Thörner war seit Bestehen des Naturschutzbeirates des Landkreises Gießen 1981 ununterbrochen dessen Vorsitzender. Unter seiner fachkundigen und souveränen Leitung wurde die UNB hervorragend beraten und unterstützt, die Beschlüsse des Beirates waren immer ausgewogen und waren einen Gewinn für die Natur.

 

Nicht vergessen ist Thörners entschiedenes Eintreten für den Verbleib der Unteren Naturschutzbehörden auf kommunaler Ebene. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der UNB sind ihm nach eigenen Angaben bis heute dankbar dafür. Thörner repräsentierte die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) im Beirat. Den Vorsitz des Arbeitskreises Gießen der HGON hatte Thörner ebenfalls jahrzehntelang inne. Der Gewinn des Europäischen Umweltpreises durch die HGON mit dem Projekt „Auenverbund Wetterau“ im Jahre 1988 war im Wesentlichen der Verdienst Thörners. Der Preis war für ihn Ansporn, seine Bestrebungen für die Realisierung eines umfassenden Naturschutzkonzeptes im Bereich der mittleren Horloffaue fortzusetzen.

 

1994 bis 1997 wurde im Zuge eines Flur-Neuordnungsverfahrens das Flachwasser- und Wechselwasserbiotop „Entenfang“ geschaffen, wobei Thörner unermüdlich als Motor für den Naturschutz wirkte.

 

1996 erfolgten Kaufverhandlungen und der Abschluss des Vertrages über den Erhalt des Unteren Knappensees durch den HGON-Arbeitskreis Gießen, dessen Verhandlungsführer Thörner in seiner Eigenschaft als Vorsitzender war.

 

1997 wurde der Untere Knappensee und die mittlere Horloffaue bereits mit der Ersten Tranche als Europäisches Vogelschutzgebiet und als FFH-Gebiet durch die Europäische Kommission in Brüssel ausgewiesen, was im wesentlichen den  Bemühungen Thörners zu verdanken ist.

 

Für sein Wirken im Naturschutz wurde Herr Thörner bereits mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen, dem Bundesverdienstkreuz und im Jahre 2009 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik ausgezeichnet.

 

Das UNB-Team bedankte sich bei allen vier ausscheidenden Beiratsmitgliedern für die jahrelange gute Zusammenarbeit. Gemeinsam sei für die Natur im Kreis Gießen viel erreicht und der Naturraum aufgewertet und für die Bevölkerung im Kreis lebenswerter gestaltet worden.