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   Neues Projekt: Betreuung im Doppelpack

Lohnende Kooperation – TAG als Auslöser – Dezernentin Elies: Verbesserungen sind angestrebt

 

Während eines Modellprojektes machten sich Fachleute aus der Stadt Usingen im Hochtaunuskreis sowie der Stadt- und Kreisverwaltung Gießen von Juli 2005 bis Februar 2006 Gedanken über eine kooperative Zusammenarbeit von Institutionen der Kinder-Tagespflege und Tageseinrichtungen. Im Modellprojekt waren neben Usinger Einrichtungen alle drei Tagespflege-Büros des Landkreises Gießen, die Fachberatung für Kinder-Tagesbetreuung sowie die Kinder-Tagesstätte Adolf-Weber-Straße in Laubach, die Katholische Kindertagesstätte in Buseck-Großen-Buseck sowie zwei Tages-Pflegepersonen aus Grünberg eingebunden. Die Projektergebnisse wurden am Dienstag (14-03-2006) in der Hugenottenkirche in Usingen präsentiert. Seitens des Kreis-Jugendamtes nahmen Gabriele Arnold und Sabine Teich an der Präsentation teil.

 

Es tagten unter anderem verschiedene Arbeitsgruppen, die einen ausführlichen Themenkatalog erarbeiteten. Als Ergebnisse, dass sich Kooperation lohnt, wurde zusammengetragen:

 

  1. Fachlicher Austausch und gegenseitige Unterstützung ist für die Betreuungsqualität wichtig.
  2. Verlässlichkeit der Betreuung wird erhöht und der bedarfsgerechter Ausbau gefördert.
  3. Die Kinder-Tagesstätten können sich zu einer dauerhaften Anlaufstelle für Familien im Stadtteil weiterentwickeln!
  4. Für Kinder und Eltern gewinnt Kinder-Tagespflege an Fachlichkeit!
  5. Tagespflege stärkt die organisierte und institutionalisierte Form von Kinderbetreuung!
  6. Familien können ihr Wunsch- und Wahlrecht wahrnehmen!

 

In Laubach gab es, angeregt durch das Modellprojekt TaKKT und das dortige Tages-Pflegebüro im Oberhessischen Diakoniezentrum Johann-Friedrich-Stift, bereits ein Kennenlerntreffen zwischen Tages-Pflegepersonen und Erzieherinnen aus der Kindertagesstätte Adolf-Wieber-Straße.

 

In Buseck kooperiert das dortige Tages-Pflegebüro der Katholischen Familien-Bildungsstätte mit der unter gleicher Trägerschaft befindlichen Kindertagesstätte, um auch dort mit vor Ort ansässigen Tages-Pflegepersonen Kontakt aufzunehmen.

 

Die Gießener „Eltern helfen Eltern“ haben bei allen Tagespflegepersonen ihres Zuständigkeitsbereiche eine Umfrage durchgeführt und dabei erfragt, ob und welche Kontakte mit Kindertageseinrichtungen bzw.  welche Wünsche zur Zusammenarbeit bestehen.

 

Gemeinsam verfolgten die Beteiligten im Rahmen des Modellprojektes „TaKKT“ (Tagespflege in Kooperation mit Kindertageseinrichtungen) das Ziel, die Kooperationen zwischen den beiden Betreuungsformen in ihrer Region auf- und auszubauen. Auch nach Beendigung der Modellbegleitung und Unterstützung des hessischen Sozialministeriums werden die Beteiligten nach Einschätzung der zuständigen Kreisbeigeordneten Dietlinde Elies die Weiterentwicklung vorantreiben. Gefördert wird das Projekt vom Hessischen Sozialministerium. Fachlich begleitet wird es vom Institut für Kinder- und Jugendhilfe Mainz (IKJ) und dem Hessischen Tagespflegebüro.

 

Bei der Kinderbetreuung, vor allem im Alter von bis zu drei Jahren, soll nach Angaben von Sozialdezernentin Elies die Zusammenarbeit zwischen Kindertagespflege und Tageseinrichtungen wie Kindergärten und Krabbelstuben verbessert werden.

 

Das Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG) wertet die Kindertagespflege als Betreuungsform auf und stellt sie der Betreuung in Kindertageseinrichtungen gleich. Basierend auf dieser rechtlichen Grundlage wird eine stärkere Vernetzung der beiden Betreuungsformen angestrebt, von der Kinder und Familien profitieren. Es geht dabei unter anderem darum, Aktivitäten zu bündeln und zu koordinieren und gemeinsame Strukturen und Angebote zu schaffen.

 

Die institutionellen Einrichtungen, also Kindertageseinrichtungen und Krabbelstuben, sowie die Kinderbetreuung in Tagespflege verfolgen das gleiche Ziel: Sie wollen Eltern dabei unterstützen, Erwerbstätigkeit und Kindererziehung besser miteinander in Einklang bringen zu können.

 

Der gemeinsame Auftrag  besteht in der Förderung der Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Erziehung und Bildungsarbeit in der Familie werden unterstützt und ergänzt. Um diese Aufgaben zu leisten, müssen beide Betreuungsformen aktiv und konstruktiv miteinander kooperieren.